Bücher sind teuer. Und leider immer öfter qualitativ minderwertig. Die Cover sind austauschbar – der Einfachheit halber wird scheinbar mittlerweile eine Seriengestaltung verwendet, die langweiliger nicht sein könnte. Die Grafiker der Verlage suchen sich Bilder eines Stils heraus (gern Blumen oder freistehende Häuser, chirurgische Gerätschaften oder zarte Frauengesichter), verfremden es ein bisschen in Photoshop und setzen eine Einheitstypografie drüber. Ausgetauscht wird dann nur der Autorenname und der Titel.

Durch diese einfache Möglichkeit der Gestaltung ist ein minimaler Aufwand bei maximalem Ertrag gesichert. Bzw. gewährleistet, dass die Agentur oder der Grafiker von der Bezahlung noch leben können, die der Verlag zahlt. Denn sind wir mal ehrlich: wer gibt heute schon noch Geld für eine schöne Gestaltung aus? Geschweige denn eine aufwändige, die Zeit und dadurch Geld kostet.

Meist hat die Titelgestaltung wenig mit dem Inhalt des Buches zu tun. Knochen, Skalpelle oder dunkle Gassen passen einwandfrei für Krimis aus dem Pathologie-Genre. Dunkle Gassen können aber auch für andere Krimis verwendet werden. Freistehende, einsame Häuser passen zu Schweden- oder Neuseeland-Romanen jeder Art. Zarte Frauengesichter, abgesoftet und mit Filtern bearbeitet können für alle Schicksalsromane oder persönliche Leidensgeschichten verwendet werden. Alles ganz einfach.

Auf den Seiten dazwischen findet man immer häufiger Fehler. Das mag sicher an der neuen Rechtschreibung lesen, die auch mich immer öfter zu einem Legastheniker werden lassen, doch sicher auch an den Sparmaßnahmen. Deren erste Opfer waren scheinbar die Lektoren. Vorbei die Zeiten, als man ein Buch lesen konnte ohne über Rechtschreibfehler zu stolpern.

Was macht man in so einem Fall? Schickt man das Buch mit entsprechenden Korrekturzeichen am Rand zurück zum Verlag? Bekommt man dann sein Geld zurück, weil man ein mangelhaftes Produkt erworben hat? Gelten hier auch die gesetzlichen Gewährleistungen? Oder bekommt man nichts zurück, weil die Buchhändler sagen, man habe das Produkt nicht in unbenutztem Zustand zurück gegeben?

Freuen würde ich mich jedenfalls, wieder mehr schön gestaltete, inhaltsbezogene Buchcover in den Regalen stehen zu sehen. Aufwändiger und mit Liebe zum Detail. Vielleicht aufgewertet durch schöne Illustrationen. Mit Prägungen und schönen Papieren, deren Wertigkeit sich auch in der Haptik widerspiegelt.

Dann wäre ich auch bereit, noch ein bisschen mehr für Bücher zu bezahlen…