Viertel nach 10 und ich sitze vor meine weißen Scribbleblock (ja, meine ersten Ideen versuche ich immer klassisch zu visualisieren) und habe keine Idee. Müsste aber bald mal eine haben. Denn der Kunde hätte gern eine. Bis Donnerstag, wenns geht. Bitte.
Und so hänge ich hier mit weichem und abgerundetem Bleistift und starre auf das Papier. Weiß ist es. Leer ist es. Zu leer.
Mein erster Versuch ähnelt mit seinem ausgefüllten “o” im Namen dem alten Konica-Logo. “Guck mal, Konica”, denke ich unerfreut und kritzel ein paar Mal quer drüber.
Der zweite Wurf hat dann ein Wirbelsäulen-S im Namen. Idee? Gar nicht so weit entfernt von der Aufgabe, geht es doch um den Arzt einer orthopädischen Chirurgie. Ist aber doch sehr oft gesehen. Gut, man könnte das “S” im Namen durchaus verwirbelsäulen. Aber will ich das? Ich kritzel die Wirbelsäule nicht durch und beginne etwas weiter unten wieder zu scribbeln.
Ein Bogen. Unten. Ooooch, watt langweilig. Außerdem hab ich das schon mal gemacht. In der Art. Und ich imitiert mich nicht selbst. Das überlasse ich anderen.
Der Arzt ist Künstler. Vielleicht seine Unterschrift als Logo? Naja, erkennt wahrscheinlich keine Sau, was das heißen könnte. Also, gar nicht erst anfangen damit.
Kurz vor 11. Das Papier ist immer noch mehr weiß, als grau und die Ideen sind immer noch nicht da.
Ich glaube, ich klapp das Buch mal zu und geh einen Kaffee trinken. Man sollte die Gedanken nicht so einengen und auf Kommando dann hervorkitzeln. Sondern ihnen die Chance geben, sich selbst aus dem Hut zu zaubern. Tataaaa, da bin ich. Wie das weiße Kaninchen.
Hauptsache, es hüpft nicht schneller weg, als ich es schlachten kann. Bald ist Donnerstag…
Nachtrag
Scheinbar macht mir das Schreiben über keine Ideen neue Ideen. Denn kaum, dass ich diesen Artikel verfasst habe, meldete sich eine dieser verflixt scheuen Ideen und bat um Realisierung. Nun schauen wir doch mal, was der Kunde zum Entwurf sagen wird ![]()




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