You are currently browsing the monthly archive for Januar, 2008.
Vom Wortteufelmann zwei Schaschlikspieße mitgebracht bekommen, danach Couchgekuschel, dann romantisches “Unsere Erde – der Film”-Internetseitengucken mit ganz vielen süßen Tieren und jetzt die Flasche Rotwein…
Da muss ich doch einfach gesund werden, oder?
(Jetzt fehlt nur noch das Rezept von der Tilla…)
Watt bin ich froh, hömma, datt ich heute so erkältet bin. Karneval, bleib mir bloß wech damit.
Ach, Schatz. Du bist einfach der Beste!
Nicht nur, dass Du mir Essen bringst und den Fernseher das Feuer anmachst – nein, Du schaffst es auch, mich in miesester Stimmung anzutreffen und trotzdem zum Lachen zu bringen.
Wenn ich krank bin, möchte ich von niemand anderem gesund gepflegt werden. Keiner kann besser Wärmflaschen machen, als Du. Und bei niemand anderem schmeckt der Tee so liebevoll bereitet. Deine Wollmützen sind doch die besten und deine Bettdecke macht viel wärmer.
Ein Couchabend mit Dir ist wie Schokoladenpudding mit Schokoraspeln. Und kein Schauspieler dieser Welt hätte nur die Chance, Dir die Sahnehäubchenposition streitig zu machen.
Dein Waschbärbauch ist mir immer ein Kuschelkissen und Deine Arme ein schützender Halt, wenn ich mal wieder nicht in den Schlaf finden kann. Deine Worte machen mir ein warmes Gefühl im Bauch und lassen mich wissen, wo ich zuhause bin.
Du bist der, der mich anfeuert, wenn ich auf der Strecke nicht mehr weiter komme und Du bist der, der mich im Ziel in die Arme nimmt und mich hochhebt. Du hilfst mir über die trüben Stunden mit deinem Schmunzeln hinweg und zeigst mir auch im Winter, wie viel Sonne in einem Regentag stecken kann.
Dein Stirnrunzeln verrät, wenn Du mich durchschaut hast, dein amüsisiert strafender und wissender Blick lässt meine Wurst- und Schokoladenmopsereien doppelt so lecker schmecken und niemand kann so sinnlich den Kochlöffel schwingen, wie Du. Mit niemand anderem macht Küchenwein trinken so viel Spaß und sind die Gespräche tiefgehender oder lustiger.
Dein Blick lässt mich wissen, dass Du mich liebst und einer der schönsten Momente des Tages ist, wenn wir uns abends in den Arm nehmen und ich Deinen Geruch in mich aufnehmen kann.
Dann weiß ich: Du bist einfach das Beste, was mir passieren konnte noch vor einer Nacht eingesperrt in einer Wurstfabrik mit internationalen Wurstspezialitäten.
Gedankenfetzen durchziehen meinen Kopf. Seit ich mich heute nach einer weiteren Nacht mit Schlafstörungen aus dem Bett gequält habe, bin ich genervt. Der Kunde kündigt Infos an, ohne die ich nicht weiterarbeiten kann. Aber liefert sie nicht. Mir ist kalt und meine Nase macht der von Lassie Konkurrenz. Zum Glück ist mein Geruchssinn nicht so gut ausgeprägt, sonst würde ich wohl den Nachbarn von unten drunter zerfleischen, aus dessen Wohnung es immer irgendwie muffig riecht. Aber er lebt noch. Jedenfalls hört man ihn. Wenn er nachts telefoniert, morgens lautstark aufsteht. Nur beim Rausgehen hört man ihn nicht. Da schleicht er heimlich die Holztreppen, die sonst bei jeder Berührung knarzen, hinunter und *schwupps* aus dem Haus. Für einen (geschätzten) 120 Kilo-Mann keine schlechte Leistung. Sein neuester Sport ist übrigens das Fußmattenspiel. Er verschiebt immer die Fußmatte am Fuß unseres Treppenabsatzes. Wir sind noch nicht dahinter gekommen, warum. Aber vielleicht stört eine geradeliegende Matte seinen optischen Gesamteindruck.
Mir ist jedenfalls kalt und meine Nase läuft. Ich mache mir einen Tee und warte auf die Kundeninfos. Mein Tee hört auf den grandiosen Namen “Momente der Versuchung” und soll eine Kräuterteemischung mit Kakaobohnen und Karamell sein. Mit dem Süßstoff drin, den ich verwende um meinen Zuckerkonsum zu reduzieren, schmeckt er wie Spülwasser und ich überlege, wie diese Pflanze heißt, die 50x süßer als Zucker sein soll – und für Diabetiker geeignet. Also auch für Leute, die ihren Zuckerkonsum reduzieren wollen. Oder was ist mit diesem Canderelzeuchs? Ich muss das mal testen. Besser als Spülwasser ist es bestimmt.
Ich sitze hier und mir ist immer noch kalt. Mir fällt noch ein bisschen was ein, was in die Kategorie “Wissen, das die Welt eigentlich nicht braucht” einzusortieren wäre. Über den Kopf verlieren wir 30% unserer Körperwärme. Ist das so? 30%? Ich weiß es nicht und ziehe mir sicherheitshalber eine Mütze auf den Kopf. Eine schwarz-lilafarbene Mütze. Von den Filzdiven aus Berlin. Und einen Pashminaschal in rosa. Ich sitze also auf der Couch, habe eiskalte Finger und trage Mütze und Schal.
Hunger hab ich auch. Weil der Kunde sich melden wollte, habe ich das wöchentliche Essen bei den Schwiegerleuten abgesagt. Donnerstags mittags gehen wir immer essen da. Ein Kompromiss. Wenn es nach denen ginge, könnten wir jeden Tag kommen. Oder jeden zweiten. Wenn es nach uns ginge, alle zwei bis drei Wochen. Die wöchentliche Mittagspause ist also ein Kompromiss, mit dem alle gut leben können. Nur ich heute nicht, weil ich Hunger habe und weiß, dass der Wortteufelmann grade da sitzt und wahrscheinlich was furchtbar leckeres zum Essen bekommt.
Ich lese den Geburtsbericht von Giftzwerg und habe Pipi in den Augen. Himmel. So ein ehrlicher, ungeschönter und ergreifender Bericht über eine Geburt. Nichts verklärendes, nichts übertriebenes. Ehrlich. Und ich bewundere alle Frauen, die so mutig sind, dass sie sich innerlich von so einem Zwerg zerreißen lassen und das durchstehen – auch, wenn es nicht immer so schlimm sein mag: toll ist es sicher nicht.. Ich freu mich über die Bilder und muss grinsen über das Bild mit der kleinen Stöpselnase. Mir fällt der Fuß vom Drei-Kaiser-Kind ein, der sicherlich zwickt und piekt und den kleinen Kaiser und seinen Eltern so viele Sorgen bereitet hat. Und ich denke daran, wie die drei jeden Abend hoffen, dass die Nacht ruhig wird. So wie auch bei Ami zuhause. Und so vielen anderen, die jede Nacht um Schlaf kämpfen. Jede Nacht. Wie nervenaufreibend.
Mir ist immer noch kalt und ich schniefe vor mich hin. In der Post war heute wieder viel zu viel Werbung für Dinge, die ich einfach nicht brauche. Ich brauche einfach keinen Mailingkatalog mit einem selbstgestalteten Titelbild darauf. Nein. Vor allem nicht, wenn der mich so viel kostet. Und ich den von der Firma ohne selbstgestaltetes Titelbild für lau bekommen. Ich bin ein Ein-Frau-Betrieb. Ich habe keine vierzig Angestellen, die zu Gunsten des Corporate Designs passende Mailingkataloge in den Händen halten müssen.
Meine Gedanken schweifen zu Anitz und Aiofe, die zeitgleich mein zitiertes Buch erraten haben. Ich überlege, wie ich an Anitz Adresse komme und welche kleinen Überraschungen passend wären. Ich denke an Britney Spears, die angeblich ein bisschen ausgetickert ist und stelle fest, dass das nichts mit dem Buch zu tun hat. Aber es ging einfach im Kopf rum.
Eine Bloggerin war gestern wohl bei Stefan Raab im Bilde. Ich habe leider weder die Sendung gesehen, noch wusste ich rechtzeitig Bescheid, so dass ich mir nicht mal die Bloggerin hätte anschauen können, von der ich schon so viel gelesen habe. Meine Kundeninformation ist immer noch nicht da. Ich rieche das Brot im Brotbackautomaten, das ich vorhin angestellt habe und bekomme noch mehr Hunger. Ein Nutellabrot muss her. Und die Füße müssen warm werden. Sie sind ähnlich kalt, wie meine Nase. Nur der Kopf ist warm. Wahrscheinlich wegen der Mütze. Wenn die verhindert, dass die vollen 30% Körperwärme verloren gehen, dann möchte ich nicht wissen, wie kalt mir ohne Mütze wäre. Die Heizung ist an.
Während die meisten Leute Heizkosten nachzahlen müssen, bekommen wir fast 200 Euro zurück. Das ist nicht schlecht. Ich beneide trotzdem die Schwiegerleute, die nächste Woche nach Südafrika reisen. Drei Wochen Rundreise. Wie unglaublich schön muss es dort sein. Und meine Kundeninfos sind immer noch nicht im Posteingang. Ich hätte mit Essen gehen können. Vielleicht wäre mir dann auch nicht mehr so kalt.
Ich denke an Frau S. aus V., die mir eine Email geschrieben hat und sagte, ich solle mir keinen Stress machen mit dem Date. Aufträge gingen vor. Nun hätte ich noch eine Termin für sie gehabt, an dem der Wortteufelmann bei einer Ehrung hilft. Also den ganzen Abend unterwegs ist. Nur stelle ich beim Blick in den Kalender fest, dass ich an dem Tag bei einer Veranstaltung im Römer bin. Ja, ganz toll. Warum weiß ich nicht. Die Oberbürgermeisterin lädt ein. Warum mich, weiß ich auch nicht. Ich geh da mal hin und guck, ob es was zu Essen gibt. Falls nicht, geh ich wieder…
Meine Haut spannt sich im Gesicht. Seit zwei Tagen reagiert meine Haut auf den Stress und beglückt mich mit drei Pickeln. Vielleicht sind das auch nur die Nebenwirkungen der Spuckpromibilder aus der Presse. Jedenfalls habe ich heute mal komplett auf Kriegsbemalung jeglicher Art verzichtet und mir statt dessen eine Honig-Quark-Maske aufs Gesicht gepinselt. Selbst angerührt, versteht sich. Soll ja beruhigen und die Haut entspannen. Tut es auch. Aber nicht an den Stellen, die so brüchig sind. Um die Nase rum. Oder an den Lippen. Ich habe spröde Lippen und denke an die Werbung mit der Frau, die sich den Wollpulli über das Gesicht zieht und die Lippen voll mit Wolle hat. Könnte mir auch passieren. Vielleicht habe ich deshalb einen glatten Wollpulli an? Aber egal, welchen Pulli ich heute anhabe: mir ist und bleibt kalt.
Ich muss noch einkaufen. Diverse wirklich wichtige Grundhaushaltsprodukte wie Klopapier, Milch und Mineralwasser sind auf. Und meine heißgeliebten Nappalederstiefeletten müssen neu besohlt werden. Ich glaube, ich fahr ins nahe gelegene Einkaufscenter. Da gibt es eine Filiale dieser “Absatzreparatur in kurzer Zeit”-Geschäfte. Das Klackern der Pfennigabsätze ist doch recht laut, wenn der Gummischutz weg ist… Mir ist immer noch kalt und die Kundeninfo ist immer noch nicht da. Das einzige, was meinen Posteingang verstopft sind Spammails. Ich gewinne scheinbar ständig bei Lotterien, bei denen ich nicht mal mitgemacht habe. Und in Ländern, von denen ich nicht mal zu träumen wage. Dazu dann noch die obligatorischen Penisverlängerungen und Mittelchen zur Potenzsteigerung. Und alle wollen immer nur meine Kontoverbindungen haben…
Ich ärgere mich maßlos, dass ich nicht mit zum Essen gegangen bin. Ich hätte es wissen müssen, dass der Kunde sich nicht meldet. War ja klar, irgendwie. Und ich sitze hier wieder und warte, weil er sich angekündigt hat. Ich sollte das unterlassen. Ich sollte meinen Tagesplan nicht von Kunden abhängig machen. Das bringt nichts… Ich werde heute aber auch nicht mehr zum Einkaufen fahren. Ich stecke mir gleich die Kopfhörer in die Ohren, lege mich ins Bett und höre mir ein Hörspiel an, während meine Füße und meine Nase auftauen. Dann schreibe ich in Ruhe einen Einkaufszettel, nehme mir ein Glas Wasser aus dem Wasserfilterbehälter (zwar ohne Sprudel, aber auch durstlöschend…) und gehe sparsam mit der letzten Rolle Klopapier um. Dann können wir morgen gemeinsam Einkaufen gehen und ich hab dabei nicht so Langeweile.
Und bestimmt, ganz bestimmt meldet sich der Kunde genau in dem Moment, wenn ich mich ins Bett lege…
Kiwi hat mich beworfen. Ein Buchstock.
1. Nimm das nächste Buch in deiner Nähe mit mindestens 123 Seiten.
2. Schlage Seite 123 auf.
3. Suche den fünften Satz auf der Seite.
4. Poste die nächste drei Sätze.
5. Wirf an fünf Blogger weiter.
Als Dóra den Namen hörte, kam ihr sofort das Gesicht des Mannes, den sie am Mittag im Speisesaal gesehen hatten, in den Sinn. “Ja, natürlich. Ich habe ihn heute zu Mittag gesehen und vor kurzem einen Artikel über ihn in der Zeitung gelesen.
So. Fünf Blogger klappt nicht. Die haben das alle schon. Aber der erste, der errät, aus welchem Buch das ist, der bekommt eine kleine Überraschung…
WARNUNG: Menschen, die leicht zu beekeln sind oder einen nicht so starken Magen haben, sollen bitte nicht weiterlesen
Ich möchte ja nicht, dass es noch mehr Lesern schlecht wird…
Heute gingen die Bilder durch die Presse, auf denen eine dieser C-Promis einem anderen Menschen eine Flüssigkeit, laut Berichten Alkohol, in den Mund spuckte.
Und ich finde, es gibt kaum etwas ekligeres. Sind wir doch mal ehrlich: wissen wir, was der andere grade noch im Mund hatte? Ob der C-Promi vielleicht Popel isst? Oder was der spuckende vorher so alles im Mund hatte? Vielleicht hatte er or.al.en Se.x? Ich muss kotzen bei dem Gedanken. Oder der Spuckende vielleicht vorher?
Ähnlich widerlich finde ich das Trinken aus Bauchnabeln (allein die Vorstellung, dass da jemand nicht ganz so penibel bei der Reinigung ist und noch Fussel oder Schweißreste da drin hängen…) oder aus Schuhen. Pumps. Ekelig. Der Gedanke, dass jemand Champagner aus einem Schuh trinkt, der vielleicht grade noch an einem Fuß mit Pilzbefall, Hornhautraspeln oder Hühneraugen gesteckt hat… Kann der Trinkende denn wissen, ob die Trägerin (der Träger?) des Pumps da nicht vorher stundenlang Schwitzfüße drin gehabt hat? Eingequetscht in Lackpumps mit Schweiß zwischen den Zehen?
Ganz ehrlich, wenn das ein Trend in den Clubs dieser Welt wird, steig ich in die Kotztütenproduktion ein und verkaufe die Dinger vor den Lokalitäten – ein Markt wäre sicher da.
Zum Erbrechen. Wirklich.
Mit Klofrauen habe ich schon die tollsten Geschichten erlebt. Ich mag Klofrauen und unterhalte mich gerne mit ihnen – schließlich bekommen sie mehr mit, als ein Frisör.
Und so ist die Liste meiner Klofrauenerlebnisse lang.
In Berlin traf ich in einem Shoppingcenter im Dezember auf eine eher kampfwütige Klofrau, der ich gerne eine Beschwerde eingebrockt hätte, wenn nicht die Aufregung und die Ablenkung in der Vorweihnachtszeit mich davon abgehalten hätten. In diesem Shoppingcenter Nähe Potsdamer Platz suchte ich die Toilettenräume auf und sah mich einer verdammt langen Schlange von Wartenden entgegen. Nun denn, watt mutt datt mutt. Ich stellte mich also hinter die 15 anderne Frauen und wartete circa 20 Minuten. Dann stand ich vorne. Und sah, wie die Klofrau hinter jeder der Frauen die Klobrille abwischte – mit ein und demselben Lappen. Ich trat einen Schritt in den Klogang und wurde von ihr unwirsch zurück gestoßen mit den Worten “Ey, sie sind noch nicht dran. Erst mach ich sauber.” Ich schaute sie entgeistert an und fragte: “Doch wohl nicht mit dem Drecklappen, mit dem sie die Pisse von wer-weiß-wie-vielen vor mir schon abgewischt haben?” Sie ließ sich nicht beirren, nahm den widerlichen Lappen und putzte über die Brille. Sagte: “Wenn es ihnen nicht passt, können sie sich ja beschweren.” “Das werde ich auch tun,” sagte ich. “Wie ist ihr Name?” Sie stutzte, wurde etwas konzeptlos. Dann sagte sie “Datt geht sie jaanix an.” “Doch”, widersprach ich ihr. “Ich werde mich nämlich über ihr Verhalten und ihre gesundheitsschädliche Arbeitsweise beim Centermanagement beschweren. Also, zacki, ihren Namen. Sofort.” Sie wurde sehr blass, nannte mir stotternd ihren (?) Namen (oder doch den der ungeliebten Kollegin?) und verschwand in ihrem Kabuff. Hoffentlich, um einen neuen Lappen zu holen für die nächste Dame – die sich übrigens entgeistert umdrehte und unverrichteter Dinge abzog.
Eine andere Klofrauengeschichte ereignete sich vor der Toilette eines Schnellrestaurants in Frankfurt. Ich musste mal. Dringend. Und suchte die Toilettenräumlichkeiten im Untergeschoss auf. Die Toiletten waren jedoch in einem Zustand, der mir schlagartig alles zusammen krampfte und wieder nach draußen trieb. Ich ging leicht würgend an der Klofrau vorbei, die mich anschrie, ich solle ihr gefälligst Geld für die Toilettennutzung geben. Darauf wies ich sie auf den Zustand der Räumlichkeiten hin, weigerte mich zu zahlen und drehte mich um zum Gehen. Was sie mir da hinterher rief war eine Mischung aus Voodooformel und sonstigen Flüchen. Es fielen die Worte “Ich verfluche dich! Ich verfluche dich!” Was mich zur Umkehr animierte. Ich beugte mich zu ihr hinab, setzte meinen bösesten, wirrsten Blick auf, kam ihr ganz nah und sagte: “Das bin ich schon!” Dann ein diabolisches Lachen. Sie wurde sehr blass. Bei unserem nächsten Besuch dort unten (ich bin ja schon neugierig) saß dort jemand anderes…
Oder die Sache mit der Klofrau, die bei einem örtlichen Dorffest immer zugegen ist. Mit ihr hatten wir damals, als wir für einen örtlichen Verein auf dem Bierwagen standen um zu zapfen, den Deal ausgehandelt ihr Hütchen (Anmerkung: Asbach/Cola) zu bringen, um kostenlos die Toiletten nutzen zu können. Leider trank sie ungern allein… Und da ließ ich mich dazu überreden, immer ein Hütchen mitzutrinken. Nun mag ich keine Hütchen. Nein, überhaupt nicht. Ich mag auch kein Asbach. Aber anderes gab es nicht und so wählte ich das kleinere Übel und trank Asbach pur. An dem Abend klaute ich vom Bierwagen die 3-Liter-Asbach-Flasche und stritt mich mit einem Fußballer darum. Später am Abend versuchte ich über einen Torbogen zu klettern und sprach wildfremde Menschen an. Den Wortteufelmann hats amüsiert, ich traute mich circa ein halbes Jahr lang nicht mehr unvermummt aus dem Haus. Von der Klofrau hörte ich später, sie habe im Vollrausch einen Gast im Toilettenwagen eingesperrt uns sei nach Hause gewankt. Der Klogast wurde von der Polizei befreit…
Meine heutige Klofrau in einem Parkhaus in einer bekannte Kurstadt hier in der Gegend war wieder sehr nett und sie hielt mir sogar die Tür auf. Sie grüßte jeden, der an ihr vorbei kam und lächelte freundlich. Ihr Putzzeug war desinfizierend und sie ließ anschließend das Desinfektionsmittel einwirken, bevor man die Toilette wieder benutzen durfte. Na also, geht doch. Da geb ich auch Geld.
Ich muss gestehen, ich könnte einen Pinkelführer schreiben. Ich kenne alle Raststättentoiletten zwischen Hamburg und Frankfurt und weiß, wie weit ich noch fahren muss, um ein Sanifair mit gutem Reinigungspersonal zu finden – und wo ich auf keinen Fall anhalte, egal wie doll ich mal müsste…
Ja, wenn einer auf die Toilette muss, dann kann er was erzählen…
Aaaah. Oooh. Ach sooo. Soo war das gemeint.
Nun denn. Dann komm ich mal vorbei und weiter gehts.
(Der Babelfisch ist schon eingepackt…)
ich weiß, Du liest hier. Regelmäßig. Von wegen Update und so. Und ich wollte doch mal ganz kurz anmerken, dass ich Dich nicht vergessen habe, zur Zeit nur in Arbeit er-sau-fe.
Die Nummer vier aus zwei Posts drunter ist vielleicht am 14. abends in irgendeinem Gremium unterwegs und vielleicht würde es dann ja klappen, dass Du eventuell hier auf ein bis drei Flaschen Wein vorbei kämst.
Weil ich brauch ja auch mal ein Update. Und so.
(Und mir war es jetzt wirklich, wirklich, wirklich ein sehr wichtiges Anliegen Dir zu schreiben, hier und heilig, dass ich dauernd an Dich denke und schon ein ganz schlechtes Gewissen habe…)
PS: Danke für die Grüße am Sonntag, die mir der Wortteufelmann von Dir Wählender ausgerichtet hat ![]()
Und was soll ich jetzt tun?
“Erstens wir müßen diese Liste, was ich Ihnen pe e-mail geschickt habe rein bringen. Zweitens einige Bilder sollte man ändern. Drittens. Der Brief sollten man rein schreiben, damit den Grund andeutet. Vierte4ns Irgend ein g Titel Text müßen wir rein schreiben, damit die kunden von weit auch darauf reagieren.”
Tja. Ich glaub, ich ruf morgen mal da an… So. Kann. Ich. Nicht. Arbeiten.
So. Vorab möchte ich den Wortteufelmann mal darum bitten, nicht weiterzulesen. Einfach, weil das jetzt hier ein Frauenpost ist…
Dann möchte ich mich mal bei Stilke für dieses Stöckchen bedanken, das mich hier in wirkliche Krisen und Zwickmühlen stürzt. Wie soll ich noch jemals wieder mit meinem Mann TV schauen, ohne mir die blöden Sprüche anhören zu müssen, wenn einer dieser Kerle auftritt? Mist.
Aber, Stilkes Wunsch ist mir wie immer ein Befehl und so hier meine männlichen Schauspielerfavoriten – wobei ich ganz ehrlich sagen muss, dass ich da wirklich Probleme hatte, weil mir einfach außer meinem eigenen Mann zuhause keine eingefallen sind außer Russell, mit dem mich mein Mann eh schon ständig aufzieht:
So. Und nun muss ich erstmal verschnaufen…
(Vorher werfe ich aber noch zu Phrixus und zu Kiwilover… Und sonst darf es natürlich nehmen, wer möchte… workingmum? Kathy? Tilla? Ami? Frau Antonmann? Düne 7? Yvonne?)
Das war sie dann wohl, die rote Karte für Koch.
Die CDU-Werte rutschen hessenweit in den Keller und der Wähler, von dem Herr Koch vor der Wahl ja immer sagte, er würde schon richtig entscheiden, entscheidet. Aber gegen ihn. Und sofort geht auf Koch-, bzw. CDU-Seite die Suche nach den Schuldigen los.
Laut blöken nun alle Seiten, sie hätten den Regierungsauftrag. Ich muss lachen. Man hat das Gefühl, die CDU macht jetzt die Scheuklappenpolitik: Ach, jaa, irgendwie haben wir zwar von allen Seiten einen dicken Rüffel bekommen… Aaaaaber, aaaaaber wir sind die Regierenden. Wir haben ja den Vorsprung..
Sie reden sich damit raus, dass sie den Wählerwillen durchsetzen möchten. Doch dann haben sie wohl die Zahlen nicht richtig gelesen: Koch hat die CDU mit seiner Politik und seinem Wahlkampf Unmengen an Stimmen gekostet. Wenn die CDU wirklich den Wähler erhören möchte, sollte sie überlegen, ob sie weiter an der Personalie Koch festhalten will…
Aber gut: schauen wir mal, was die nächsten Wochen bringen. Und hoffen wir mal auf die Ampel. Und die Vernunft der Politiker – falls das nicht vom Grundsatz her schon widersprüchlich ist…
Ich schmeiß mir jetzt noch mal eine Rindswurst in die Pfanne, hau mir ein paar Pommes hinter die Kiemen, geh dann wählen und danach wahlhelfen.
Möge die SPD gewinnen und Roland Koch meiner Meinung nach das bekommen, was er sich in neun Jahren erarbeitet hat: die Abwahl.
Schönen Sonntag noch.
Wenn zwei grundverschiedene Menschen aufeinandertreffen, dann zeigen sich die Uerschiede oft in ganz, ganz kleinen Dingen. Zum Beispiel während des Frühstücks.
Als Beispiel nehme man ein ausgiebiges Sonntagsfrühstück vor der Hessenwahl. Es gibt Bauernbrot und pädagogisch wertvollen, weil Ökohonig, pädagogisch schwieriger zu handhabenden Nuss-Nougat-Brotaufstrich, Erdbeer- und selbstgemachte Kürbismarmelade. Dazu einen großen Becker Kaffee, bei dem sich der Unterschied schon bemerkbar macht: einmal schwarz, einmal Kaffee “Tüddel”, also mit allem Getüddel und drum und dran.
Und es gibt Frühstückseier.
Frühstückseier werden auf sehr unterschiedliche Weise zur Strecke gebracht. Bei uns prallen da die weit entferntesten Welten aufeinander: der Henker und der Puzzler.
Henker sind Menschen, die ihren Eiern in einem Ruck, guillotinengleich, den Kopf abschlagen. Mit dem Messer nimmt der Henker kurz Anlauf, visiert die für ihn adäquate Sollschlagstelle an und – vollbringt seinen kurzen, harten Schlag. Dann bereinigt er mit spitzen Fingern den Rand von störenden Schalenspitzen.
Der Puzzler geht da anders vor: mit einem Schwung lässt er den Eierlöffel auf das Eierhaupt niedersausen, zertrümmert dem Ei den oberen Teil der schützenden Schale und macht sich knibbelnd und puhlend mit der Akribie eines Puzzlers ans Werk.
Danach kommt die Phase des Eiessens.
Von den zwei Varianten der “Harteiesser” und “Weicheiesser” möchte ich hier nicht berichten, denn seltsamerweise sind wir da auf einer Linie: Weicheiesser. Beide. Erstaunlich. Also gehen wir gleich zum Punkt des Verzehrens.
Es gibt die, die ein Stück Brot abschneiden, gern schmal und länglich, und dieses Stück in den gelben, weichen Dotter tunken. Wie bei einem Käsefondue tunken sie immer und immer wieder ihre Krumen in das gelbe Herz des Eis und vertilgen so das Innenleben. Danach löffeln sie den Rest.
Die anderen sind Puristen. Sie nehmen einen Löffel. Um das Ei in seiner einzigartigen Pracht und mit seinem eigenen ungetrübten Geschmack zu genießen. (Innerhalb dieser Eierlöffler gibt es noch die Unterkategorien “erst Eigelb, dann Eiweiß” und “alles durcheinander”. Aber das ist vernachlässigbar.)
Uneinigkeit besteht auch beim Finale: während der eine, meist der Puzzler, seine kleinen Schalenstückchen akribisch aufliest und in die leere Eierschale fallen lässt, seinen Eierbecherschalenrand von den kleinen Eierpuzzlestücken befreit, lässt der andere seine Krümel einfach auf dem Eierbecherschalenrand liegen.
Bei uns treffen diese beiden Typen aufeinander und beäugen sich skeptisch beim Eieressen. Er schlägt, tunkt und lässt liegen, ich knibble, löffle und räume zusammen. Ich schaue seine “brutale kalte Eierköpfung” mit schmerzverzerrtem Gesicht an, er hebt die Augenbrauen mitleidend, wenn ich dem Ei langsam die “Haut vom Körper ziehe”.
Er zieht übrigens auch ein Pflaster mit einem Ruck runter und ich zieh es vorsichtig ab.
Was man bei uns daraus ersehen kann? Gar nichts. Nur, dass Gegensätze ganz vortrefflich miteinander leben können. Nur morden dürften wir wohl nie zusammen – wir würden wohl endlose Diskussionen darüber führen, ob Kopf abschlagen oder zu Tode foltern… Oder so.
… weil ich das bei Stilke und Düne 7 sooo süß fand (und bei Frau Antonmann gab es das auch schon, sehe ich grade):
Das Einschulungsfotostöckchen (1982)
(Klick mich)
Leider habe ich kein anderes mehr – die sind in der Kellerüberflutung meiner letzten Wohnung zusammen mit dem Gros meiner Kindheits- und Jugendfotos verloren gegangen…
Noch mehr Einschulung: Hier
Hier Funkstille.
Akute Arbeitsüberlastung.
Hoffentlich bald wieder was Neues hier.
Es wird definitiv Zeit mal früh ins Bett zu gehen, wenn man mit den Händen auf der Tastatur im Sitzen auf der Couch einschläft…

You are The Devil
Materiality. Material Force. Material temptation; sometimes obsession
The Devil is often a great card for business success; hard work and ambition.
Perhaps the most misunderstood of all the major arcana, the Devil is not really “Satan” at all, but Pan the half-goat nature god and/or Dionysius. These are gods of pleasure and abandon, of wild behavior and unbridled desires. This is a card about ambitions; it is also synonymous with temptation and addiction. On the flip side, however, the card can be a warning to someone who is too restrained, someone who never allows themselves to get passionate or messy or wild - or ambitious. This, too, is a form of enslavement. As a person, the Devil can stand for a man of money or erotic power, aggressive, controlling, or just persuasive. This is not to say a bad man, but certainly a powerful man who is hard to resist. The important thing is to remember that any chain is freely worn. In most cases, you are enslaved only because you allow it.
What Tarot Card are You?
Take the Test to Find Out.
Bei Tilla gefunden.
Wenn ein bekannter Expolitiker des Dörfchens in der Presse sagte, Frau Yp.silan.ti habe “wenig im Hirn”, dann ist das nicht ein Zeichen für besondere Sachkenntnis, sondern von schlechter Kinderstube.
Wenigstens zeigt das wohl mehr als deutlich, auf welchem Niveau manche Parteimenschen argumentieren und Wahlkampf führen.
Wenn man bei einem Sender anfragt, wann die grade aufgezeichnete Sendung ausgestrahlt wird und zwei Tage später eine Email mit diesem Inhalt bekommt
“Wenn es um die (…) Sendung (…) geht (vorgestern aufgezeichnet), die haben wir gestern, in unserer Sendung (…) Region Frankfurt, gesendet.”
dann finde ich das sehr frech.
Wenn darunter dann auch noch steht
“Sie haben die Möglichkeit unseren Mitschnittservice zu nutzen. Sie können eine CD-ROM oder eine DVD für 31,95 bestellen, zzgl 2,-€ Nachnahmegebühr.”
dann empfinde ich das als Abzocke und wenig kundenfreundlich.
Eine Email einen Tag nach dem Ausstrahlungstermin zu schicken mit dem Programmhinweis… Unglaublich. Danke. Ich verzichte auf das Ansehen der Sendung und danke für den Grund, diesen Sender zu boykottieren.
Nein. Fünf Uhr nachts ist keine gute Zeit um aufzustehen. Auch wenn die Person neben Dir meint, er müsse das tun. Nein.
Mit der S-Bahn in die große Stadt zu fahren ist besser, als mit dem Auto. Vor allem, wenn der Kunde mitten drin ist und beide Geschäftsführer dreißig Minuten zu spät kommen, weil sie im Stadtstau feststeckten. Dann doch lieber hier fast vor der Tür einsteigen und 25 Minuten später dort fast vor der Tür aussteigen. Fertig. (Nur 3,60 Euro für eine einfache Fahrt finde ich schon ganz schön teuer…)
Wenn ein Kunde nach eineinhalb Jahren “fremdgehen” kleinlaut wiederkommt, dann ist das schön. Wenn ein Kunde wiederkommt und einen mit der werblichen Begleitung des großen Räumungsverkaufs wegen Geschäftsaufgabe betraut, dann ist er eineinhalb Jahre zu spät gekommen. Was hat eigentlich die Konkurrenz gemacht in der Zeit? Geschlafen?
Morgens vor einem Kundentermin keinen Kaffee und kein Frühstück zu vertragen, ist nicht gut. Kaffee beim Kunden auf fast nüchternen Magen zu trinken, ist auch nicht gut. (Bauchschmerzen den ganzen Tag zu haben, ist am dööfsten.)
Abends bei der Ferienwohnungsvermietungsfrau anzurufen und festzustellen, dass die sich sehr symphatisch anhört, einem frei lässt, ob man eine Anzahlung leistet, wenn ja in welcher Höhe oder ob man vor Ort bezahlt, ist nett. Nicht nett ist, wenn man erfährt, dass es in dem ganzen Dorf, in dem man im Mai Urlaub macht, kein DSL gibt und der nächste Hotspot knapp 30 Kilometer entfernt ist… Noch unnetter ist es, wenn die Wahrscheinlichkeit immer größer wird, dass man in der Zeit von dort aus Arbeiten muss und aufs Internet angewiesen ist.
Hupende Vollidioten vor der Tür zu haben, ist abends echt schei.ße.
Tilla Pe hat Recht: Schlafende Männer sind einfach schön anzusehen. Selbst, wenn es auf der Couch ist…
Templerfilme sind sowas von schlecht.
Was für ein Drama heute. Totaler Blogentzug. Wobei es zeitlicher nicht besser hätte passen können, musste ich doch morgens in die große Stadt zum Kundentermin und danach eine endlich diese Geburtstagskarten machen, die ich seit zwei Wochen vor mir herschiebe.
Wieso Drama? Wieso Blogentzug?
Heute morgen saß ich mit Käffchen und Läppi beisammen und schrieb grade einen vierabsätzigen Kommentar zum Kommentar des Wolfes zum Thema Covergestaltung, als ich plötzlich nicht mehr als Wortteufel erkannt wurde. Ich konnte schlicht nicht mehr kommentieren.
Also probierte ich, mich nochmals einzuloggen, was mir WordPress aber mit dieser Meldung immer wieder gern verwehrte:
Cookies? Nicht akzeptiert? Doch! Wie mein Blick auf die Browsereinstellungen mir bestätigte. Auch das Login über zwei andere Browser funktionierte nicht mehr. Jedesmal die gleiche Fehlermeldung. Ich stand also vor meinem Blog. Und kam nicht rein.
Seltsamerweise konnte ich im deutschsprachigen WordPressforum noch eine Anfrage posten, dann wurde ich auch dort rausgekegelt und kam nicht mehr rein.
Ein User stellte dann im Forum noch eine Frage an mich zur Thematik, die ich leider nicht im Forum beantworten konnte, sondern einem wildfremden Mann eine Email schicken musste… (Der Wortteufelmann weiß Bescheid
)
Zwischenzeitlich las ich im englischsprachigen Forum, dass es scheinbar einigen Usern vorhin so ging. Unter meinem Avatar im Profil stand dann statt “Mitglied” sogar irgendwann “inaktiv”. Was meinem heutigen Zustand nicht mal ein bisschen gerecht wurde
Die Erlösung kam dann in Form einer Antwortmail von dem netten User :
Hallo Wortteufel,
schau mal hier, ob Dir das hilft:
http://en.forums.wordpress.com/topic.php?id=20931Viel Glück!
Beste Grüße
zodiac1978
And dieser Stelle einen ganz herzlichen Dank an zodiac für den Tipp, der mir den Zugang zu meinem Blog wieder gewährte.
Und so bin ich wieder drin. Endlich. Und bedanke mich bei Stilke für die (Aus)Nutzung ihres Blogs
Auf Wunsch, hier das kurze Ergebnis meines Besuches beim Frisör. Die Frisörin sagt, ich müsse nur noch einmal kommen, dann wäre das Rotbraun draußen und ich darf wieder naturstraßenköterblond sein. Und weil ich mich nicht so gut selbst fotografieren kann, müsst ihr leider mit einem Haarausschnitt und viel drumrum auskommen *rofl*
PS: die Augenränder sind selbst gezüchtet ![]()
Vorab: dieser Bericht zur Elefantenrunde vor der Hessenwahl 2008 bei Hitradio FFH in Bad Vilbel ist meine Meinung. Meine Sicht der Dinge. Und spiegelt das wieder, was ich heute gesehen, empfunden oder gehört habe. Ich zitiere hier aus dem Kopf und mache mich nicht frei davon, Dinge auf meine Weise zu interpretieren. Das mag durchaus anders sein als das, was andere da interpretieren oder raushören. Wer sich seine eigene Meinung bilden möchte, der möge sich einen Sendungsmitschnitt organisieren (vielleicht auf http://www.ffh.de) oder die Wiederholung morgen abend hören und sich seine eigene Meinung bilden.
Darf ich meinen Elefantenrundenbericht mit den Worten beginnen “Roland Koch hat mir heute bei meiner Wahlentscheidung sehr geholfen” und dann weitermachen mit “denn diese wie ich finde Wahlkampfpolemik auf unterstem Niveau ohne klare Aussagen heute hat meine Entscheidung gegen Koch nur bestärkt”.
Von dem Eindruck – den ich nicht alleine gewann – mal abgesehen, dass Herr Markwort ein kleines wenig so rüberkam, als sei er grad aus der Staatskanzlei angereist, wo er sein Koch-Briefing bekommen haben könnte, muss ich lobend erwähnen, dass sich Frau Ypsilanti und Herr Al-Wazir nicht auf Stammtischdiskussionen eingelassen haben und statt dessen mit Fakten argumentierten.
Herr Koch blieb meiner Meinung nach viele Antworten schuldig, glänzte mit – wie ich fand – konfusen Sätzen, in denen er gern Schlagworte einbrachte, die nichts mit der Frage jedoch viel mit Stimmenfang zu tun hat – Ausländer, Kriminalität, Strompreise – und bekam Beifall von den in meinen Augen typischen Blödlesern und Stammtischwählern. Ja, ich habe da diese Sichtweise.
Frau Ypsilanti ließ sich durch einige unqualifizierte Äußerungen zu privaten Themen nicht aus der Ruhe bringen und bat Herrn Koch auch irgendwann mal um eine Mäßigung seines Tones bei der Diskussion um Jugendkriminalität.
Die Beamten hier dürften mit Freuden lesen, dass sie ja wohl bitte dankbar sein sollten über ihre Lohnkürzungen und den Anstieg ihrer Wochenarbeitszeit. Denn schließlich können sie so ihre Arbeit besser erledigen. (Ok, wenn 25 Beamte in einer Verwaltung abends alleine in ihren Büros rumsitzen, weil die 400 Angestellten schon Feierabend haben, und die Berge von Arbeit von links nach rechts schieben müssen, weil die Ansprechpartner nun mal nicht mehr da sind… Oder die vielen Polizeibeamten, die ja jetzt ganz happy sein müssten, weil sie ja so viel Verstärkung bekommen haben – tja. Das sollte man mal dem übermüdeten Polizisten mit den Überstunden erzählen.)
Koch argumentierte, wie ich ihn verstanden habe – und ich habe mir wirklich Mühe gegeben dem zu folgen – gegen erneuerbare Energien, unter anderem weil ja durch den Bau von Wind- und Wasserkraftwerken der CO2-Ausstoß steigen würde (schließlich müssten ja die Bauteile hergestellt und transportiert werden, um die Kraftwerke zu bauen), blieb aber auf Ypsilantis Frage eine Antwort schuldig, warum das beim Bau seiner Kraftwerke nicht so sein solle. Was schön war: er selbst sagte, in der Mitte dieses Jahrhunderts würden erneuerbare Energien eine Hauptrolle spielen, aber man solle den Abbau der Atomkraft nicht über das Knie brechen. Wann wir jedoch damit anfangen sollen, damit erneuerbare Energien diese Rolle auch spielen können, gehörte nicht zu seinem Antwortrepertoire.
Und scheinbar habe ich eine andere Auffassung von “übers Knie brechen”: ich erinnere mich noch an viele, viele “Atomkraft – nein danke!”-Aufkleber in meiner Jugend. Also, soooo frisch ist diese Forderung ja nun auch nicht.
Das Thema Bildung war heiß diskutiert. Und wurde leider zum Teil sehr persönlich geführt. Die Familiensituation von Frau Ypsilanti wurde thematisiert und ihre Bitte, persönliche Dinge aus dieser Diskussion herauszulassen ignoriert. Ich möchte hier einmal ganz klar meine Meinung sagen: wenn es jemandem gegönnt ist, wenn jemand in der finanziellen Situation ist, sich eine Privatschule für seine Kinder leisten zu können, dann ist das das Glück seiner Kinder und seine Privatentscheidung. Und nur weil andere Eltern dieses Privileg nicht besitzen ist das kein Argument, dass es denen, die es sich leisten können, nicht tun sollen. Das ist typische Neidkultur. Wenn ich nicht kann, dann der andere auch nicht. Wenn die Privatschule auch noch fünf Gehminuten von zuhause entfernt ist, eine ganztägige Betreuung anbietet, die es der Mutter erlaubt ihren Job nachzugehen, weil sie alleinerziehend ist, dann sei es dem Kind noch mehr gegönnt, wenn es diese Chance bekommt.
Wenn die Eltern mit ihrer Schule nicht zufrieden sind, ist das wohl eher ein weiteres Argument für eine Überarbeitung des Bildungssystems.
Beim Versuch SPD und Linke in einen Topf zu werfen, da diese in einigen Punkten ähnliche Ansichten hätten, konterte Al-Wazir mit dem Hinweis auf ein NPD-Plakat, das (grob gesagt und von mir verallgmeinert) auf die Gemeinsamkeiten von CDU und ihrer Partei hinwies…
Kochs Jugendkriminalitätsdebatte, die meiner Meinung nach lediglich seine Politik der letzten neun Jahre schlecht darstehen lässt (denn soweit ich hat er in den vergangenen Jahren nicht nur die Gelder für Beratungen, Integrationshilfen und Präventionsmaßnahmen gekürzt) fiel zum Glück fast gänzlich unter den Tisch, bzw. wurde von den Diskussionspartner argumentativ beantwortet. Das Ergebnis seiner Politik (und das seiner Einsparungen) sieht man ja eh jetzt, oder?
Mein Fazit? Meine Meinung? Mein Eindruck? Ein enttäuschender, weil irgendwie vom Gefühl her nicht unparteiischer Herr Markwort, ein polemischer Herr Koch mit Stammtischparolen, der die Argumente der anderen übergang, ein Herr Hahn, der nicht viel sagte (oder zu sagen hatte?), dafür aber dadurch auffiel, dass er Herrn Koch nach hinten stupste, eine Frau Ypsilantie, die anfangs sehr zurückhaltend war, irgendwann aber warmlief und klare Aussagen traf und ein Herr Al-Wazir, der sehr polternd, aber scharf blickend die Grünenmeinung kundtat – und keinen Raum für Spekulationen ließ, wie lieb er Herrn Koch hat…
An dieser Stelle möchte ich noch sagen, dass ich speichelleckende Gehaltsempfänger und Parteizöglinge sehr unsymphatisch finde, vor allem wenn sie dazwischen rufen, beleidigen, diffamieren und extra laut und lang klatschen, wenn der Chef oder das Ziel des Arschkriechens etwas sagen – und zwar egal was. Da ist mir die schweigende, schmunzelnde Mehrheit lieber…
In diesem Sinne: schön wars. Aber mein Blutdruck muss erstmal wieder runter (isch resch misch doch imme so uff bei sowas…)
Nachdem Stilke schon wegen akutem Zeitmangel den Frisörtermin vor sich hergeschoben hat, erklärte ich mich ja innerlich solidarisch und ging auch nicht. Seit mittlerweile acht (!) Wochen.
Aber wenn der Wortteufelmann mich schon anruft und sagt, er würde sich für heute nachmittag einen Termin geben lassen und ob ich nicht auch da hin wolle (!!! Hallo? Mädels? Hört ihr die Anspielung? Das heißt wohl so viel wie: Schätzekes, Du siehst auf dem Kopf wie eine ungekämmte Möhre aus. Geh zum Zusselfussler!), dann sag ich doch nicht nein, oder?
Und da Stilke ja mittlerweile auch war, muss ich ja solidarisch hinterher und mich endlich wieder manierlich zurecht machen lassen – auf dem Kopf. Ich fühl mich ja schon wie ein Hippierevival. Mit den langen Zusseln. Zumal ich morgen eine Termin beim Kunden habe (jajaja! Hört und staunt: ein Kunde, der vor zwei Jahren zu einer anderen Agentur wechselte und nun beschämt wieder an meine Tür klopft und um Einlass in mein kreatives Betätigungsfeld bittet, weil ich ja scheinbar doch die Menge Geld wert bin, die er vor zwei Jahren für viel zu viel hielt…) und außerdem zur politischen Elefantenrund muss.
Aber davon morgen mehr. Ich geh mich jetzt herrichten lassen.
Die Top-50-Liste wird ab sofort durch geile Lieder erweitert, die nicht in der aktuellen Liste sind, aber zu meinen persönlichen Hörempfehlungen gehören…
Nur zur Info.
Ab und zu sollte man seine Regale aufräumen. Und sei es nur, dass man die DVD-Stapel mal wieder einsortiert und dahin stellt, wo sie hingehören. (Der Wortteufelmann hat ein ausgeklügeltes ABC-Ordnungsprinzip seiner DVD-Sammlung, durch das ich leider noch nicht so ganz durchgestiegen bin…) Nun denn. Zurück zum Thema.
Wenn dann der Blick auf die hinteren Sphären der Regale frei wird, kann es durchaus sein, dass man seine Glückkekspackung findet, die man eigentlich für das Silvesteressen gekauft hatte.
Da ich nicht möchte, dass die Glückskekse wieder in Vergessenheit geraten und ich einfach eine Fressbacke bin, opfere ich mich jetzt drei Wochen nachdem das neue Jahr begonnen hat und führe die Glückskekse ihrer zukunftsweisenden Bestimmung zu.
Hier also die Prophezeiungen, wie denn mein 2008 werden wird (in chronologischer Reihenfolge, als wie ich die Dinger öffne):
14.01 Uhr: “Ein unerwartetes Ereignis wird Dir bald Freude bringen”
Womöglich noch eine Glückskekspackung, die ich wiederfinde? Ein versteckter Kuchen? Eine Riesenportion Filetsteak? Warten wir es ab.
14.07 Uhr: “Sie werden so viel Erfolg haben, wie Sie es sich wünschen”
Jaaa, sooo wird das doch schon was mit uns. Mit Dir, liebes 2008, und mir. Und ich wünsche mir einen ganzen Haufen Erfolg .
14.14 Uhr: “Lassen Sie die Vergangenheit Vergangenheit sein”
Wenn ich schon in der Lage wäre, die Vergangenheit zur Zukunft zu machen – und umgekehrt – dann wären Phrixus und meine Bemühungen eine Zeitmaschine zu bauen bereits von Erfolg gekrönt gewesen. Ist aber nicht so. Deshalb bleibt mir wohl nix anderes übrig, als den Rat zu befolgen.
14.18 Uhr: “Jawohl, mach weiter mit Zuversicht”
Who the fu** is Zuversicht? Reicht mein Pessimismus etwa nicht mehr aus?
14.20 Uhr: “Sagen Sie‘s, wenn Sie Sehnsüchte haben”
Naja. Nach fünf Glückskeksen ist meine Sehnsucht nach dem süßen Zeugs eigentlich schon gestillt. Wenn nur diese Neugier nicht wäre..
14.22 Uhr: “Sie haben ein sicheres Gespür für das, was Sie weiterbringt”
Ich spüre.. ich spüre.. Jaa, es kommt da gleich … Jaa… Da, da isses: Diese Glückskekse bringen mich sicher gleich zu einem anständigen Bauchschmerz…
14.25 Uhr: “Freundschaft ist wie ein guter Wein, je älter desto besser”
Also nur mal zur Info: nicht jeder Wein wird besser, je länger er liegt. Nein. Es gibt durchaus eine Vielzahl Weine, die man besser gleich trinken sollte. Oder maximal 2–3 Jahre lagern. Oder 5. Und so ist es mit einigen Freundschaften auch… Je länger sie lagern und einstauben, desto schlechter werden sie. Oder korken.
Kurzer Zwischeneinwurf: mir ist übel. Ehrlich. Ich hab einen Glückkeksbauch. Da fällt mir eine kleine Anekdote ein zum Thema Glückskeks: Ich hatte mal eine Freundin, Jessica hieß sie, und sie war jemand, der nicht nur jeden Fettnapf mitnahm, sondern auch geplagt von Chaos und Dingen, die wirklich nur ihr passieren konnten.
So saßen wir einmal beim Chinesen mit einer Gruppe Mädels und bekamen unseren Glückskeks. Alle knackten, kauten und – lasen der Reihe nach ihre Sprüche vor. Am Ende kamen wir zu Jessica und schauten sie an. Sie guckte irritiert zurück. Wir baten sie, ihren Spruch vorzulesen. Sie schaute noch irritierter. “Welchen Spruch?” Fragte sie. “Den aus dem Glückskeks.” Sagten wir. “Oh, da war ein Zettel drin? Und ich wollte mich noch beim Kellner beschweren, dass das Ding so blöd zu schlucken ist…” Ja, so war sie.
14.32 Uhr: “Nicht nachlassen. Sie sind besser als die anderen!”
Hallo? Isst hier noch jemand Glückskekse? Ist das ein heimliches Wettessen, von dem ich nichts weiß? Ok. Ich lasse nicht nach. Ich geb nicht auf.. Noch einen Glückskeks.
14.34 Uhr: “Ein turbulentes Jahr erwartet Sie.”
Ich weiß, man soll jetzt nicht nachfragen. Aber ich hätte da ein Verständnisproblem… Meinen die mit turbulent jetzt sowas wie “noch turbulenter als das letzte” oder “turbulent, aber nicht so wie das letzte”? Nur mal so nachgefragt. Vielleicht meinen die aber auch nur die Turbulenzen in meinem Bauch…
14.37 Uhr: “Ein Saftfastentag pro Woche oder auch ein Obsttag kann neue Lebensgeister wecken”
Und wie schaut es aus mit einem Glückskekstag? Sozusagen die “Chinesisches-Horoskop-Diät”. So langsam glaub ich wirklich, die Dinger sind genau für mich abgestimmt. Die müssen meinen Bauch kennen.
Noch zwei Kekse.
14.39 Uhr: “Sie werden viele Freunde haben. Reiche, wie Arme.”
Ich hätte gerne viele Kunden. Besonders reiche
Geschäfte mit Freunden gehen nämlich meistens daneben. Denn nicht alle können zwischen Job und Privat unterscheiden und schleppen dann das eine ins andere. Neneee, lieber Kunden. Und viele Freunde will ich eh nicht. Aber darüber schrieb ich ja schon mal. Mir sind wenige lieber. Die aber dafür richtig intensiv.
14:42 Uhr: “Genießen Sie eine Woche auf Wolke Sieben!”
Nur eine? Nun denn. Ich hab mal gegockelt. Das einzige, was ich gefunden habe, war eine Familien(?)suite in Südtirol namens “Wolke sieben”. Nun will ich da aber nicht hin. Da fahr ich lieber nach Kärnten…
So, fertisch. Mein Jahr wird also erfolgreich, ich werde furchtbar beliebt sein und in der Liebe ist auch alles super.
Nur von Bauchschmerzen haben die nichts geschrieben…
Merke: Mit weißem Pullover Chilli Con Carne essen, ist bei Motoriklegasthenikern wie mir ein gewagtes Unterfangen.
Randnotiz: Rote Flecken von Tomate und Chilli gehen unter Zugabe von viel kaltem, fließendem Wasser mit Seife weg.
Der Wolf ruft.
Ich antworte.
Einen Stock, einen Stock.
Ja, danke.
Hab ich mich die ganze Zeit drum gedrückt.
Basteln Sie sich ein Cover für eine CD aus folgenden Utensilien:
Der erste Zufallsartikel aus der englischen Wiki ist der Name der Band.
Der Name der CD besteht aus den letzten vier Wörtern des letzten Zufallszitats auf der Quotation Page.
Als Coverbild nehmen Sie das dritte interessante Bild auf Flick.r.
Erlaubt ist alles, was nicht schummeln ist. Auch Bildbearbeitung.
Nehme das Stöckchen, wer Hunger hat oder sich auch bisher gedrückt hat.
Und hier ist mein Cover für die Band “Elocution” und ihre sensationelle Neuerscheinung “Lose your Self-Respect”:
(Klick für groß)
Meine Quellen
Bild: The.snail.and.the.cyclops bei Fl.ick.r
Zitat: Marcus Aurelius
Name: Wiki
Neulich habe ich meine Festplatte von 23 GB Ballast befreit. Gerade kamen nochmal 4,3 GB hinzu. Warum?
Weil ich es kann.
Wünsche allen ein schönes Wochenende ohne so einen verdammten Sturm, der das alte Haus zum ächzen und stöhnen und pfeifen bringt und einen nachts nicht schlafen lässt.
Mein Arm tut weh. Die Einstichstelle ist nicht blau. Aber mein Arm tut bei jeder blöden Bewegung so weh, als hätte ich einen zwölfstündigen Umzugstragemarathon hinter mir. Der Wortteufelmann macht grade die Laufstrecke unsicher und ich stopfe mir gefrustet Schokolade rein.
Ich bin irgendwie wie erschlagen. Müde.
Einzig das Bourne Ultimatum, das wir vorhin geguckt haben, hat mich etwas aufwecken können… Seit Good Will Hunting bin ich ja ein Fan von dem Mann. Und die Bourne-Trilogie mag ich ja ganz gern als Unterhaltungskino.
Nun denn. Ich leide hier jetzt weiter und lasse mich von Hobby”köchen” bespaßen.
… aber trotzdem (für mich) eine wirkliche kapitale Amphibie, die ich da erlegt habe: meine Tetanusimpfung.
Bei Gelegenheit erwähnte ich ja bereits, dass es mir bei Spritzen und Nadeln mehr als Angst und Bange wird. Und bedankte mich sehr überschwenglich für die liebevolle Blutentnahme. Mein Lieblingsgoth hat dazu mal was schönes über Phobiker geschrieben, bzw. was man ihnen auf keinen Fall sagen sollte.
Im März nun ist der späteste Termin zur Auffrischung. Und manche Frösche, vor allem wenn sie mit so viel Angst verbunden sind, sollte man nicht zu lange warten lassen, sondern ihnen so schnell wie möglich die Schenke ausreißen und diese in die Pfanne hauen. Nein, ich esse sowas nicht. Aber es geht ums Prinzip.
Und so ging ich todesmutig um kurz vor 11 heute vormittag in die Sprechstunde, ließ mir ein Rezept geben, holte die Medizin (”Ach, das ist gar nicht schlimm. Ich bin da auch keine Heldin bei sowas. Aber dieses Präparat ist super. Extra für Angsthasen gemacht: Tetanus und Diphterie in einem. So muss man nur einmal zittern.” “Zittern? Ich dachte, das wär nicht schlimm?” “Nein, ist es auch nicht.” Sprach die Apothekerin und verzog sich ins Drogenparadies – das Lager.) und stapfte wieder nach oben in die Praxis. Impfausweis abgeben. Ins Wartezimmer. Warten. Zittern.
Der Aufruf ins Piekszimmer (so eine Folterkammer in der Praxis. Ich glaube mich erinnern zu können an den Türen Ketten gesehen zu haben, falls einer stiften gehen will) und dann erfüllten sich meine ganzen Hoffnungen vom Dezember: der kleine blonde Vampir zapft nicht nur Blut, nein, er gibt auch Impfspritzen! Danke, lieber Gott der spitzen Metalle.
Um sie milde zu stimmen, lobhudelte ich sie noch ein bisschen, wie dankbar ich das letzte Mal gewesen sei. Und ehe ich mich versah, spürte ich.. – nichts!
So, sagte sie. Fertig. Sagte sie.
Upps. Dachte ich. Danke. Sagte ich.
“Es kann sein, dass ihr Arm heute und morgen schmerzt. Ähnlich wie bei einem Muskelkater. Das ist normal und eine Reaktion auf den Impfstoff. Bitte heute und morgen nicht schwimmen gehen, kein Vollbad nehmen und auf den Einstichkanal achten”
“Und Sport?”
“Sport bitte auch zwei Tage nicht. Der Körper hat jetzt ein bisschen was zu kämpfen.”
Gut. Denke ich. Das nenn ich mal eine nette Belohnung fürs Tapfersein. Ich muss nicht Laufen… Nun sitze ich hier, merke meinen schmerzenden, warmen Arm und freu mich auf Froschschenkel. Gebraten. Mit Knoblauch.
Na? Wer treibt sich hier rum zu später Stund‘?
Wünsche allen Anwesenden einen schönen Abend.
Willing und Ebel schreiben heute in ihrem Blog:
“Trete ich allmählich in die “Früher war alles besser”-Lebensphase ein? Oder ist die Lösung doch eine einsame Insel mit Gemüsegarten und ohne DSL/Fernsehen/Tageszeitung?”
Die meisten dieser Inseln haben ja schon so Hollywoodpromiplagen drauf. Aber mit genügend Pestiziden… Ok, das wäre natürlich kontraproduktiv.. Aber mich hat der Blogeintrag doch dazu animiert, mal ein bisschen in die Vergangenheit zu reisen und die schönen Seiten auszublenden.
Diese “früher war alles besser”-Lebensphase ist wohl normal. Leider nicht reell. Wenn ich mir überlege, wie oft mir als Kind früher schlecht wurde, wenn ich an der Straße lang gegangen bin – die Autos stanken extrem. Ich weiß nicht, wie viele Abgase ich eingeatmet habe.
Oder die Spielplätze: unsere Spielplätze früher waren zum Teil doch seeehr trostlos. Und in der Großstadt bestanden sie manchmal nur aus einem umzäunten Sandloch. Ohne Baum. Und daneben ein Schild “Spielen verboten”.
Wenn ich daran denke, dass wir monatelang aufgepasst haben, kein Gemüse aus bestimmten Regionen zu essen, da – dank Tschnernobyl – ja die Belastungsgrenzen für Nahrung überschritten sein konnten…
Oder im Auto: dass so viele von uns damals überlebt haben ohne Anschnallen… Das ist wohl nur den langsameren Autos zu verdanken. Aber trotzdem unglaublich aus heutiger Sicht.
Als ich klein war bekam ich oft bei Freunden abends eine besonders große Portion zu essen, weil ich ja “so arm dran sei zuhause”. Irgendwann verstand ich, dass die Leute meinten, ich als Scheidungskind wäre ja eine ganz arme Sau und bekäme bei solchen Eltern, die sich sogar scheiden ließen, sicher nichts anständiges zu essen… Das Lebensmodell “Patchworkfamilie” wurde mich “Kommune mit sexueller Freizügigkeit” gleichgesetzt.
Die Fremdenfeindlichkeit war alltäglicher. Unsere Nachbarn waren diesen Anfeindungen oft ausgesetzt. Als Kind konnte ich das einfach nicht verstehen. Für mich waren das doch einfach meine Freunde. Für andere, manchmal sogar auf offener Straße, waren das “die Negerkinder” oder “die Kinder von der deutschen Hure” oder “Kaffeekinder mit zu viel Kaffee”. Eigentlich hatten sie nur eine deutsche Mutter und einen zaireischen Vater (ja, damals Zaire, heute Kongo. Oder doch wieder Zaire?), die sich während der Lehramtstätigkeit der Mutter in Zaire kennen- und lieben gelernt hatten. Manchmal höre ich noch heute von Leuten, die von den Negern sprechen. Sie meinen es nicht böse, sie wissen es nicht besser. Aber ich möchte ihnen manchmal nur ein kleines bisschen von dem Leid verständlich machen, das die drei Nachbarskinder (übrigens deutsche Staatsbürger) jeden Tag erlebt haben.
Ökologische Landwirtschaft? Früher hauten die Bauern doch Pestizide auf die Felder, dass es nur so krachte. Pflanzenschutzmittel der schlimmste Sorte. Und wir haben es gegessen. Heute haben wir die Möglichkeit zu wählen. Und die Mittel für die Felder sind wohl auch harmloser geworden…
Stifte, Spielzeug, etc. Plastik war in. Je greller, je besser. Neonfarben in allen Variationen. Und ich bezweifle, dass die Weichmacher alle so gesundheitsunbedenklich waren… Wir hatten Holzspielzeug. Und Kreiden. Wachsmalkreiden.
Wir durften manchmal an manchen Flüssen nicht spielen. Da schwammen obenauf tote Fische. Ihren weißen Bauch zeigten sie uns ungeniert und wir fischten sie manchmal heraus und nahmen sie auseinander – mit Stöcken, weil wir doch ein bisschen ängstlich waren. Es schwammen oft Öllachen auf den Flüssen. Oder wir sahen sie zu Hauf auf den Straßen. Das gab so schöne Regenbogenfarben…
Rauchen galt damals noch als schick und emanzipiert. Aufmüpfig fast, wenn Frauen rauchten. Es gab Werbung, in der Eltern neben ihren Kinder rauchten und das galt als völlig o.k. Meine Eltern rauchten HB (der weibliche Teil) und Rothändle ohne Filter (der männliche Teil). Meine Mutter selten in meinem Beisein. Mein Vater ständig und Kette. Gern auch im Auto, wenn ich unangeschnallt hinten saß. Irgendwann habe ich das Auto vollgekotzt. Seitdem hasse ich Rauch in engen Räumen. Aber es war normal. Wenn ich heute Eltern mit Kippe im Hals am Steuer sehe und hinten Kinder drin, klopf ich auch gerne mal ans Fenster und sag was passendes dazu. Wenn jemand rauchen will – bitte. Aber wir sind heute über die Risiken aufgeklärter und sollten es dem Nachwuchs selbst überlassen, ob er (wenn er volljährig ist) sich den Scheiß auch antun will und ihn durch Passivrauchen nicht vorher schon dazu zwingen.
Das sind nur ein paar der Dinge, die mich dazu bringen das Bild des “früher war alles besser” mit dem Zusatz “oder doch nicht?” zu versehen. Ich glaube, alles hat seine Zeit. Und vieles hat sich gebessert. Die Luft ist sauberer geworden. Zum Beispiel.
Doch das alles reicht nicht. Ich würde mich freuen, wenn die nächste Generation auf unsere schaut und ebenso ungläubig sagt: “Wie? Ihr habt genmanipuliert gegessen und euch über die Krankheiten gewundert? Ihr habt medikamentös behandeltes Fleisch gegessen? Ihr seid einfach so Autos gefahren, die mit Benzin fahren? Ihr habt Giftstoffe in die Flüsse geleitet?” Dann weiß ich, dass jede Generation ein bisschen schlauer wird.
(Liebe Dashboardsurfer, auch wenn die Headline scharfes Material verspricht, geht es doch hier nur um emotionale Befriedigung der rein geistigen Art – Geschichten über Sex gibt es woanders. Sorry.)
Wenn man vor einigen Monaten dank einiger Leute einige tausend Euronen abschreiben musste (von den verbrauchten Nerven mal ganz zu schweigen) und als Konsequenz jede berufliche oder ehrenamtliche Beziehung zu ihnen einstellte, diese Leute dann mit einer Riesenbitte auf einen zukommen (die die Leute einige tausend Euronen kosten könnte…) und dann mit einem überlegenen Lächeln und einem gönnerhaften “Aber selbstverständlich!” reagiert, dann ist das sicher ganz, ganz gut für das Karma und gibt mir eine sowas von emotionale Befriedigung…
Tag 8
“Niemals könntest Du eine Affäre haben, denn Du weißt nie, wann ich nach Hause komme.”
Mit diesen Worten betritt der Wortteufelmann die Gemächer und grinst mich zu ungewohnt früher Nachmittagsstunde an. “Und?” Fragt er. “Laufen wir jetzt?”
Ich bin etwas irritiert. Nicht nur, weil der Mann zwei Stunden vor seinem normalen Feierabend vor mir steht (”Ach, ich hab noch so viele Stunden abzufeiern…”), sondern auch, weil ich mit einem Lauf heute so gar nicht gerechnet habe. Schließlich muss er heute zu einem Treffen mit den Fußballern.
Er hat es damit aber geschafft, mich zu überrennen (Ha, Wortwitz) und ich zögere nur kurz, beende alle Programme, fahre den Rechner runter und schmeiß mich in meine Laufsachen.
Wir laufen los. Links rum. Und ich werde als erstes von einem kleinen Gnom in Michelin-Männchen-Kleidung groß angestarrt. Der Gnom ist geschätzte zwei bis drei Jahre alt und kann den Blick nicht von mir lassen. “Der Lütt hält dich für den Marathonschlumpf.” Kommt es giggelnd von der anderen Seite. Ich gucke kurz an mir runter und stelle fest, dass ich wirklich sehr blau heute aussehe. Aussehe! Nicht bin. Und eine schlumpfig geformte Mütze aufhabe. Nicht weiß, aber schwarz. Aber schlumpfig von der Form.
Der Gnom wird irgendwann von seiner Mutter weggezerrt und wir laufen zum Flüsschen. Ich habe den iPod in den Ohren. Ganz leise nur, damit ich nur eine kleine Untermalung habe und mich trotzdem unterhalten kann. Es läuft Marilyn Mansons “Dope Show”. Wir laufen an einem Mann mit zwei Möpsen vorbei. Nein, nicht so, wie ihr das jetzt versteht. Echte Möpse. Also Hunde. Der eine guckt mich genauso an, wie dieser ausserirdische Hund bei “Men in Black” am Kiosk. Könnt ihr Euch erinnern? Auf jeden Fall gucken diese Möpse mich an und ich höre “We’re all stars now in the dope show” und muss grinsen.
Noch keine 500 Meter gelaufen und ein Erlebnis nach dem anderen. Wie soll es da noch weitergehen?
Ruhig. Sehr ruhig. Wir treffen so gut wie niemanden. Normalerweise ist die Strecke am Flüsschen die Hausstrecke von 80% der Läufer des Umkreises. Ein paar Lauffreaks sind dabei. Die, die einfach nur noch mager und ausgemergelt an einem vorbeihüpfen – und wahrscheinlich vor lauter Hunger vergessen zu grüßen. Ich höre Weak von Skunk Anansie.
Wir laufen einfach mal gradeaus und bei der zweiten Brücke gehts bei mir besser. Bei ihm nicht. Wir laufen dem Sonnenuntergang entgegen. Wir werfen lange Schatten auf den Weg, der mal steinig, mal matschig ist. Von vorne strahlt uns die Sonne an und wir haben Gegenwind. Er ist frisch, aber nicht kalt. Die Luft ist so klar, dass das Atmen heute leicht fällt. Am Ufer gegenüber läuft eine Frau mit zwei Hunden lang. Die Hunde tollen über das Feld während die Frau sich mühsam an der Ackergrenze entlang kämpft. Aus meinen In-Ears kommt Forever Young von Alphaville.
Wir überholen ein älteres Ehepaar, dass den Weg Arm in Arm entlangschleicht. Wenn ich alt bin, möchte ich auch so mit dem Wortteufelmann langlaufen. Nur schneller. Fitter. Ich hoffe, dass ich fit bleibe im Alter. Und er auch. Er ist schließlich eher Rentner, als ich… Dazu schallt nicht mehr Alphaville aus den Kopfhörern, sondern My Own Summer von den Deftones.
Irgendwann drehen wir um und haben dann Rückenwind. Das merkt man sofort, weil das Rauschen des Windes nicht mehr in den Ohren saust. Dafür höre ich By the Way von den Red Hot Chili Peppers.
Er muss heute kämpfen. Bei mir geht es wunderbar. Klar, die Muskeln schmerzen ein bisschen. Aber nicht so viel, wie ich befürchtet habe. Dafür hat er immer noch Schmerzen. Vielleicht wegen der Behandlung beim Heilpraktiker gestern. Da wurde er wieder ein bisschen “grade gerückt”. Wir laufen langsam. Sehr langsam. Er kann heute nicht schneller, weil die Hüfte schmerzt. Was aber nichts macht. Erst die Kondition aufbauen, dann die Schnelligkeit. Und natürlich die Kraft. Aber ohne Kondition geht gar nichts. Dazu kommt, dass beim langsamen Laufen der Puls niedrig bleibt. Eigentlich.
Bei uns heute nicht. Der Puls hämmert. Bei mir im Schnitt 6–8 Schläge mehr als sonst. Bei ihm 15–20. Also irgendwas ist heute nicht optimal. Er kämpft. Are you gonna go my Way, singt Lenny dazu. Er hört es nicht. Ich hab den iPod an. Leise. Laut geht nicht, denn sonst würde das Tempo der Lieder meinen Lauf beschleunigen. Und ich weiß, dass ihn das mitziehen würde – und das wäre nicht gut bei seinen Schmerzen heute.
Also leise. Und langsam.
Wir laufen auf dem Rückweg noch einen Schlenker an der BAB lang. Ein kleiner, kaum merklicher Anstieg über 300–400 Meter. Das fordert, ohne zu überfordern. Dann ein kurzes Stück ohne Steigung bis man über die BAB-Brücke läuft. Ich muss ein bisschen anziehen, auch wenn heute er zurückbleibt. Sonst läuft er schneller. Heute hab ich scheinbar mehr Kraft. Ich beschleunige etwas, um den Anstieg hinter mir zu haben. Auf der anderen Seite runter und am Flüsschen zurück.
Der Weg ist matschig. Überall Pfützen. Schlammige Pfützen. Anfangs noch laufe ich drum herum. Nachher lauf ich einfach durch. Ist eh egal. Es ist schließlich Matschwetter und kein eitel Sonnenschein. Da darf man auch so aussehen. Außerdem geht mir dieses Slalomlaufen auf den Senkel.
Wir kommen an einer Sitzgruppe, einer Bank mit Tisch, vorbei auf der zwei Teenager sitzen. Dick eingemummelt und schüchtern sitzen sie nebeneinander und halten sich an den Händen. Das waren die schönsten Dates früher, geht es mir durch den Kopf und ich sage es laut. Damals, als man sich draußen traf, ein bisschen heimlich, damit die anderen nichts davon mitbekamen. Es war kalt. Eigentlich zu kalt. Aber man wollte nicht zurück. Man wollte den Augenblick festhalten. Wenn man jetzt aufstehen würde, wäre der Moment weg. Dieser magische Moment, bevor man sich das erste Mal küsst. Diese Zeit zwischen herumalbern in den ersten Minuten und der eintretenden Stille, wenn man weiß, was kommen soll und sich doch nicht traut.
Ich denke an früher, als wir uns noch fragten, wie man wohl “mit Zunge” küsst. Was man macht, wenn man rülpsen oder lachen muss beim Küssen. Ob es nicht ekelig ist, wenn man die Spucke in den Mund bekommt. Oder wir uns die Horrorgeschichten anhörten, wenn eine es schon hinter sich hatte und erzählte, dass der Junge ihr alles um den Mund herum nass gesabbert hat.
Mystify läuft. INXS waren schon immer sehr genial.
Wir laufen am Freibad vorbei und über die Brücke. Unter der Eisenbahnlinie hören wir auf zu Laufen und gehen die letzen 100 Meter. Wir nehmen uns – wie nach jedem Lauf – in den Arm und geben uns einen kurzen Kuss. Ohne Zunge. Dafür fehlt die Spucke im Mund…
Dauer: 1:20:02 h
ø-Puls: 156
Max-Puls: 178
KCal: 715
Nachtrag: Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich die Schuhe sauber machen soll. Den Dreck trocknen lassen und abklopfen? Oder nicht? Ich weiß es nicht. Es lohnt nicht. Andererseits wird der Dreck irgendwann so viel, dass er gar nicht mehr rausgeht. Oder?
Wenn ich vor einem Hochhaus stehe, aus dem Kanonenkugel auf die Erde fallen, und ich mich mit meinem Bruder und einem Hippo (also so ein Strafzettelverteiler…) über deren Stundenlohn unterhalte und mich bewerben möchte, dann könnte das schon mal ein Traum sein.
Wenn ich dann eine der Kanonenkugeln aufhebe und ins Hochhaus stakse, weil ich das eine ziemliche Unverschämtheit finde, auf eine Informationstante an einem runden Counter treffe, ihr die Kugel auf die Theke knalle und sage: “So. Und jetzt sind sie dran”, dann ist das ganz sicher ein Traum.
Wenn mich die Tante dann in den 30. Stock schickt und ich in der Forschungsabteilung lande, in der man mich um Hilfe bei der Überprüfung einiger Laborergebnisse bittet, ich die Kugel aus dem Fenster schmeiße, weil sie mir im Weg ist, dann ist das nicht nur ganz sicher ein Traum, sondern ein völlig bekloppter Traum…
Liebe Leserinnnen und Mitbloggerinnen,
kennt Ihr das? Dieses “Was zieh ich an”-Theater? Ich meine jetzt nicht dieses “Ich hab nichts anzuziehen”-Drama. Nein. Ich meine dieses: “Wo nach ist mir heute” oder “Worin fühl ich mich heute wohl”. An den meisten Tagen im Jahr bin ich ein sehr harmloses Exemplar meines Geschlechts. Ich greife in den Schrank und hole das raus, was für den Tag am passendsten ist. Also einen Anzug, wenn es zum Kunden geht, Jeans und Pulli, wenn ich couchlümmel, Jeans und Sakko, wenn es zu näherstehenden Kunden geht. Etc.
Doch an manchen Tagen, ja, an sehr wenigen aber immerhin merkbar viele, da steh ich vor dem Schrank, hol was raus, zieh es an und denke mir: “Näää.”
Dann wandert es erstmal aufs Bett und ich zum Schrank. Schick? Leger? Bunt? Schwarz? Das nächste Outfit kommt raus. Fühl ich mich heute mehr extravagant und zieh zum Rock die Stulpen mit den High-Heels an? Oder doch eher die Stiefel? Wenn Stiefel: eher die schicken, schwarzen, hohen oder doch mehr die flachen, sportlichen? Und überhaupt: welcher Rock?
Dann zieh ich wieder was an, schmeiße es entnervt aufs Bett und wechsle zwischen “schick” und “sportlich” hin und her. Jeans mit Sneakers? Dazu Rolli und fertig? Oder doch die Stoffhose mit den Stiefeletten?
Ach, heute ist so ein Tag. Ich steh vor dem Schrank, kann mich nicht entscheiden und zieh dann was an, worin ich mich später nicht mehr wohlfühle. Oder ich hab mich wohlgefühlt, bis ich vor der Entscheidung stehe, rauszugehen. Und dann frage ich mich: kann ich das anlassen? Und alles geht von vorne los.
Wenn ich dann unterwegs bin frage ich mich, warum ich mich umgezogen habe? Dann denke ich: Hach, warste wieder nicht selbstsicher genug, um im Dörfchen mal blöd angeguckt zu werden zwischen den ganzen alten Damen mit ihren Betonlocken und den immer gleich aussehenden Anfangdreißigern, deren einziges modisches Zugeständnis ein bunter Schal ist. Und dann ärgere ich mich. Weil ich mich an manchen Tagen dem Modeeinerlei dieser Provinzpampa anpasse.
Dann bin ich in einer Stadt wie Berlin und fühle mich pudelwohl, weil es keine Sau interessiert, wie ich rumlaufe. (Anders in Frankfurt. Da fällt man gleich auf, wenn man keinen grauen Anzug trägt…) Und dann ärgere ich mich doppelt.
An anderen Tagen trage ich selbst einen Anzug und es fühlt sich wie eine Rüstung an. Funktionsbekleidung. Im Kampf da draußen mit den Widrigkeiten. Und wenn ich Anzug trage und so businessmäßig rüberkomme, dann nervt mich keiner, man nimmt mich ernster, als in Jeans und Sneakers und man hört zu, ohne zu unterbrechen. Vielleicht rede ich dann auch anders. Respekteinflößender. Lauter.
An manchen Tagen, so wie heute, möchte ich ein Mann sein. Ich möche morgens im Dunkeln den Schrank aufmachen, eine Jeans rauskramen, einen Hemd, einen Pulli und mir draußen ein paar Schuhe von dem ich glaube, sie könnten dazu passen (aber eigentlich einfach nur bequem sind) anziehen und zur Arbeit stiefeln.
Ach ja. An manchen Tagen…
Es klingelt. Ich betätige die Gegensprechanlage.
Ich: “Hallo?”
Stimme: “Guten Tag, Frau.. äääh, Frau, äääh”
Ich denke: ja, schon Mist, wenn zwei Namen am Türschild stehen.
Stimme: “Frau.. äh.. Wortteufel?”
Ich: “Und wenn?”
Stimme: “Ich bin der Herr Meyerschmidtmüller von der Firma Vor.werk.”
Ich: “Freut mich für sie. Dann haben sie ja sicher platte Füße.”
Stimme: “Was?”
Ich: “Na, dann laufen sie doch den ganzen Tag rum und möchten den Damen zuhause was verkaufen. Aber: ich habe kein Interesse an ihren Produkten.”
Stimme: “Ich möchte ihnen gar nichts verkaufen.”
Ich: “Ach, sie möchten mir was schenken?”
Stimme: “Nein.”
Ich: “Was wollen sie dann?”
Stimme: “Meine Kollegin Schulzeschmidt hat vor zwei Wochen Proben unseres Reinigungsproduktes XY verteilt. Und ich wollte fragen, wie ihnen das Produkt gefallen hat.”
Ich: “Wie soll mir ein Produkt gefallen, dass ich nicht bekommen habe?”
Stimme: “Wieso?”
Ich: “Guter Mann, zum einen habe ich bereits gesagt, dass ich kein Interesse an ihren Produkten habe. Und eine Kollegin Schmidtschulze…”
Stimme: “Schulzeschmidt.”
Ich: “… die kenn ich genauso wenig. Wenn sie also hier zu Dritt die Gegend mit Produkten versorgen, die mich nicht interessieren, haben sie sicher platte Füße.”
Stimme: “Ja, schon.”
Ich: “Und da wir uns ja nun einig sind, dass ich an ihren Produkten kein Interesse habe, eine Frau… ach, ihre Kollegin halt, nicht kenne und dementsprechend wohl auch kein Produkt XY von ihnen bekommen habe, sie aber unter schmerzenden Füßen leiden, holen sie sich mal bitte einen Zettel und einen Stift.”
Stimme: “Äh, Moment. Da muss ich mal in meiner Aktentasche… Warum eigentlich?”
Ich: “Und schreiben auf: Apotheke. Hans.apla.st kaufen. So. Und nun suchen sie mal ihre Kollegin, die scheinbar ihren Job nicht richtig macht, denn sonst hätte ich ja ihr Produkt XY und sie könnten mir jetzt die Wohnung probeputzen und geben der Guten mal einen Schlag auf den Hinterkopf, weil sie wegen ihr hier umsonst geklingelt und die Litaneien einer demoralisierten Nicht-Hausfrau anhören mussten.”
Ach, ist doch wahr. Immer diese Vertreter. Aber, mist. Mir fällt jetzt erst auf, dass ich kein Putzmittel mehr hab. Hätt ich den doch reingelassen… Der hätte sicher noch ein Päckchen übrig gehabt.
Nach einer großen Schüssel 1a-Obstsalat mit Äpfeln aus heimischen Gärten (ja, danke an den W. für den neuen Gartengruß…) bin ich jetzt sowas von gestärkt, dass ich Bäume ausreißen könnte.
(Leider stehen grad keine zur Verfügung.)
Der Beitrag unten wurde mal von mir geschützt.Sicher ist sicher ;)
Wenn ich im Skype neben dem Namen meines Bruder ein “Oleee, wir fahn innen Puff nach Barzeloonaaa” lese, dann zweifel ich manchmal daran, dass er wirklich für sein Studium lernt – oder doch fürs Leben.
“schienbeinschmerzen sitzen pc”
Kleiner Tipp: Guck mal nach unten. Und? Siehst Du es? Du sitzt am vorderen Teil des Schreibtisches. Nur leider ist dein Schreibtisch einer mit Sichtblende. Geh mal zur anderen Seite des Schreibtisches. Und? Da ist offen, oder? Keine Sichtblende. So. Und nun setzt Du dich an die Seite ohne Sichtblende, wenn Du am Schreibtisch arbeitest. Und Deine Schienbeinschmerzen verschwinden von ganz allein. Ohne Arztbesuch.
“abendsprüche”
Gute Nacht?
“ming Wuppertal Slager”
Ich glaube ich weiß, was Du meinst: Du suchst nach einem Schlager in dem es um eine kostbare chinesische Vase geht, den ein Wuppertaler gesungen hat. Aber den kenn ich leider auch nicht. Sorry.
“por.no dm”
Jaja. “Runter mit den geilen Kittelschürzen” oder “Hier gehts rund, zwischen Zahnpasta und Spüli” sind nur die bekanntesten der Drogerie-Por.nos…
“senile bettflucht kräuter”
Pass mal auf, Du Paro.li-Lutscher: die Dinger helfen nicht gegen Schlaflosigkeit.
“Ja, das bleibt immer ein Geheimnis”
Das, was Du möchtest, auch…
“Da krisch isch Plaque”
Und isch bei so Suchanfragen auch.
“lange fussnägel lady barbara”
Whaat?
“Übelsetzung”
… ohne Worte. Sonst kommen noch blöde “l” gleich “r”-Aussprachewitze.
“bist mir so wichtig”
Sprach der Haustürschlüssel zum Schloss und ließ sich über den Bart streicheln.
“halbes schwein.jpg”
Ich kenn nur ein ganzes. So ein Vollschwein. Und der wohnt nicht weit von hier.
“fußball pim.mel rutscht aus der hose bilder”
Es gibt Männer mit Fußballpi.mmel? Tilla, weißt Du da mehr?
“tischdeko schalke”
Ehrlich? Ne Meisterschale würde mir ja langen…
“emos essen nichts”
Doch. Sonst hätten sie ja nichts, woran sie sich verschlucken und ersticken könnten.
“Lästerei Hessen”
De Hesse lästert net. De Hesse babbelt dumm. Un des is net halb so fies gemeint, wies ankommt.
“gips windel zahnspange”
Es gibt Dinge, über die will ich einfach nicht nachdenken.
“Wie schneide ich die aktuellsten Männer”
Egal, ob ein Mann aktuell oder schon von gestern ist: nimm immer ein ganz scharfes Messer. Damit geht es am besten. Wenn die Haut schon ledrig ist, dann nimm am besten die Kettensäge. Gute Tipps zum Handling findest Du beim gut sortierten DVD-Verleih.
“leichen puder”
Spontan denke ich grade an diese überschminkten Millionärsgattinnen jenseits der










