Sie schwanken von der linken zur rechten Seite des Gehwegs, das einzige, was sie fortbewegt ist die Trägheit der Masse: wenn sie einmal in Bewegung gekommen sind, kann nur noch bergauf sie aufhalten…
Ich schreibe über Walrossmütter. Mir ist da vorhin eine über den Weg gelaufen. Die Meinung, dass Schwangere nicht für Zwei essen müssen, scheint noch nicht zu ihr vorgedrungen zu sein. Gemächlich, flankiert vom nicht so stolz aussehenden Vater des werdenden Heulers, folgte sie mit wassertragenden Beinen den umso stolzer aussehenden baldigen Großeltern.
Bei näherem Hinsehen zur Leitkuh kann man ahnen, dass die Leibesfülle auch durch die Genetik nicht in andere Bahnen gelenkt wird. Doch irgendwie sträubt sich in mir alles, die Haare stehen zu Berge, wenn ich dieses Rumgequaddel sehe, das sich schwanger nennt. Passender wäre definitiv der Ausdruck “austragend”.
Kurz war ich gewillt freudestrahlend auf sie zu zu stürmen und ihr ein herzliches “Wow, Zwillinge! Oder hat es vielleicht doch einen Rüssel?” entgegen zu schleudern. Abgehalten hat mich davon lediglich – nein, nicht meine gute Erziehung, die habe ich schon vor Jahren zu Gunsten des Humors auf Kosten anderer vergessen – die Angst vor einer körperlichen Konfrontation.
Die Vorstellung, von einem Lymphflüssigkeit und Hämorrhoiden geplagen Muttertier umgeschubst zu werden, hat mir nicht behagt. So wenig, wie z.B. selbst zu etwas werden zu müssen.
Aber das ist wieder ein anderes Thema.




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