Man merkt, dass in den nächsten Tagen ein Feiertag bevorsteht: die Supermärkte wimmeln wieder von Dosenkutschen-Schiebern, die Angst vorm Verhungern haben. Es könnte ja sein, dass man trotz Fast-Food-Ketten und 24-h-Tanken keine Chance auf ein bisschen Futter hat.

Macht ja auch Sinn: samstags steckt man die Omma hinten in den Kofferraum, Vatter macht noch schnell die Bierkiste zum Frühstück leer, um die leeren Flaschen wegbringen zu können und Mutti pudert noch die Hochsteck-Zotteln – und ab gehts in den Supermarkt. Dort werden alle Familienmitglieder mit Einkaufswagen ausstaffiert und um dann geht der Run auf Frischgeflügel und Salatmayonaise los.

Die besten Kotelettes findet Vatter, Mutti ist noch nicht mal in der Frischeabteilung, sondern lästert noch mit Frau Schmitt in Höhe der Bäckerei über “den Heinz sei Neue”, die einfach viel zu “uffgebrezelt” um die Ecke kommt und Omma hat man im Auto vergessen.

Dort stehen dann auch schon die ersten Gaffer vorm Fenster und schließen Wetten ab, wie lang sie in der Hitze aushält bei geschlossenen Fenstern.

Nach gefühlten drei Stunden sind dann die Wagen voll und alle sieben können zur Kasse geschoben werden. Nach dem Bezahlen nimmt man noch vier Brotlaibe mit, um auch ganz sicher zu sein, dass niemand den Hungertod sterben muss und rettet die Oma vorm Backofen-Infarkt.

Die Einkäufer, die den Fehler gemacht haben, nach 10 Uhr am Samstag morgen noch einkaufen zu wollen, dürfen sich dann mit den übrigen um die Reste kloppen, die die Senioren, Kampfkäufer und Hamster-Shopper noch übrig gelassen haben.

Ich hasse Feiertage. Man glaubt, es sei Krieg.