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Unser Nachbar ist verrückt. Und wem das zu extrem klingt, dem sei entgegen geschmettert: wenn nicht verrückt, dann auf jeden Fall nicht ganz richtig.
Er teilt sich mit anderen ein Haus, stört sich aber an jedem Geräusch, das er von den lebenden Bewohnern im Haus vernimmt.
Er fädelt seine T-Shirts auf die Leine im Wäschekeller auf, in dem er die Leinen abnimmt (auch, wenn dort schon von anderen was hängt und diese Sachen dann unweigerlich über den Boden schleifen müssen) und diese von der einen Seite durch die Ärmel zur anderen Seite zieht und wieder befestigt an der Wand.
Er hat in den letzten vier Jahren nicht einmal das Treppengeländer gereinigt, geschweige denn das Fenster im Flur geputzt. Na, die in seiner Wohnung auch noch nie, so dass man nie weiß, ob Licht brennt bei ihm, oder nicht… Die Staubschicht auf allem ist mittlerweile braun-schwarz.
Wenn er abends nach Hause kommt, geht er erstmal in den Keller, reißt die Fenster auf, macht alle Türen auf und zu und stapft dann laut wieder ins Erdgeschoss. Dann knallt er ein paar Mal mit der Tür zum Treppenhaus, bevor er sie in Ruhe lässt.
Wenn er hört oder sieht, dass er jemandem im Treppenhaus begegnen könnte, rennt er wie ein Wahnsinniger direkt raus oder in seine Wohnung.
Sein Wahn, überall müsse Frischluft rein, hat das Fenster im Treppenhaus dermaßen verzogen, dass es wohl demnächst ausgetauscht werden muss. Warum? Na, er kippt es bei jeder Gelgenheit und Wetterlage – und schließt es nicht wieder.
Gleiches im Keller: die ständig geöffneten Fenster haben schon die ein oder andere Maschine rosten lassen. Die Neuanschaffung werden wir ihm wohl in Rechnung stellen müssen. Vom Dreck und Insektenvieh, das in den Keller kommt und die frisch gewaschene Wäsche versaut, ganz zu schweigen.
Ach, dass er alle drei Wochen den Keller reinigen müsste und es nicht tut, muss ich wohl nicht erwähnen.
Wenn er ganz wütend ist (warum auch immer) macht er ganz laut seine Musik an und lässt abends mal so richtig die Bässe brummen. Um sich dann anschließend über das Klopfen der Nachbarn zu später Stunde zu beschweren.
Kurz: bei solchen Nachbarn braucht man keine Feinde mehr. Oder doch: als Möglichkeit zur Entspannung.
Ach ja: Wohnung in bester und ruhiger Wohnlage zu vermieten.
Da ist das nächste Box-Wochenende. Freitags diese Killerplauzen-Blamage, samstags bekommt dann Maske einen auf die Schnauze. Bekommt er? Keine Ahnung. Ich zappe heute ab und zu mal rüber, um auf dem Stand der Dinge zu bleiben.
Wirklich schön fand ich gestern lediglich den ersten Kampf: Susianna Kentikian ist schon eine stramme Boxerin. Schön anzusehen – und die schnoddrige Schnauze kommt symphatisch rüber. Ok, Ausdrucksstärke ist nicht jedermanns Sache. Aber wen interessierts, wenn man den anderen, auch wenn er zwei Köpfe größer ist, einfach umboxen kann, sobald er zu Texten beginnt? Da hilft dann der Duden höchstens zum Zurückschlagen.
Lecker anzuschauen (bis auf die Nase…) war da auch Sebastian Köber. Leider viel zu jung, um für mich wirklich interessant zu sein. Aber durchtrainiert, bis in die Nasenebenhöhlen. Die wahrscheinlich ähnlich hart im Nehmen sind, wie Dolly Buster in ihren besten Zeiten.
Da wäre ich doch gern mal Sparringspartner. Nein, nicht bei Dolly Buster…
Vorhin lief auf VOX ein Bericht über Abu Dhabi. Genauer: über den unglaublichen Reichtum, der die Macher der Emirate grübeln lässt, wohin sie mit ihrem Geld sollen.
Nun, liebe Scheichs, ich hätte da durchaus einige Ideen:
mal abgesehen von meinem Konto, das durchaus dankbar wäre für einen Haufen Euros, um mir ein sorgenfreies Leben und entspannteres Arbeiten zu ermöglichen, sind da viele, viele andere kreative und engagierte Menschen, die Geldgeber für ihre kleineren Projekte suchen. Leider bringen die natürlich nicht so viel Rendite.
Aber die bringt euer Riesen-Hotel ja auch nicht.
Darüber hinaus würde sicher das ein oder andere Kinderheim, so manche Krebsstation oder auch Hartz IV-Familie (für euch Superreiche: das sind die Familien, die vom Gegenwert eines Eurer Autos 10 Jahre leben müssen – und das in Deutschland, wo die Lebenshaltungskosten zwar angeblich sinken, aber wohl nur in den Supermärkten der Marktforscher) sich über eine finanzielle Spritze sicher krumm freuen.
Wenn Sie, liebe Scheichs, etwas Gutes tun möchten mit dem Geld, das sie eh in sämtlichen nächsten Leben nicht ausgeben können, dann schreiben Sie mir bitte eine Email.
Das gilt übrigens auch für die Superreichen aus den anderen Regionen der Welt: please, call me ![]()
Etwas, was ich schon immer mal machen wollte, ist eine Playlist. Jeder Hansel, der einen Blog hat, hat eine veröffentlicht, um der Welt mitzuteilen, welche Lieder er definitiv auf dem iPod mit in den Urlaub nehmen müsste, um überleben zu können.
Vor zwei Tagen waren wir – nach einem lustigen Abend in einer Kneipe – noch auf einen ganz, ganz kurzen Abstecher bei einem Freund, der uns noch die CDs vorspielen wollte, über die wir davor gesprochen hatten.
Nachdem wir dann wieder zu Hause waren, packte mich das Musik-Fieber und ich durchstöberte mein iTunes auf der Suche nach meinen Lieblingsstücken.
Mein BEST OF, meine private Playlist, nun hier. Schließlich ist das mein Blog und wer es liest, ist selber schuld:
Like the Way I do Melissa Etheridge
Speed Of Sound Coldplay
Love On Sale Phillip Boa & The Voodooclub
Amazing George Michael
Weak Skunk Anansie
Solsbury Hill Peter Gabriel
Sweet Dreams Eurythmics
Don’t Let Go (Love) En Vogue
Virtual Insanity Jamiroquai
Easy Faith No More
Need You Tonight INXS
Everything Counts Depeche Mode
Love on Sale Phillip Boa and the Vodooclub
Vertigo U2
People Everyday Arrested Development
Faint Linkin Park
Never Let Me Down Again Depeche Mode
City Of Blinding Lights U2
Who are You The Who
Sweet Dreams Marilyn Manson
Crystal Ball Keane
Time to wonder Fury in the Slaughterhouse
Every you every me Placebo
Suicide Blonde INXS
My Friends Red Hot Chilli Peppers
Weather with you Crowded House
Feel Good Inc Gorillaz
Kids Kylie Minogue & Robbie Williams
This is Michael Phillip Boa and the Vodoo Club
Mystify INXS
Confusion New Order
Insomnia Faithless
Come with me Puff Daddy
Self Control Laura Branigan
The Barry Williams Show Peter Gabriel
Downside up Peter Gabriel
Numb Linkin Park
Ernten was man sät Xavier Naidoo
Hedonism Skunk Anansie
Chan Chan Buena Vista Social Club
Stay Shakespears Sisters
Relax Frankie goes to Hollywood
After Dark Tito & Tarantula
Führ mich ans Licht Xavier Naidoo
Minor Earth Major Sky a-Ha
Sie leben hier Der König der Löwen
Nightswimming R.E.M.
Whispering Wind Moby
Gestern fragte mich eine Freundin, warum Partner in Beziehungen fremdgehen.
Ich glaube, der männliche Teil einer Paarungs-(oder eben nicht mehr Paarungs-..) Symbiose geht meistens fremd, weil er es kann.
Beziehungsweise, weil sich ihm die Chance, die Gelegenheit bietet und sein gutes Stück nicht nein sagen kann – mit dem guten Stück mein ich nun überraschenderweise sein Hirn.
Die Frau geht, glaube ich, fremd, weil sie mal wieder das Gefühl von Begehren spüren möchte. Mal wieder das Gefühl braucht, dass da jemand ist, dem es um sie geht. Aufmerksamkeit bekommt.
Im Laufe der Beziehungsjahre lässt das Engagement der meisten Männer proportional zu ihrer Freude auf das gemeinsame, morgendliche Aufwachen nach. Das abendliche Streicheln der Partnerin auf der Couch weicht dem Streicheln der Fernbedienung beim Zappen. Die Abende mit Rotwein und Käse, die man zum Reden nutzte und sich für den anderen Zeit nahm, gehen genau so verloren, wie die zärtlichen Fussmassagen oder das liebevolle Kuscheln am Morgen. Spiele- oder Musikabende und romantische Abendessen? Keine Chance mehr.
Die Pflicht des Mannes in der Beziehung glaubt er erfüllt durch das wöchentliche Müll runter bringen oder das Hand-in-Hand-Laufen im Einkaufszentrum. Und mit Laufen ist auch Laufen gemeint, nicht etwa verliebtes Schaufensterbummeln.
Nebenher wird sein offensichtliches Interesse an den optischen Reizen anderer Frauen immer deutlicher, wohin gegen die Optik seiner eigenen für ihn meist übersehen wird – und spränge sie auch in Straps und Strumpf vor ihm rum. Sein Jagdtrieb erwacht ab dem dritten Jahr, sein Bedürfnis nach neuer Beute. Und nach dem Gefühl, als Couch-Potato immer noch ganz hoch im Kurs zu stehen.
Und Sex? Na, welcher Frau wird ab dem dritten Beziehungsjahr noch vorspielend die Lust herausgekitzelt, mit Rafinesse oder Kreativität das sexuelle Erlebnis zu einem Höhepunkt gemacht, der nicht nur den männlichen Orgasmus meint.
Eine Frau geht fremd, wenn ihr das Gefühl der Partnerschaft in der Beziehung verloren geht und ersetzt wird durch die Einstellung des Mannes, der meint, eine Beziehung habe dann statt zu finden, wenn er sie will. Und so, wie er sie will. Und will er nicht, habe man ihn bitte auch nicht zu belästigen, zu stören.
Und Männer? Na, weil sie es können. So einfach ist ihre Welt.
Und das Spiel dauert 90 Minuten. Zapp mal weiter, bitte.
Ich habe bei 87 Preisausschreiben mitgespielt. Letzte Woche. Und bei keinem gewonnen.
Mein Dauerlos der Aktion Mensch dient auch nur als Zierde an meiner Pinnwand und gibt mir jeden Monat das Gefühl, etwas Gutes zu tun. Zum Beispiel indirekt den Arbeitsplatz meiner Mutter zu finanzieren, die ihre Brötchen mit der “Therapie” in einer Behindertenwerkstätte verdient. Aber das mindert schon wieder irgendwie die Haben-Seite, schließlich ist das doch irgendwie egoistisch… Schließlich gehts um mein Erbe.
Gut. Preisausschreiben. Gewonnen hab ich noch nie. Niemals. Auch im Lotto werden garantiert nicht meine Zahlen gezogen.
Eine Freundin sagte mir nun neulich, das läge daran, dass ich nicht daran glauben würde. Vielleicht solle ich mal mit dem Universum sprechen. Eine Freundin von ihr wiederum habe damit echte Erfolge erzielt und gute Erfahrungen gemacht.
Nun sitz ich also hier, starre das Los vor mir hypnotisch an und überlege, was wohl die geeignete Anrede für das Universum ist. Sowas großes sollte man doch nicht so profan von der Seite anquatschen, oder? Siezen? Duzen? Schwierige Entscheidung, schließlich ist man selbst ja auch sozusagen ein Teil des Ganzen. Oder so. Ok, duzen.
Ich öffne also das Fenster (warum, ist mir im Nachhinein auch schleierhaft. Vielleicht dachte ich, das Universum sei vielleicht grad an anderer Stelle unterwegs oder schwerhörig, da alt…) und rufe fröhlich: “Hallo, Du, Universum. Ich hab hier ein Los von der Aktion Mensch und könnte einen Gewinn zur Zeit echt gut gebrauchen. Nun will ich dich bitten, das mal in die entsprechenden Bahnen zu lenken. Wär das möglich?”
Grade, als ich das Fenster wieder schließen möchte, höre ich eine laute Stimme: “He, Du, Vollidiotin. Ich heiße Müller und bin nicht schwerhörig. Du kannst also ruhig aufhören zu schreien. Und wenn Du irgendwo gewinnen solltest, komm rüber und gib mir was ab, ich wohn nebenan.”
Sagt Bescheid, wenn die Sache verjährt ist und ich mich wieder ungeniert aus dem Haus trauen kann, ok?
Als Frau muss man sich ja späääätestens im März Gedanken darum machen, womit der diesjährige Sommerkleiderschrank ausstaffiert werden soll. Und schon stolpert man über die übliche Frage: Welche Trends sind bloß die richtigen für mich?
Safari kommt. Kommt mir als Großstadtamazone ja nicht ungelegen.
Hahnentritt ist auch da. Mist. Ich habe vor einigen Jahren die olle Chanel-Jacke von der Großtante in Hahnentrittoptik in die Altkleidersammlung gegeben. Dabei hätte ich damit auch noch den nächsten Trend abgedeckt:
Die 60er-Jahre. Natürlich nicht die konservative, ätzende Hausfrauenvariante. Eher das trendige Twiggy-Nummer.
Mmh, den Trend kann ich wenigstens frisurentechnisch mitmachen. Die Hüften hab ich nun wirklich nicht dafür.
Aber da wären ja noch die anderen Moderichtungen: Silber (gähn), weiß (boah, so unschuldig kann ich gar nicht aussehen, wie ich dafür sein muss), Blumenprints (vielleicht find ich noch nen alten Putzkittel?) und Lackschuhe. Die könnte ich mir ja fast noch antun, diesen Sommer.
So schön bei 35 Grad in die Lackschuhe quetschen und dann darauf hoffen, dass die Füße von der Hitze so anschwellen, dass kein einziges Duftmolekül der Käsemauken an die öffentlichen Nasen dringen kann.
Ne, danke. Ich bleib lieber ich. Vielleicht wird das ja mal ein Trend.
Kaum sind die ersten Sonnenstrahlen da, sieht man schon die ersten Hormonmonster durch die Städte streifen: getrieben von monatelangem Entzug bekommen die Herren der Schöpfung schon fast einen Straßenorgasmus, wenn ihnen ein kurzärmeliges weibliches Wesen entgegen weht. Von den Folgen eines Rockzipfels ganz zu schweigen.
Um das Selbstbewusstsein, dass in längeren Beziehungen durchaus nicht durch Komplimente des Partners gestärkt wird, zu steigern, sollte Frau nun dringend die Chance ergreifen und mal wieder das tief dekolltierte Oberteil mit dem extrem knappen Rock kombinieren und in der Mittagssonne einen Café Latte (haha) trinken gehen.
Aber bitte vorher bei mir Bescheid geben, wo das passieren wird. Will ich doch dringend die stolpernden, strauchelnden, stotternden und sabbernden Männer fotografieren für mein neues Fotoprojekt: Frauen regieren die Welt.
Aber so einen Titel gab es doch schon, oder? Ach ja, dieser Ferrero Rocher, ne, Roger (sprich: Rooschee) Cicero. Was auch immer. Sieht auf jeden Fall so appetitlich aus, wie ein Rocher. Wie der wohl in T-Shirt aussehen mag… und in Short.
Sorry, ich muss mal stolpern gehen.
Oh, diese Kopfschmerzen. Mit garantierter Sicherheit treiben sie mich grade wieder in eine Medikamentenabhängigkeit erster Güte. Denn selbst nach 6 Paracetamol oder wahlweise 8 Aspirin hämmert und pocht es ungemein. Vor allem im Bereich der seitlichen Kopfpartien. Dieses Fiepen und Pfeifen, dieses Hämmern und Klopfen geht mir nicht mehr aus den Ohren.
Es ist furchbar. Linderung kommt scheinbar nur, wenn ich aus dem Haus flüchte, raus in die Stille der Natur. Dann wird es plötzlich leiser und leiser in meinem Kopf und die Gedanken werden wieder klar.
Meine Nachbarin kann sich diese Kopfschmerzen auch nicht erklären. Aber sie hat eh andere Sorgen im Moment. Das Bad wird renoviert und den ganzen Tag über werkeln die Handwerker mit Schlagbohrern und Rohrzangen in ihrer Wohnung rum. Sie sagt, es wäre eine Lärm- und Dreckwüste in ihrer Nasszelle. Den ganzen Tag über würde es Fiepen und Pfeifen, Hämmern und Klopfen…
… waren nicht an Bord des Fliegers von Iceland-Air. Auch keine typischen Urlauber, die immer noch glauben, der Pilot hat eine unglaublich große Leistung erbracht, wenn er drei Stunden von A nach B fliegt und dabei nicht mal in Turbulenzen gerät.
Warum sonst klatschen manche Fluggäste nach der Landung wie Gäste von Karl Moik?
Auf unserem Flug war nichts von diesen degernerierten Touristenmutanten zu merken: kein Klatschen, nicht ein einziges, bei der Landung oder danach. Kein wildes Dreivierteltakt-Jubeln, nur weil der Pilot seinen Job gemacht hat.
Im ÖPNV gibt es das ja auch nicht. Oder hat schon mal jemand erlebt, dass ein Fahrgast im Stadtbus bei der Ankunft an einer Haltestelle anfängt zu klatschen? Und das wäre noch berechtigt bei den Gefahren, die im Stadtverkehr auf ihn lauern. Mehr Gefahren jedenfalls, als dem Piloten in 10.000 Metern Höhe drohen.
Oder irre ich mich und der Luftraum ist voller, als die Innenstadt von z.B. Frankfurt? Sagt mir Bescheid. Bis dahin bejubelt lieber mal euren Busfahrer. Er wird es Euch eher danken, als der Pilot vorne im Flieger, der sich wohl eher über die Malle-Touris amüsiert und genüsslich an seine Tete-a-tete mit der Stewardess während der Arbeitszeit zurück denkt…
Minus ein paar Grad, ein Wind, der den Eisregen wie Nadelstiche, nein Messerstiche, ins Gesicht peitscht und dann noch die Eis- und Schneedecke, auf der man sich vorsichtig vorbewegt: das ist Island.
Jedenfalls, wenn man sich auf einer Golden Circle-Tour befindet und zufällig grade am Gulfoss oder dem Stokkur steht. Im Winter. Oder Frühling.
Für Isländer schien das Wetter so frühlingshaft zu sein, dass sie durchaus auch schon im T-Shirt oder Rock rumliefen.
Amerikaner fühlten da teilweise ähnlich. Wie sonst könnte man den Aufzug des Amis erklären, der bei oben genannten Wetterbedingungen am vereisten Geysir mit dreiviertel langen Hosen und Sweatshirt rumlief? Na, vielleicht mit “Dummheit”. Aber das wäre ja ein Vorurteil, schließlich habe ich nicht mit ihm gesprochen.
Wär wahrscheinlich eh nicht mehr gegangen, schließlich waren seine Lippen so blau und gefroren, dass sie unmöglich noch auseinander gehen konnten. Vielleicht war das ja mein Glück. So wurden eventuelle Vorurteile nicht bestätigt und ich brauche die Hoffnung nicht verlieren, irgendwann einen intelligenten Ami zu treffen.

Blau, stürmisch, kalt.
Das sind wohl die Wörter, die für dieses atemberaubende Land passend sind.
Und natürlich: teuer.
Für zwei Wochen Rundfahrt in Island könnte eine normale deutsche Familie wohl ein halbes Jahr leben. Oder ein Alkoholiker seine Sucht drei Tage finanzieren. War das jetzt gemein? Na, sicher. Aber es ist kaum vorstellbar, wie die Isländer es schaffen, dort überhaupt jeden Tag genug Essen auf den Tisch zu bekommen. Ein normaler Kaffee kostet durchaus mal acht Euro, ein Abendessen im Durchschnittsrestaurant (nur ein Salatteller, kein Filet oder ähnliches) 20 Euro.
Zum Glück haben die Isländer keinen Euro und so fallen die Nebenkosten eines Urlaubs dort durchaus erst nach der Rückkehr beim Blick auf das Konto auf. Denn wer möchte schon ständig von Kronen umrechnen, wenn er weiß, dass dadurch jede Urlaubsstimmung vermasselt wird?
Oder der Tagesausflug womöglich abgesagt werden muss, weil einem die 200 Euro danach fürs Essen fehlen…
Da sind sie: die ersten Karnevals-Überbleibsel bei “Nur die Liebe zählt”. Hü sucht Hott, die er beim Karneval in Düsseldorf (feiern die da überhaupt selbst oder fangen die nur die Leute auf, die Kölle nicht gefunden haben) beim Sauf-Tanzen angebaggert hat.
Ok, Hott kann sich zwar erinnern, ist aber wohl nicht so angetan vom guten Hü. War wohl nur ein alkoholischer Ausrutscher in Zeiten des zügellosen Cowboy und Indianer-Verkleidens. Oder sollte ich sagen: Spielens? Das Thema hatten wir ja bereits kurz nach Rosenmontag…
Was tut man bloss in so einem Fall, wenn der Karnevalsflirt so gar kein Interesse an einem hat – und das auch noch recht deutlich vor Fernseh-Deutschland kund tut. Sich schämen? Im Boden versinken? Ein Sabbatjahr nehmen?
Alles durchaus nachvollziehbare Varianten. Leider fehlen den meisten von uns die nötigen monetären Mittel, um für die Zeit spurlos zu verschwinden, bis Gras über die Sache gewachsen ist…
Lotto spielen (und natürlich Lotto gewinnen) sind Möglichkeiten. Dann käme man auch nicht auf so blöde Ideen, sich im Fernsehen zum Deppen zu machen, sondern würde ein Date mit seinem Anlageberater ausmachen.
Vielleicht kommt der ja im nächsten Jahr dann auch mit zum Rosa-Montagsumzug.
Da war er: der Rückfall. Zurück in die schlechten Gewohnheiten der Sucht. Der Sucht nach Nikotin. Nicht meiner, der meines Mannes.
Und mit dem Rückfall kamen alle schlechten Erinnerungen an die vergangenen Rauchzeiten (und Rauchzeichen) mit einem Schlag zurück: der Geruch (Gestank), das Gefühl des Versagens und die Kopfschmerzen. Und die kamen mächtig, ist doch der Geruch kalten Rauches bei mir einer der Hauptauslöser der Migräne.
Jeder Abend in einer Kneipe endet für mich mit dem wohlbekannten Hämmern in der rechten Kopfhälfte. Der Stich, der bis hinter den Augapfel zu fühlen ist, wenn der Gestank in meine Nase steigt, lässt spätestens nach einer Stunde eine 1a-Migräne entstehen.
Heute habe ich acht (8!!!) Paracetamol geschluckt, um den Rückfallkopfschmerz einigermaßen zu unterdrücken, zu dämpfen.
Und im Hinterkopf bleibt die Angst vor den nächsten Tagen, ob aus dem Rückfall ein längeres Intermezzo wird. Aber vielleicht siegen der Stolz, der Wunsch nach Rauchfreiheit und der Wille über die Sucht.
Es ist zum Erbrechen: seit fast drei Jahren bin ich weg vom Stummel und genieße jeden Kuss meines Mannes, seit er nicht mehr raucht. Das soll jetzt ein Ende haben? Das will ich nicht akzeptieren.
Wie es weitergeht, ist aber ein neues Thema. Ich bleib dran.
Filzhüte, Filzpantoffeln, Filzaccessoires… Alles wunderbare Artikel aus dem verfilzten Material, das auch zum Sinnbild für die Verflechtungen in Firmen, Städten und Vereinen geworden ist. Warum? Richtig, weil nichts so engmaschig, nichts so untrennbar miteinander verbunden ist, wie die einzelnen Fasern des beliebten Zusammenseins.
Die Vorteile? Deppen bekommen Chancen, ungeachtet ihrer fachlichen Qualifikation. Über Fehler wird hinweggesehen – oder sie werden einfach geleugnet, ignoriert. Ja-Sager und Systemschleimer, Po-Schlürfer und Meinungsverweigerer werden gepushed, befördert und so lange im Ganzen mitgeschleppt, wie sie auf Meinungskurs der Daumen-hoch/Daumen-runter-Geldgeber bleiben.
Die Nachteile? Vielfältig. Zum Beispiel werden städte- oder firmenfördernde Entwicklungen verpasst, weil man jeden guten Ratschlag der Fachleute zu Gunsten der Fachidioten (aber mit dem Firmenchef verwandt oder verschwägert) überhört. Auch die finanziellen Nachteile, die durch Imageverluste oder Besuchsabgänge entstehen, werden einfach ignoriert oder als Spinnerei der Neider abgetan.
Die Krönung ist dann oft der Versuch, die Querulanten und Kritiker durch Drohungen, Diffamierungen und Rufmord zum Schweigen zu bringen, um sich nicht in der heilen Welt der Filzer stören lassen zu müssen.
Und so dreht sich das Karussell immer weiter, bis es so verfilzt ist, dass es auf der Stelle stehen bleibt.
Das Fazit? Filz ist stabil und kaum zu zerreissen. Aber durch seine Struktur so steif und unflexibel, dass es das Endprodukt oft nicht unterstützt, sondern einengt.
Mein Wunsch wäre, dass mehr Menschen den Mut hätten, ihre Meinung zu sagen, auch wenn das zur öffentlichen Schelte führt. Denn nur so kann den verfilzten Hirnen der Engdenker Paroli geboten werden.
Es gibt einen schönen Spruch von Charles F. Kettering, General Motors Research Corporation:
In einer Fünftelsekunde kannst Du eine Botschaft rund um die Welt senden. Aber es kann Jahre dauern, bis sie von der Außenseite eines Menschenschädels nach innen dringt.
Frohes Intrigieren wünsch ich.
Was kostet eigentlich eine Eintrittskarte für so ein Boxevent? Vielleicht eine Karte ganz nah am Geschehen? 800 Euro?
Laut Internet kostete die Karte im Innenraum inklusive Zugang zur Klitschko-VIP-Lounge (was zum Teufel soll das sein? Einmal so nah dran sein, um den Schweiß ablecken zu können?) bis zu 751 Euro. Regulär.
Und ich stell mir diese geldstinkenden Säcke und Dekomäuse vor, die voller Erwartung eines erotisch-brutalen Gemetzels ein paar Meter vor ihren Augen angehübscht und stillos ihren Champagner trinken und eben dieses Geld für ein Ticket bezahlt haben.
Nach endlos langatmigen Vorgetratsche durch die üblichen Verdächtigen innerhalb der Seile und dem Kampferfahrungsreport, den eh die Hälfte der Leute nicht verstanden hat, da sie entweder keine Englisch-Kenntnisse haben oder es ihnen schlicht und ergreifend an Hirnzellen mangelt, begann dann auch mal der Kampf.
Und endete so schnell, wie er begonnen hat. Nach knapp eineinhalb Minuten in der zweiten Runde ging die Haugurke zu Boden und zerstörte die Hoffnung auf einen spannenden Kampf über vielleicht sogar acht Runden. Selbst mit fünf wäre man ja fast noch zufrieden gewesen. Geholfen hat alles Wunschdenken nichts und die teuren Karten für die spannenden Plätze waren so lächerlich, wie der Auftritt des Ami-Kloppers.
Was in der VIP-Lounge als Ausgleich passierte, sei dahin gestellt. Aber es muss ein Knaller gewesen sein, um die ChiChi-Damen bei Laune zu halten und den Männern das Gefühl von “jetzt hab ich es der Vorbaukönigin aber gezeigt” zu geben.
Denn viele Männer müssen sich bekannterweise durch Imponiergehabe ein Gefühl von Männlichkeit einreden, um den sexuellen Anforderungen ihrer deutlich jüngeren Begleiterinnen (wahrscheinlich sind die Schülerausweise gefälscht) gewachsen sein zu können. Aber das ist wieder ein anderes Thema.
Sie schwanken von der linken zur rechten Seite des Gehwegs, das einzige, was sie fortbewegt ist die Trägheit der Masse: wenn sie einmal in Bewegung gekommen sind, kann nur noch bergauf sie aufhalten…
Ich schreibe über Walrossmütter. Mir ist da vorhin eine über den Weg gelaufen. Die Meinung, dass Schwangere nicht für Zwei essen müssen, scheint noch nicht zu ihr vorgedrungen zu sein. Gemächlich, flankiert vom nicht so stolz aussehenden Vater des werdenden Heulers, folgte sie mit wassertragenden Beinen den umso stolzer aussehenden baldigen Großeltern.
Bei näherem Hinsehen zur Leitkuh kann man ahnen, dass die Leibesfülle auch durch die Genetik nicht in andere Bahnen gelenkt wird. Doch irgendwie sträubt sich in mir alles, die Haare stehen zu Berge, wenn ich dieses Rumgequaddel sehe, das sich schwanger nennt. Passender wäre definitiv der Ausdruck “austragend”.
Kurz war ich gewillt freudestrahlend auf sie zu zu stürmen und ihr ein herzliches “Wow, Zwillinge! Oder hat es vielleicht doch einen Rüssel?” entgegen zu schleudern. Abgehalten hat mich davon lediglich – nein, nicht meine gute Erziehung, die habe ich schon vor Jahren zu Gunsten des Humors auf Kosten anderer vergessen – die Angst vor einer körperlichen Konfrontation.
Die Vorstellung, von einem Lymphflüssigkeit und Hämorrhoiden geplagen Muttertier umgeschubst zu werden, hat mir nicht behagt. So wenig, wie z.B. selbst zu etwas werden zu müssen.
Aber das ist wieder ein anderes Thema.
“Wir möchten die Werbekosten senken.”
Das ist ein Satz, bei dem sich mir mittlerweile die Nackenhaare aufstellen. Denn der heißt so viel wie: arbeite unter Wert oder wir suchen uns jemanden, der so blöd ist, es zu tun.
Die Krönung des ganzen ist dann die Ausschreibung eines Pitches. Und der läuft folgendermaßen ab: Firma X bittet Werbeagenturen und Grafikanbieter, ihnen Arbeitsproben zukommen zu lassen. So weit, so gut.
Danach sucht sich die Firma die raus, die ihrer Meinung nach was können. Diese wenigen bekommen dann ein Briefing, in dem ihnen mitgeteilt wird, was sie tun sollen. Meist geht es um die Erstellung eines Corporate Designs mit Umsetzung in den verschiedenen Print- und Onlinebereichen des Unternehmens. Natürlich nur in Form einiger Beispiele. Aber bitte voll ausgereift.
Und das, was dann am besten gefällt, wird ausgewählt. Derjenige darf dann den Rest des Auftrags – zum vorher festgelegten Preis, nicht etwa bemessen nach Aufwand – zu Ende bringen.
Hierzu möchte ich allen Sparbrötchen, Taschenigeln und Schwabenverstehern folgenden Artikel empfehlen:
http://www.kampagnenstart.de/2005/05/24/konnen-sie-auch-altweiss
Und nicht nur in diesen Pitch-Geschichten manifestiert sich die mangelnde Wertschätzung von grafischer Arbeit, zu der durchaus auch eine Menge Kreativarbeit (Kopfarbeit) und Fleißarbeit gehören. Auch die kleineren Firmen und Vereine meinen mittlerweile, sie könnten Qualitätsarbeit zu Billiglohn bekommen. Das ist vergleichbar mit dem Wunsch Mercedes zu fahren und einen Seat Marbella bezahlen zu wollen. Jeder Autohändler würde ich schallendes Gelächter ausbrechen.
Aber leider dürfen sich im grafischen Gewerbe auch Laien, Abendkursabsolvierer und Corel-Fummler großmäulig als Grafiker bezeichnen und täuschen so eine Qualitätsarbeit vor, die nicht geleistet werden kann. Der dumme Kunde sieht die Fehler leider oft nicht, will es vielleicht auch nicht. Der Fachmann schlägt die Hände über dem Kopf zusammen, wenn mal wieder die Satzfehler und Gestaltungsalpträume bar jeden Goldenen Schnittes den Markt überfluten.
Und dem Unternehmen im Endeffekt einen kapitalen Imageschaden zufügen, da das Urteil der Verantwortlichen nicht mal soweit reicht, bei der eigenen Darstellung auf Qualität zu setzen – wie soll man ihnen dann abnehmen, dass sie ihre Kunden anders behandeln…
Also, Kunden, denkt drüber nach, was ihr da tut! Und schämt euch danach in Grund und Boden.
Was ist der Unterschied zwischen Bruno und Knut?
Und damit ist kein Regalsystem von Ikea gemeint.
Richtig: Knut ist weiß, Bruno war braun.
Und noch ein Unterschied fällt auf: Knut ist klein, Bruno war groß.
Ein weiterer, der für Bruno ziemlich entscheidend sein dürfte, bzw. eigentlich nicht mehr: Knut lebt, Bruno ist tot.
Was mich nun stutzig macht ist die Tatsache, warum ein kleiner Bär, der weiß ist, zum Kultobjekt einer ganzen Stadt wird und im Sturm die Herzen der Republik zu erobern droht, und ein großer brauner Bär ein Problem ist.
Man könnte das nun auf die Spitze treiben und die Ursache hierfür in den Ländern und deren Regierung (rot gegen schwarz) suchen. Oder gesamtdeutsch noch tiefer in die Satirekiste greifen.
Wenn man jedoch jede politisch-angehauchte Vermutung (die eindeutig satirisch gemeint sind! Was noch mal zu betonen wäre für alle Online-Abmahner, Rechtsanwälte und Oberaufseher) außen vor lässt und mal überlegt, warum in einem Teil des Landes ein Bär ein Problem ist und in einem anderen geliebt, so fällt einem kein wirklich vernünftiger Grund ein.
Außer vielleicht das Prinzip Freiheit: der, der gehen konnte, wohin er wollte, musste aufgehalten werden. Der, der eingesperrt ist und sein Leben hinter hohen Mauern und Wassergräben verbringen wird, darf leben. Ungerecht irgendwie, oder?
Und weil wir Bruno nicht wieder auferwecken können, sollten wir Knut erschießen. Nur so, weil es ja irgendwie gerechter wäre.
Aber Gerechtigkeit ist wieder ein anderes Thema.





Senf dazu