Filzhüte, Filzpantoffeln, Filzaccessoires… Alles wunderbare Artikel aus dem verfilzten Material, das auch zum Sinnbild für die Verflechtungen in Firmen, Städten und Vereinen geworden ist. Warum? Richtig, weil nichts so engmaschig, nichts so untrennbar miteinander verbunden ist, wie die einzelnen Fasern des beliebten Zusammenseins.

Die Vorteile? Deppen bekommen Chancen, ungeachtet ihrer fachlichen Qualifikation. Über Fehler wird hinweggesehen – oder sie werden einfach geleugnet, ignoriert. Ja-Sager und Systemschleimer, Po-Schlürfer und Meinungsverweigerer werden gepushed, befördert und so lange im Ganzen mitgeschleppt, wie sie auf Meinungskurs der Daumen-hoch/Daumen-runter-Geldgeber bleiben.

Die Nachteile? Vielfältig. Zum Beispiel werden städte- oder firmenfördernde Entwicklungen verpasst, weil man jeden guten Ratschlag der Fachleute zu Gunsten der Fachidioten (aber mit dem Firmenchef verwandt oder verschwägert) überhört. Auch die finanziellen Nachteile, die durch Imageverluste oder Besuchsabgänge entstehen, werden einfach ignoriert oder als Spinnerei der Neider abgetan.

Die Krönung ist dann oft der Versuch, die Querulanten und Kritiker durch Drohungen, Diffamierungen und Rufmord zum Schweigen zu bringen, um sich nicht in der heilen Welt der Filzer stören lassen zu müssen.

Und so dreht sich das Karussell immer weiter, bis es so verfilzt ist, dass es auf der Stelle stehen bleibt.

Das Fazit? Filz ist stabil und kaum zu zerreissen. Aber durch seine Struktur so steif und unflexibel, dass es das Endprodukt oft nicht unterstützt, sondern einengt.

Mein Wunsch wäre, dass mehr Menschen den Mut hätten, ihre Meinung zu sagen, auch wenn das zur öffentlichen Schelte führt. Denn nur so kann den verfilzten Hirnen der Engdenker Paroli geboten werden.

Es gibt einen schönen Spruch von Charles F. Kettering, General Motors Research Corporation:
In einer Fünftelsekunde kannst Du eine Botschaft rund um die Welt senden. Aber es kann Jahre dauern, bis sie von der Außenseite eines Menschenschädels nach innen dringt.

Frohes Intrigieren wünsch ich.