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Im Radio werden permanent schlechte Witze und Kalauer über den Schalttag gemacht, der Dauerregen hat die ganzen Blüten und Knospen von den Bäumen gefegt und mein frisch gewaschenes Auto damit überzogen und ich kann keine Teppiche mehr sehen.

Was mich am Leben erhält? Die Aussicht auf Mundstuhl morgen abend, der Strauß lilafarbener und orange-gelber Tulpen, der hier vor mir rumsteht und die Tatsache, dass Teppichprospekte pünktlich bezahlt werden.

Grade ist mir ein Typ vors Auto gelaufen, weil er es scheinbar für völlig normal hält, dass ich eine Vollbremsung auf der Hauptstraße machen muss, weil er sie grad mal 100 Meter neben dem Zebrastreifen überqueren will. Auf mein Hupen reagiert er mit völligem Unverständnis und ich bin kurz davor auszusteigen und der Weichbirne gegen das Knie zu treten.

Ich habe nur leider keine Stahlkappen in den Stiefeletten.

Draußen vor dem Fenster sitzen sieben (hessisch: sibbe!) Eichelhäher und putzen sich ihr Gefieder. Leider scheinen die Viecher sich gegenseitig nicht zu mögen oder leiden unter konsequentem Astneid, denn sie stoßen merkwürdige Laute aus während sie sich von Ast zu Ast scheuchen.

Wenn man wissen möchte, ob man “überland” fährt, muss man einfach nur auf die Autos vor und hinter einem gucken. Wenn da nämlich ein C neben einem Stern steht, das Auto silberfarben ist und es seine Kumpels mitgebracht hat, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass man auf dem Land ist. Wenn neben den Sternen noch so Hufeisen am Kühlergrill hängen, dann kann man sicher sein, dass Jupp und Erna vom Hof inne Stadt fahren. Und das bitte nicht schneller als mit 70 km/h. Danke. Da muss man zur Feier des Tages auch mal seinen Hut aufbehalten dürfen, oder?

So. Ich leg mich jetzt erstmal auf die Couch und erhole mich von dem Gezeter der Kampfmütter da draußen, die sich gleich sicher die Haare rausreißen, weil sie unter akutem Parkplatzneid leiden und Angst haben, ihre Kinder müssten zu weit laufen. Gern nehm ich Wetten an, welche gewinnt…

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Drei Tage Gemüse und Obst in allen Variationen und möglichst keine Kohlenhydrate. Das habe ich mir vorgenommen.

Heute war Tag 1. Mittags gab es Zucchini-Auberginen-Tomaten-Zwiebel-Durcheinander. Heute abend das gleiche aufgewärmt und eine lecker Frikadelle dazu.

Ich habe Hunger.

Die Schwiegerleute kamen mit Tourinippes aus Südafrika zurück. Handbemalte Kerzen, Stoffschals, Schmuck, Mama Africa-Sauce und – Trockenfleisch.

Ja. Trockenfleisch. Warum auch immer.  Soll den Geschmack der großen Weite und unerzählten Geschichten haben, das Gefühl von Lagerfeuerromantik und typisch südafrikanischer Lebensart vermitteln. Ich finde, es hat den Geschmack von Hundefutter mit Gummischuhsohle.

Nun ja, ich war noch nie ein Abenteurer.

Wir überlegen ja, unsere Wohnung zu verkaufen, weil sie für uns zu klein ist.

Nun war vor einigen Tagen eine Interessentin hier, die die Wohnung auch sehr schön fand und Interesse hatte. Sie wolle die Wohnung kaufen, um sie dann an eine gute Freundin zu vermieten, die auf Wohnungssuche sei.

Nun war heute besagte Freundin hier, um sich die Wohnung als potentielle Mieterin anzusehen. Und sie lief durch die Räume und seufzte immer. Sagte Dinge wie: “Och Du je, nee, da komm ich nicht mit hin.” oder “Ich hab doch ein Klavier. Und was ist mit dem Bett. Und der große Esstisch und der Schrank und ich hab doch ein Klavier…”

Wie wir dann raushörten, ist sie mit ihrem eigenen kleinen Business pleite gegangen, hat die Rente beantragt und will aus ihrer Wohnung ausziehen, weil diese Schimmel habe. Sie wolle weniger Miete zahlen, als jetzt. Und sucht jetzt eine passende Wohnung.

Also zusammengefasst: die Wohnung soll 60 qm groß sein, aber Stellfläche, wie eine 70 qm Wohnung (?), damit sie alle Möbel unterbekommt. Sie möchte für die 60 qm aber so viel Miete zahlen, wie für eine 40 qm Wohnung, weil es ihr ja finanziell nicht so gut geht. Sie sucht also eine Premiumwohnung in einem der teuersten Vororte Frankfurts zum Preis einer unrenovierten, ungedämmten Altbauwohnung in Paderborn.

Entweder, die Dame schraubt mal ihre Erwartungen so weit zurück, dass es zu ihren monetären  Möglichkeiten passt oder sie sucht ewig weiter. Wunsch und Wirklichkeit könnten wohl nicht weiter voneinander entfernt sein.

Vielleicht kauft ja die Dame die Wohnung auch ohne sie an die Freundin vermieten zu wollen. Sondern einfach, weil sie ihr so gut gefallen hat…

Neuer persönlicher Prospektrekord:
Vom Foto bis zur Druckerei in 24 Stunden.

Ich bin so müde.

So kurz zum Feierabend um 23.20 Uhr noch ein paar Schnipsel:

Ich bearbeite zur Zeit drei Kundenaufträge parallel. Mutiere zum Teppichluder und Textkürzungsmonster. Renne hinter Geld her und gebe auf der anderen Seite aus. (So ein Toner in Gelb kostet halt mal 133 Euro netto. Ich glaube, ich male aus Kostengründen die Ausdrucke demnächst mit Wasserfarben…)

Solche Kundenmails

“Wegen Zeitdräng kann es kleine Prospektformat sein. Wie besprochen. Beste Grüße.”

entlocken mir nicht mal mehr ein Schmunzeln. Ich klopp gleich mit dem Kopf auf die Tastatur.

Nein, ich bin nicht in der Lage einen Prospekt in drei Stunden zu erstellen. Auch dann nicht, wenn es nur eine Billigprospekt ist. Allein die Bildbearbeitung nimmt das doppelte in Anspruch. Aber danke, dass das der Druckerei einfach mal ohne Rücksprache versprochen wurde. Zum Glück hat diese bei mir nochmal nachgefragt, ob das überhaupt so ist.

Auch wenn eine Firma das verkaufen möchte: ein Sofa, ein Einzelstück, für 6900 Euronen in einen Billigprospekt zu stellen, lockt keine Schnäppchenjäger an. Nein.

Ich habe heute sieben Mal mit der Druckerei telefoniert. Nach dem vierten Mal lachten beide Gesprächspartner nur noch, wenn man wieder am Telefon war. Die sieben Telefonate waren notwendig, weil der Kunden die Druck”parameter” sieben Mal änderte – und wieder zurück änderte. Leider bei allen Beteiligten unterschiedlich.

Nein, ich möchte nicht in Naturalien bezahlt werden.

Schokolade kann helfen, muss aber nicht. Schokolade mit Lavendel beruhigt leider nicht so, wie ich es mir erhofft habe.

Gute Nacht. Allerseits. Hoffe, Euer Tag war schöner.

Edit: Nix Feierabend um halb 12. Ich saß dann da noch fast zwei Stunden länger.

Ich bin seit meiner Firmengründung Kunde bei einem Bürobedarfsgroßhandel. Zu diesem Bürobedarfsgroßhandel (übrigens in Enkheim, liebe workingmum) bin ich durch den Wortteufelmann gekommen, der mit dem Inhaber Fußball gespielt hat.

Die Firma macht keine Mordsumsätze mit mir. Dafür bin ich zu klein und habe zu wenig Verbrauch. Aber wenn ich was zu bestellen oder kaufen habe, dann nur über sie. Einfach, weil ich den Service dort nicht missen möchte.

Zwar liefert der Bürobedarfsgroßhandel auch die Waren, aber ich fahre immer gern hin und hole mir die Sachen selbst ab, weil immer jemand Zeit für ein Pläuschchen am Tresen hat.

So auch heute, als der Inhaber selbst ein paar Minuten, ok, sagen wir lieber eine halbe Stunde, Zeit hatte und wir uns über Kunden im allgemeinen und unsere im speziellen unterhalten haben. Und wir haben festgestellt, dass leider die Mentalität der Menschen sich dahin gehend gewandelt hat, dass Rechnungen meist er nach der zweiten Mahnung beglichen werden. (An der Stelle kurz eingehakt: ich habe heute bar bezahlt, weil ich das letzte Mal tatsächlich eine Mahnung bekommen habe und erst nach langem Suchen in meinem “To-do-Stapel” die verlorene Originalrechnung wiederfand. Es war mir so unendlich peinlich und ich bin fast im Boden versunken, dass ich es diesmal mit der Direktzahlung wieder gut machen wollte…)

Es scheint also immer mehr zur Sitte zu werden, Leistungen einzufordern und nicht pünktlich zu zahlen.

Und ich werde nicht müde, allen ins Gesicht zu schreien: Auch Geschäftsleute haben Fixkosten, die sie zahlen müssen. Sogar pünktlich. Wenn Kunden Leistungen bekommen, dann sollen sie diese auch bitte zahlen. Pronto. Sonst läuft es auf Vorkasse hinaus. Und sind Sie dazu wirklich bereit, liebe Kunden? Egal welcher Branche?

Das kann die Arztrechnung des Privatpatienten sein, die Papierbestellung oder die Telefonrechnung. Nur bei solchen Dingen wie Telefonrechnung sind die meisten Konsumenten ja schneller mit der Zahlung aus Angst, das Telefon könnte ihnen abgeklemmt werden. Halleluja.

Scheinbar muss ich also eine wirksame Drohung für meine Kunden haben, damit sie zahlen. Überhaupt zahlen, wäre schon. Und pünktlich wäre grandios.

Ist das denn zu viel verlangt?

Cam.eron Di.az und Brad Pi.tt haben für mich was gemeinsam: die sehr eckige Gesichtsform. Wenn die beiden Nachwuchs bekämen, wären das sicher Kinder in Würfelform.

Wenn jemand die Wohnung anguckt und Interesse hat, dann überlegt man sich ernsthaft, ob man den Maler für Mai abbestellen soll. Na. Warten wir erstmal.

Habe grade zwei graue Haare auf Worteufelmanns Haupt entdeckt. Bin ganz happy. Endlich hab ich es geschafft.

Mal etwas vorne weg: Vier Stunden mit Kiwi und zwei davon noch mit workingmum sind de-fi-ni-tiv viel zu kurz. Das geht gar nicht.

Man streift einige Themen ganz kurz und geht dann zum nächsten weiter, um möglichst viele Infos mal direkt zu bekommen, nicht über den Blog, und kann gar nicht genug in die Tiefe gehen.

Ich habe noch sooo viele Fragen an die beiden anderen, aber leider viel zu wenig Zeit.

Es hatte also was von Speeddating.

Und Kiwi war genau so, wie ich sie mir vorgestellt habe, workingmum war überhaupt nicht so, wie ich sie mir vorgestellt habe :) (Also ich meine optisch. Alles andere passte genau.)

Und wir hatten auch Gesellschaft. Kiwis Kiwis standen in der trauten Bloggerinnenrunde und amüsierten mit einem aufziehbaren “Tacktacktack” und einem schwindelnden Wackeln. Sehr schön.

kiwisuntersich.jpg

(Klick für groß)

Einzig Frau Stilke fehlte, die sich dann doch nicht in den Flieger gesetzt hatte, um uns beizuwohnen. Dabei hatte dieses Vorhaben große “Aaahs” und “Ooohs” und “Das wäre es ja gewesen” hervorgerufen. Und wir bestehen darauf: das nächste Mal bitte mit.

Auch bitte das nächste Mal mit: Tilla Pe, littleb und die anderen Hessenblogger.

Also: Terminvorschläge, bitte!

Und danke, liebe Kiwi und liebe workingmum, dass ich Euch persönlich jetzt auch mal kennengelernt habe! Ihr seid genauso symphatisch, wie Eure Blogs vermuten lassen :)

Ich habe Schmerzen. Ehrlich. Meine Beine sind schwer. Meine Flügel lahm. Mein Bizeps fühlt sich an, als ob er gleich platzt.  Und vor dem Training heute im Fitti ging es mir auch nicht besser…

Der Lauf gestern hat mich umgehauen. Schon das Post reinholen heute mittag hat mir alles abverlangt. Der Muskelkater ist nicht nur in den Beinen, sondern auch im kompletten Schulter-Nacken-Bereich.

Trotzdem bin ich dann um halb 4 zum Studio. Einloggen bei der Neuen an der Theke (die wirklich sehr irritiert guckte, als sie mich sah – warum erfuhr ich später…) und am Fitnesscomputer.

Umziehen, raus. Cardio.

Mit leidendem Blick schau ich mir die Laufbänder an und gehe zielstrebig an ihnen vorbei. Rauf auf die Crosstrainer. Laufen für Anfänger 8) Nein, natürlich nicht. Aber es ist nun mal nicht halb so anstrengend, wie Joggen.  Aber für mich scheint sogar das heute zu viel zu sein. Denn nach 15 Minuten rumhübbeln kann ich nicht mehr. Den Beinen tat das zwar gut, sie wurden etwas lockerer. Aber ich japse und jaule und bezweifel ernsthaft meine komplette gesundheitliche Wiederherstellung.

Runter vom Crosstrainer, ab in den Kraftbereich.

Ich halte mich wacker und kann sogar einem Jungspund (ich tippe nicht älter als 25) ein ungläubiges Staunen entlocken, als er nach mir die Beinpresse einstellt und meine 11 Gewichte auf 6 runterstecken muss – und mich irritiert bestaunt. Ja, mein Junge, nur nett aussehen hilft nicht. Da muss schon in bisschen Power dahinter sein.

Der Wortteufelmann ist auch immer belustigt, wenn er sieht, wie sich die jungen Männer, die ja eigentlich vor Kraft strotzen müssten, an den Geräten abmühen, die er mit der doppelten Gewichtsmenge bestückt. Nun ja. Jugend ist kein Garant für Kraft.  (Und Alter nicht für… Ach, lassen wir das 8) )

Meine Rosinenmuckis an den Oberarmen tun weh nach der Bizepsübung, die Innenschenkel merke ich nicht mal mehr vor Schmerzen. Rücken? Hab ich. Weiß nur nicht mehr, wo. Und die Bauchmuskeln leiden still vor sich hin.

Danach nur noch Sauna.

Jetzt bin ich platt. Fertig. Und mir tut wirklich jeder Muskel weh. Jeder.  Ich glaube, heute kann ich gut schlafen…

Ich bin sauer. Nach drei Jahren ist unser Kru.ps-Kaffeevollautomat hinüber. Er läuft aus. Ständig steht er in einer Pfütze von “Brackwasser”. Die Aufschäumeinheit hat ja schon vor zwei Jahren den Geist aufgegeben.

Also muss ein neuer her. Ein neuer Kaffeevollautomat.

Und ich möchte Euch um Eure Meinung zu Produkten bitten, falls ihr Erfahrungen gemacht habt :) Irgendwelche Empfehlungen?

Dass “heute” schon halb rum ist und dafür “morgen” bald kommt.

Und “morgen” bedeutet ein Bloggerinnentreffen in FFM :) Hach, ich freu mich so.

PS: wir sollten ein Bloggerinnenkaffeekränzchen in FFM scheinbar schnellstens wiederholen, da noch mehr ihr Interesse bekundet haben 8)

Diese Zwiebacksägen auf zwei Rädern, die bei uns mit 50 am Haus vorbeimöhren und mir damit immer den Zahnarztbesuch des letzten Freitags ins Gedächtnis rufen. (Ehrlich. Diese Peu.geo.t-Roller haben einen dermaßen penetranten Määäh-Ton, der geht mir bis ins Zahnfleisch.

Väter, die vier Kinder von der Schule abholen und eins davon in den Kofferraum setzen, weil “vorne sitzen für Kinder verboten ist”.

Eine Pickel am Kinn zu haben und zu merken, dass der verdammte beschissene überlebenswichtige Abdeckstift im Kulturbeutel in der Sporttasche ist. Und die befindet sich schon im Kofferraum, damit ich aus der “heute geh ich ins Fitti”-Nummer nicht mehr rauskomme. (Und wie soll ich jetzt an den Nachbarn vorbei mit diesem Red-Dot-Award-verdächtigen Megahuppel?

Nur einen Parkplatz mindestens zwei Kilometer von zuhause entfernt zu bekommen, weil draußen die MPGV (Mütterliche Park-Göttinnen Vereinigung) ihr Jahrestreffen abhält und strikt die Satzungsvorgabe “Pro Auto zwei Parkplätze quer belegen” befolgt. Und zwar jede einzelne von ihnen.

… ist draußen so ein Wetter, bei dem man durch den Wald geht, hoch in die Baumkronen schaut und sieht, wie die Sonne funkelnde Lichtspiele in den Wipfeln aufführt und der blaue Himmel durch die wogenden Äste mit den frischen Blättertrieben leuchtend schimmert. Dazu gehört dann “Love on Sale” von Philip Boa & the Vodooclub.

(In Ermangelung des Videos bei Youtube kommt dann hier halt der kommerziellere Alternativvorschlag)

Na? Knacken wir heute noch die 100.000er-Schwelle?

Drei Wochen Pause. Dieser fiese grippale Infekt hatte mich wohl doch mehr umgehauen, als ich befürchtet hatte. Das hat sich auch heute mittag gezeigt, als wir übermüdet vom frühen Aufstehen in den Riedwald (?) in Enkheim fuhren, um ein bisschen Laufen zu gehen.

Wir nahmen uns acht Kilometer vor, nach zwei schlug ich vor, die Abkürzung zu nehmen.

Es tat so weh. Es tat so unglaublich weh. Die Beine so schwer, als hätte mir jemand Bleigewichte in die Schuhe gesteckt (hat niemand, ich hab nachgeguckt…) und kaum Atem.

Schon nach wenigen Metern ein unangenehmes Ziehen in der Seite. Drohendes Seitenstechen vermiest mir häufig das Laufvergnügen. Das Seitenstechen kam dann glücklicherweise nicht. Dafür japste ich vor mich hin, als stünde ich kurz vor dem Lungenkollaps.

Das Positive bei dem Lauf? Das er zu Ende ist.  Na, ok, das Wetter war auch ein Traum. Sonnenschein pur. Ich habe auch eine Überdosis Endorphine im Körper aufgrund der ungewohnten Sonneneinstrahlung, aber das ändert nichts an den schweren, müden Beinen, die ich hier grade auf die Couch gehievt habe, nachdem ich mit traumhaften Spinatknödeln mit Hühnchen verwöhnt wurde.

Die Daten des Laufs? Furchtbar. Ich bin einen Durchschnitt von 164 (!) gelaufen. 164! Das sind ungefähr 84% des Max-Pulses und definitv mindestens 30 Schläge zu viel.

Daher war es auch dann nur die kleine Runde “in langsam”: 50 Minuten. Mehr nicht.

Und jetzt drei Monate Rekonvaleszenz 8)

Sonntag morgen, 7 Uhr, Frankfurt Airport, Terminal 1.

Die Schwiegerleute kommen von ihrem dreiwöchigen Südafrikatrip nach Hause und wir stehen pünktlich an Gate 2B als Empfangskomitee. Bei uns ist sowas einfach zu bewerkstelligen, schließlich können wir fünf Minuten vor der Landung losfahren und müssen dann eventuell doch noch – so wie heute – eine dreiviertel Stunde warten müssen, weil der Zoll wieder langatmige Kontrollen bei der Maschine vorher veranstaltet. Die kam aus Colorado.

Die Zeit kann man sich aber gut mit der Beäugung der Anwesenden vertreiben. Abgründe tun sich auf, Geschichten laufen vor dem inneren Auge ab.

Da ist zum Beispiel die Landpomeranze, die sich richtig uffgebrezelt hat, weil wohl ihr Liebster ankommt. Weißer Kurzmantel, schwarz abgesetzt. Ein schwarzer Rock verhüllt leider viel zu wenig der Sauerkrautstampfer, die in ihren Nylons (hautfarben) in offenen Highheels mit Pfennigabsätzen stecken. Man sieht ihr an, dass die Schuhe neu sind und es für sie nicht normal ist, so rumzulaufen. Sie versucht die Belastung von einem Fuß auf den anderen zu verlagern, da ihr scheinbar die Gehquaddeln weh tun. Ihre Haare haben eine 1a-Fönwelle und ich glaube sie hat die Stars der 50er Jahre vor Augen gehabt, die sehnsüchtig am Bahnhof auf ihren Liebsten warten. In Mänteln, die in der Taille eng geschnürt sind und frisch nachgezogenen Lippen. Leider bewegt sie sich eher so, als sei sie Jeand mit Gummistiefeln gewohnt und das macht das ganze nette Outfit zunichte. Leicht breitbeinig hibbelt sie von Fuß zu Fuß und schaut in Richtung Passkontrolle, so bald die Milchglastüren sich öffnen und einen Blick zulassen.

Gleich hinter ihr steht eine US-Soldatin. In Tarnanzug. Mit dicken Stiefeln in beige. Ihre blonden mittellangen Haare sind zu einem Bauernzopf geflochten, aus dem nicht ein Haar raussteht. Sie sieht aus wie diese US-Soldatinnen, die man aus dem Fernsehen kennt. Hübsch, blond, kampfbereit. Einzig ihr Blick verrät ihre Nervosität. Ansonsten steht sie stramm. Stramm und selbstsicher mit leicht nach außen ausgestellten Stiefeln. Die Hände verschränkt vor der Brust. Irgendwann, als die meisten Passagiere aus der Coloradomaschine schon weg sind, wird sie unruhig. Eine andere Passagierin geht auf sie zu. Spricht sie an. Beides Amerikanerinnen. Die Dunkelhaarige trägt Anzug. Sie reden einen Moment. Die Soldatin nickt. Freut sich. Entspannt sich. Scheinbar sind noch einige in der Kontrolle. Ihr Handy klingelt, sie spricht laut. Sie hört scheinbar, dass es nicht mehr lang dauern kann.

Eine Gruppe Reisender wird von ihren Angehörigen begrüßt. Jugendliche sind dabei, die von ihren Eltern abgeholt werden. Man wird einander vorgestellt. “Lehrer”, sagt der Wortteufelmann. “Ja”, sage ich, “wahrscheinlich Erdkunde.” “Sport und Geschichte”, sagt der Wortteufelmann. Wir lachen. Die Gruppe versprüht den Charme von Studienräten eines humanistischen Gymnasiums auf Oberstufenfahrt. Nur ohne Spaß. Sie sehen sehr reisend aus. Als ob sie ein Treckingtour durch die Anden gemacht hätten. Nur halt ohne dreckig, ohne Trecking, ohne Anden. Aber sie wollen wohl den Eindruck von weltumrundenen Abenteurern erwecken. Ihre gebügelten Hemden strafen sie Lügen. Ebenso wie ihre wohlrasierten Bärte. Aber Hauptsache, sie fühlen sich abenteuerlich und können nun zurück in ihre Reihenhäuser und sich über das Gebell des Nachbarhundes aufregen und sich beim Diaabend mit den Freunden als große Helden feiern lassen.

Ein braungebrannter Glatzkopf, wir schätzen Anfang 30, kommt in weißer schlabberiger Hose, wehendem weißen Hemd, aufgeknöpft, mit weißem Feinrippshirt drunter aus der Passkontrolle. Er hat nur ein Duty-Free-Beutelchen dabei. Sonst nichts. Keine Tasche, keinen Koffer. Wir heben die Augenbrauen. “Mir ist sowas suspekt”, sagt der Wortteufelmann. “Bestimmt ein Auftragskiller.” “Nein”, sage ich. “Dann hätte er ein kleines Gepäckstück dabei.”

In dem Moment kommt von hinten sein Doppelgänger aus der Passkontrolle und zieht zwei Koffer hinter sich her. “Ah, er hat seinen Hiwi dabei.” Sagt der Wortteufelmann. Muss wohl so sein. Draußen angekommen gehen sie gemeinsam weiter. Der eine vorweg, der andere mit den Koffern hinterher.

Ein Mann steht an der Absperrung und erinnert mich an ein eingesperrtes Tier, das seine Runden am Käfigrand dreht. Unruhig läuft er immer hin und her. Er hat eine rote Rose in der Hand. Und eine Ostertüte. Sicher wartet er auf seine Familie, die aus Südafrika zu ihm kommen wird. Gleich gibt es sicher eine große Umarmungsorgie mit vielen Freudentränen.

Eine ältere, kleine, grauhaarige Dame kommt aus der Passkontrolle. Sie lacht. An der Glaswand steht eine junge Familie. Ein kleines Kind auf dem Arm. Ganz klein. Vielleicht zwei oder drei Monate als. Die ältere Dame stürzt auf die Glaswand zu. Die junge Frau hebt das Kind hoch. Die ältere Frau hat Tränen in den Augen. Streichelt dem Kind über den Kopf. Sie kann sich kaum losreißen, um die zwanzig Meter links weiter zu gehen aus der Absperrung raus. Parallel zu ihr gehen sie mit zur Schranke. Immer auf gleicher Höhe. Die Dame kann die Hände kaum von dem Kind lassen. Sie stürzt das letzte Stück raus. Sie alle umarmen sich, weinen.

Ein kleines Mädchen steht mir ihrer Mutter neben uns. Sie hat einen kleinen Strauß Blumen in der Hand. Die Mutter sieht besorgt aus. Das Kind lacht. “Mama, Wasser!” Ruft sie. Und zeigt auf die Wasserfontäne, die aus der Wand in ein Becken schießt. Sie schaut das Wasser an. Dann hebt sie den Strauß, guckt sich unten die Stiele an uns sieht seine Mutter fragend an. Sie hat keinen Blick für die Tochter oder die kausalen Zusammenhänge, die das Kind grade herstellt. Das Kind hört auf zu lachen beim Blick herauf zu ihrer Mutter. Die Mutter schaut weiter zu den Milchglastüren. Sie öffnen sich, ein Mann kommt raus. Die Mutter nimmt das Kind an der Hand und läuft in die Richtung, in die der Mann schnellen Schrittes geht. Er hat sie nicht gesehen. Er schaut eine Frau an, die vor ihm geht. Die Mutter zieht ihr Kind hinter sich her. Der Mann ist schneller. Ich kann nicht mehr sehen, wann sie ihn einholen.

Die Kaffeebar verströmt einen für mich und für die frühe Stunde am Morgen verheißungsvollen Kaffeeduft. Ich sehne mich nach einem Kaffee.

Immer mehr Passagiere kommen durch die Milchglastüren. Die Stewardessen von South African Airways tragen wunderschön grellblaue Kostüme, die einfach nur schön zu ihrer Haut aussehen. Ich werde kurz neidisch mit meiner weißen, sonnenempflindlichen Haut, die ich im Sommer mit LSF 20–30 schütze. Sie sehen müde aus. Sie haben viele Stunden Arbeit auf den Beinen hinter sich und gehen, so aufrecht ihre Müdigkeit es zulässt, in Richtung Ausgang. Sie tragen Schuhe mit Absatz und ich möchte nicht wissen, wie sehr sie weh tun.

Die Frau im weißen Mantel fällt mir ein. Sie läuft so gut es ihre Pfennigabsätze zulassen auf einen kleinen Mann mit Glatze zu, der einen dunklen Mantel trägt. Er nickt ihr kurz zu, umarmt sie flüchtig. Schade, denke ich mir. Da hat sie sich wohl mindestens eine Stunde Zeit genommen für Haar und Makeup. Und wofür? Für einen flüchtigen Blick aus müden Augen. Kein Anzeichen der Freude oder Begeisterung. Vergebliche Liebesmüh. Schieß ihn ab, Schätzchen. Und angel Dir jemanden, der auf Sneakers steht…

Der Strom der Reisenden nimmt nicht ab. Ein Mann mit einem Surfbrett in einer Verpackung kommt aus den Türen. Er stößt überall gegen und zieht die Aufmerksamkeit auf sich. Dahinter sehen wir einen kleinen, braungebrannten, grauhaarigen Mann aus den Türen kommen. Er schiebt einen Wagen mit zwei Koffern vor sich her. Der Schwiegervater. Eine grauhaarige Frau wackelt hinter ihm aus der Passkontrolle. Die Schwiegermutter. Beide sehen furchtbar müde aus.

Wir winken, sie lachen. Und die Müdigkeit sieht nicht mehr ganz so erschreckend aus.

Ein jüngeres Paar kommt auf uns zu. Umarmt die Schwiegerleute. Schüttelt uns die Hände. “Und wenn ihr im Allgäu seid, dann sagt Bescheid! Bitte.” “Ja, wir telefonieren aber vorher noch.” “Ja, natürlich.” Sie drehen sich zu uns um. “Tolle Eltern habt ihr. Wir hatten so viel Spaß zusammen.” Sie gehen weg. “Gell, lieb sind die.” Sagen die Schwiegerleute.

Der Schwiegervater läuft aufrechter, als noch vor drei Wochen. Trotz der anstrengenden Rundreise, vor der er so viel Angst hatte, scheint es ihm gut getan zu haben. Wir umarmen und. Der Wortteufelmann nimmt den Wagen. Ich nehm den Schwiegervater. Er lacht. “Du siehst so müde aus”, sage ich. “Wir sind seit gestern morgen sechs Uhr auf den Beinen. Ich konnte im Flieger nicht schlafen.” Wir haben es acht Uhr, als wir durch die Gänge des Terminal 1 zum Parkhaus zurück laufen. “Könnt ihr noch laufen?” “Ja, unsere Hintern sind platt gesessen. Nicht die Füße.”

Wir gehen durch die die langen Gänge, zahlen unsere 3,60 Euro Parkgebühren für die Stunde und suchen den Lift zum Parkdeck.  Ab nach Hause.

Damals, als mein Bruder und ich alleine im Urlaub in Griechenland waren, hatten wir immer einen Kellner im Restaurant, der für die Suppe zuständig war. Er hieß Kostas, wie er uns schon am ersten Tag mitteilte.

Kostas lief mit seiner Suppenschüssel zu den Tischen der Gäste und fragte freundlich und dauergrinsend: “Soupsoup? You wanna Soupsoup?”

Und jedesmal sagte mein Bruder beherzt: “Nee.”
Und Kostas haute ihm eine gute Kelle voll auf den Teller.

Nun dürfte es dem Griechenlandurlauber bekannt sein, dass das “Nee” bei den Griechen so ausgesprochen ein beherztes “Ja” bedeutet und mein Bruder unwissentlich dem guten Kostas mit seinen vermeintlichen Sprachkenntnissen jeden Tag eine Freude bereitete.

Diese kurze Anekdote wollte ich doch mal kurz hier festhalten, nachdem ich grade Fußball geguckt habe und der Name fiel. Das alles ist zwar schon zehn Jahre her, aber Kostas ist in unserer Erinnerung geblieben…

Der Maler war da. Ende März werden wir für eine Woche Besuch von den Handwerkern bekommen und das Büro neu machen lassen – danach wird es kein Büro mehr sein. Aber dafür schöner…

Im Mai werden Bad und Küche gemacht. Ich habe Angst.

Wenn man das Projekt “getrennt schlafen” heute nacht gut überstanden hat und beide Seiten herrlich ausschlafen konnten ohne Schnarchen und Treten des anderen, dann überlege ich mir, ob ich heute nacht wieder auf dem Schlafsofa nächtige ;)

Samstags auszuschlafen ist toll. Noch toller ist es, wenn man weiß, dass man nichts mehr einkaufen muss und Wochenende hat.

Wenn der Wortteufelmann das Rezept nachkocht, das Lamiacucina vorgeschlagen hat, dann duftet es schon nach kurzer Zeit ganz wunderbar nach Rosmarin, Thymian und Tomaten… Ach, was schön.

Ich überlege, ob ich eben runter in den Keller gehe und noch einen leckeren Rotwein hoch holen soll… Passen täte es zum Essen – aber Rotwein geht bei mir ja immer ;)

Ein bisschen neugierig bin ich ja schon, welchen Promi Stilke bei sich zu Besuch hatte. Aber sie deutete ja schon an, dass ich wohl nicht genug Kenntnisse der Prominenz hätte, um ihn überhaupt kennen zu können… 8) Ich Wald- und Wiesendorfpomeranze, ich.  ;)

Habe draußen Eichhörnchen gesehen. Leider waren sie schneller, als ich mit der Kamera. Dabei liiiebe ich Eichhörnchen doch so.

Wenn ein Kunde von mir will, dass ich die Werbung, die ich für ihn gemacht habe, an eine Firma schicke, damit die einen Versteigerungskatalog erstellen können ohne sich selbst die Arbeit mit den Bildern machen zu müssen und die eh nur für den einen Prospekt bezahlt wurden, dann bekommt der Versteigerer für seinen Billigversteigerungsprospekt nur eine 72dpi-Billigversion zugeschickt, die er qualitativ gern verhackstückeln darf. Falls noch andere Bilder benötigt würden, sollen sie den Mund aufmachen. Ich stell dann die neue Nutzung in Rechnung. (Ja, wo sind wir denn, wenn der Kunde aus Kostengründen nur Bilder für einen Prospekt bezahlen will und nachher hintenrum weitere Nutzungsrechte erschwindeln will.)

Ich bin auf die Zusendung von Bildern angewiesen für einen Auftrag. Leider meldet sich die dafür verantwortliche Person weder auf Anrufe, noch auf Emails. Na, toll. Soll ich jetzt selbst nach Ba.d Kr.eu.zna.ch fahren? Nö.

Draußen ist so schönes Wetter :)

Ich könnte kotzen, wenn ich Hartz IV-Empfänger höre, die über zu wenig Kohle jammern, aber den vollen Aschenbecher und die Kippen auf dem Tisch liegen haben.

“Wir habm kaum Geld, um den Kindern watt zu essen zu koofen. Un der Staat hilft auch nich.” Ja, ganz toll. Aber 100 Euro im Monat für die Sucht parat. Ja, nee. Is klar.

Hurra. Ich lebe noch.

Das merke ich allein schon an den schmerzenden Nerven in den Frontzähnen, die sich beschweren über die Freilegung ihrer Enden durch den “Brumm”- und den “Sssss”-Bohrer.

Keine Betäubung. Ich bin ja schon eine drecksharte Sau. Es war immer so hart an der Grenze zur Unterträglichkeit. Immer so knapp vor “wenn es noch länger dauert oder schlimmer wird, geh ich an die Decke.” Wurd es aber nicht. Es blieb mit schöner Regelmäßigkeit genau an der Grenze des noch Erträglichen. Mit kleinen Spitzen, die sich mal kurz über die Schwelle wagten.

Diese Spitzen ließen dann zwar die Tränen in die Augen treten, meine Kleidung komplett durchschwitzen und meinen ganzen Körper verkrampfen, aber sie haben mich nicht zur Aufgabe gezwungen.

Naja. Fast nicht.

Den letzten Teil der Behandlung, den kosmetischen, bei dem eine Frontzahnfüllung entfernt, die Ränder gesäubert und neu verspachtelt werden sollte, habe ich nicht mehr durchführen lassen. Da keine akute Veranlassung dazu bestehe, wie die Ärztin mir sagte, habe ich das auf den nächsten Termin verschoben. Wenn ich wieder trockene Klamotten anhab und neuen Mut gefasst.

Aber ich finde: vier Zähne ohne Betäubung stopfen lassen ist schon nicht schlecht, oder

Liebe Phrixus, huchhu. Wir leben noch. Unsere Aussichten sind doch gar nicht sooo schlimm. *mal in den überschwenglichen Optimismus mit einstimmt* Und wenn bei Dir nun noch die Wurzelbehandlung überflüssig wird und bei mir unter der Frontzahnfüllung nichts überraschendes zum Vorschein kommt, ist doch alles wieder gut…

Liebe Kiwi, zum Treffen käme ich notfalls auch in bester Zombiemanier. Das würde uns auch im Café die besten Plätze sichern. Nur ob wir dann auch nett bedient würden, wage ich zu bezweifeln…

Wenn man wegen bereits erwähnter Hautprobleme eine Apotheke aufsucht, um neue Waschemulsion zu erwerben, hilflos vor Vichy Eucerin den ganzen Produkten steht, dann freut man sich, wenn der Apotheker fragt, ob er seine Fachkraft zur Beratung rufen soll.

Die Fachkraft kam. Und stand genauso vor den ganzen Produkten, wie ich…

“Ja, die Produkte von X sind ja allergengetestet und haben keine Parfümzusätze.”

“Ja, aber die von Y auch nicht. Steht ja drauf.”

“Oh, ach so. Na dann… Weiß ich jetzt auch nicht genau…”

“Wo ist denn der Unterschied zwischen dieser Waschemulsion hier für 9,90 Euro und dieser hier für 17,90 Euro?”

“Tja, mmh. Das ist für trockene Haut.”

“Ja, aber diese hier auch.”

“Sonst weiß ich jetzt auch nicht.”  Fummelt an den Verpackungen rum, liest die Produktbeschreibung auf der Rückseite. “Wissen Sie, die stellen ja ständig ihre Produktpalette um und dann wissen wir immer gar nicht so genau, was sich geändert hat oder ob das immer noch das Gleiche ist.”

“Na, dann nehm ich jetzt diese hier. Wenn die von den Inhaltsstoffen auch gleich sind.”

“Ja, gute Wahl. Dazu hätte ich ihnen auch geraten.”

8)

Gut. Dafür habe ich eine Tüte voll Pröbchen bekommen.

Nein, an manchen Tagen möchte ich diese Emailnewsletter von Unterwäschefirmen nicht bekommen, die mir mit ihren wunderschön geformten C-Körbchen an traumhaftem Modelpüppchen mit samtenem Teint und leicht sonnenverwöhnter Haut blöden Modepuppen die neue Frühlingskollektion vorstellen möchten.

Nein. Besonders dann nicht, wenn die Haut grade gerötet und entzündet ist, weil man mit dem Stress und der Kälte hauttechnisch nie gut klar kommt und mit Juckreiz und Pickeln reagiert, dazu auf der Waage zwei Kilo mehr hat und überhaupt grade in einer schwierigen Phase ist. Nein! NEIN! Ich will das nicht.

Morgen früh muss ich zum Zahnarzt.

Grade habe ich ein Zwiebelschnitzel gegessen (Knoblauchschnitzel gab es nicht…). Ich hoffe, die Zahnärztin muss morgen genauso leiden, wie ich.

Har har.

Einfach, weil littleb es so schön in den Kommentaren angeführt hat, noch ein paar Nachsätze.

“Bei mir auf dem Monitor sahen die Farben super aus. Anders als im Druck.”

Dieser Satz bringt jeden Grafiker an den Rand der Verzweiflung. Denn er weiß, dass er nun erklären muss. Das hört sich dann meist so an:

“Ihr Monitor stellt Farben anders dar, als eine Druckmaschine. Das liegt schon allein in der Natur der Sache: ein Monitor arbeitet mit Lichtfarben. Rot, Grün und Blau ergeben zusammen Weiß. Sie addieren sich zu Licht. Kennt jeder, der sich mal in Physik mit Prismen und Licht beschäftigt hat. Eine Druckmaschine arbeite mit Körperfarben. Cyan, Magenta und Gelb ergeben übereinandergedruckt Schwarz. Sie subtrahieren sich vom Licht weg sozusagen – werden dunkel. Und da diese beiden Dinge schon mal grundverschieden sind, sieht das, was sie drucken anders aus als das, was sie auf dem Monitor haben. Man kann diese Differenz minimieren, in dem man mit kallibrierten Echtfarbenmonitoren und einem Colourmanagement arbeitet. Das haben sie, lieber Kunde, aber nicht. Werden es auch nie haben. Aber davon ab. Nun haben sie, lieber Kunde, vielleicht einen alten Röhrenmonitor, ihr Nachbar einen neuen TFT. Schicken sie ihm ruhig mal ihr Bild und vergleichen sie. Huch. Werden sie sagen. Das sieht ja anders aus, als bei mir. Also fummeln sie an dem Bild rum, fummeln in den ihnen gänzlich unbekannten Funktionen von Photoshop so lange rum, bis das Bild auf dem zweiten Monitor so aussieht, wie sie es möchten. Dann drucken sie beide das Foto bitte auf ihrem Bürodrucker aus. Huch. Na sowas. Das sieht ja wieder anders aus. Sowohl anders, als auf dem Monitor, als auch auf dem zweiten Monitor. Und die beiden Bilder – das Original und das bearbeitete – sehen ja auch völlig unterschiedlich aus, obwohl sie doch auf den Monitoren so gleich aussahen.

So, lieber Kunde, und nun erstellen wir ein Proof, d.h. eine möglichst farbechten Ausdruck des Bildes. Dieses Proof sieht fast so aus, wie später das Druckprodukt. Nicht ganz so. Weil da noch ganz viele andere Faktoren, wie zum Beispiel das Papier und seine Färbung (auch, wenn es nur ganz leicht eierschalenbeige ist) eine Rolle spielen. Aber so 90% farbgenau ist es dann schon meist.

Und nun gehen wir in die Druckmaschine. Das Ergebnis ist wieder etwas anders und hat mit ihrem Foto auf dem Monitor, dem zweiten Monitor oder ihrem Ausdruck nichts mehr gemeinsam.

Deshalb, lieber Kunde, interessiert es mich einen feuchten Dreck, ob Ihnen die Farben an ihrem Monitor gefallen oder nicht. Denn so wird ihr Produkt nachher nicht aussehen. Und das erwähnte ich mehrfach.

Aber für einen Proof vor dem Druck waren Sie ja zu geizig, gell?

Wenn ein Kunde einen Prospekt, einen Flyer oder eine Broschüre – wahlweise auch irgendein anderes Produkt meiner Branche – erstellen lassen möchte, habe ich da nichts gegen. Im Gegenteil. Ich liebe es. Denn es ist mein Job und damit verdiene ich Geld.

Leider hapert es in 80% der Fälle beim Bildmaterial.

Ich weiß nicht, warum es Kunden nicht in den Kopf gehen will, dass Bilder meist der Schlüsselreiz in der Werbung sind. Warum sie immer und immer wieder solche Dinge sagen, wie: “Wir haben da mal Bilder gemacht.”

Wenn dieser Satz fällt, geht bei mir der Vorhang runter und habe auch schon Aufträge aus diesem Grund abgelehnt. Denn die “vom Kunden mal eben gemachten Bilder” sind meistens in einer Qualität, die weder qualitativ ausreichend oder druckbar wären. Vom Zeitstempel auf den 72dpi-Bildern mal ganz zu schweigen.

Dann kommen oft so Sätze, wie: “Das können sie doch sicher ganz einfach wegretuschieren” oder “Im Internet sieht das doch auch gut aus. Und größer muss das nicht.”

Mein Hinweis, dass ihr Monitor auch nur 72 dpi hat und für die Darstellung nicht mehr benötigt, der Druck jedoch eine Auflösung der Bilder von 300 dpi bei der gewünschten Größe erforderlich macht, entlockt ihnen dann ein erstauntes “Ach” und dann ein “aber, sie haben da ja sicher Programme für.”

Ja, sage ich dann immer. Nennt sich Fotograf.

“Aber die kosten Geld.” Sagt der Kunde.
“Und bringt ihnen auch Geld. Denn seine Bilder machen dem Kunden ihr Produkt schmackhaft.”

Entschuldigen Sie, lieber Kunde, der nicht bereit ist Geld für Bildmaterial auszugeben, aber ich kann aus Scheiße keine Bonbons machen. Und Gold schon gar nicht. Sie auch nicht, oder? Sonst müssten Sie nämlich nicht mehr so hart arbeiten für ihr Geld, sondern würden es sich auf dem stillen Örtchen gemütlich machen.

So. Und nun engagieren Sie sofort einen Fotografen. Danke.

Kunde. Vorgestern.

“Wir wollen noch einen Prospekt machen.”
“Ok, kein Problem. Dann müssen wir uns aber sofort mit der Druckerei in Verbindung setzen.”
“Warum?”
“Sie wollen wieder eine Auflage von 250.000? Auf dem 70g-Papier?”
“Ja.”
“Und sie möchten noch weniger ausgeben, als beim letzten Mal?”
“Ja, natürlich.”
“Dann müssen wir wieder in den Rollenoffset gehen. Bogenoffset schafft das von der Produktionszeit nicht. Darüber hinaus auch vom Preis. Wenn wir in den Rollenoffset gehen, sollten wir uns schnellstens anmelden, da die Termine dort nicht so leicht zu bekommen sind. Besonders dann nicht, wenn es so knapp von der Zeit ist.”
“Aha.”
“Und sie möchten in zwei Wochen in der Zeitung beilegen?”
“Ja.”
“Dann sollten sie sich sofort mit der Druckerei in Verbindung setzen, einen Termin für nächsten Montag ausmachen. Die Zeitung möchte gerne drei Tage vorher die Beileger haben, so dass für die Druckerei eine Produktionszeit von zwei Tagen bleibt, wenn der Beileger Samstag erscheinen soll. Und dann sollten sie mir spätestens übermorgen die entsprechenden Waren raussuchen, damit ich noch vier Tage für den Satz habe.”
“Ok, ich melde mich Ende der Woche bei Ihnen.”

Hallo? Und wann soll ich dann den Prospekt machen? Nach dem Druck oder was?

Da bekomm ich einen Text, der 3500 Zeichen hat. Ich habe aber nur Platz für maximal 2200 Zeichen. Und das, obwohl der Texter den Platz kannte. Tja.

Hat der einen Duden zu viel gefrühstückt?

… und ertrinkend in Arbeit. Daher hier grade etwas stiller.

Wenn ich shoppen gehe – egal was – dann laufe ich nicht umbedingt immer topgestylt durch die Stadt. Eher gemütlich. Oft hab ich Sneakers an, Jeans und Pullover. Ich brezel mich also nicht auf, wenn ich Geld ausgeben möchte oder muss.

Innerhalb der Spezies “Einzelhandesschnalle mit minderem Intellekt” (nicht, dass jetzt hier ein falscher Eindruck entsteht! Ich bewundere Einzelhandelsangestellte sehr für Ihr Wissen und Können. Wenn sie denn welches haben…) scheint es sich aber noch nicht rumgesprochen zu haben, dass legere Kleidung keine Aussage über die Kaufkraft trifft.

Ich kenne beide Situationen: Im Anzug mit einer Schar von Schleimern hinter mir, die mir fast die Kleider aus der Hand reißen, wenn ich Kaufwillen zeige, um sie zur Kasse zu tragen. Und die Situation in zerrissener Jeans und mit Turnschuhe, die bedeutet, dass ich nicht nur meine Sachen selbst zur Kasse tragen muss, sondern auch meist hinter den Angestellten herlaufen muss, wenn ich was möchte.

Man kann also die Gleichung aufstellen: Je legerer die Käuferkleidung, desto geringer die Angestelltendichte um einen herum. Obwohl die Kreditwürdigkeit bei meiner Bank unabhängig von diesen Äußerlichkeiten ist. Ich kann immer gleich viel ausgeben.

Mich ärgert das. Maßlos. Besonders, wenn geschmacklos aufgehübschte Makeup-Leichen gelangweilt tratschend zusammen stehen und alibimäßig ein und denselben Pullover immer wieder auf- und entfalten, während sie über die anwesenden Kunden oder die Kollegin aus dem ersten Stock lästern oder ihre Erlebnisse vom letzten Wochenende durchhecheln. Und sich einen Dreck um Kunden kümmern.

Auch die Tatsache, dass ich im Kostüm zum Beispiel eher angesprochen werde, als jemand in Jeans neben mir, der aber viel länger wartet, bringt mich in Rage. Da lächel ich dann schon mal eine Textilschubserin boshaft an und weise sie überaus freundlich auf ihren Fauxpas hin. Und wenn sie sich danach verdünnisiert, um mir nicht mehr über den Weg laufen zu müssen, spreche ich auch gerne mal ihren Abteilungsleiter an und bitte ihn, sie ausrufen zu lassen.

Aber am aller widerwärtigsten finde ich diese Regalabstauberinnen, die sich erst schön dezent verpissen, wenn ein Kunde kommt, dann aber auf ihn zustürzen, wenn er mit Beute zur Kasse geht. Wenn ich eine dieser Provisionsschlangen mit falschen Lächeln und gebleckten, lippenstiftverschmierten Gummischläuchen auf mich zu hasten sehe und höre, wie sie sagt: “Möchten Sie zahlen? Warten Sie, ich bringe ihnen das zur Kasse.” und sehe, wie sie schon ihren Stift zückt, um ihre Provisionsnummer auf das Schild zu krakeln, dann raste ich aus. Da gnade dann irgendjemand dieser Fuchtelbrummsel, wenn sie mich von der Seite anspricht.

Das ist für mich die Krönung der fehlenden Dienstleistungsmentalität, wenn die sich Extrakohle fürs Lästern über Kunden einsacken wollen. Diese Beschissdohlen. Diese Lackschnitten. Elende!  Geht gar nicht.

Da lob ich mir Verkäuferinnen wie gestern die Dame, die nicht nur geduldig zwischen Umkleidekabine und Lager hin- und herflitzte, sobald der Wortteufelmann für mich die Klamotten organisierte, sondern auch von sich aus schöne Angebote von schönen Firmen in der passenden Größe raussuchte, die super zu mir passten.

Die darf dann auch die Provision einstreichen.

… ich ab morgen oder so einen extremen Husten bekomme, weiß ich woher.

In einer Filiale einer Kaufhauskette arbeitet nämlich ein Röchelmonster. Dieses Monster geht von Warenständer zu Warenständer, von Regal zu Regal und hustet alles an, was ihm in den Weg tritt.

Ein krupphustengleiches Spuckwürgen kommt einem da entgegen, wenn man sich dem Röchelmonster nähert. Ohne Hand vor dem Mund. Einfach volles Rohr gegen alles, was sich im Umkreis von circa zehn Metern befindet.

Erst dachte ich, es wäre eine der Schuhreparaturmaschinen, deren Filiale nebenan war. Bis ich dann plötzlich von dem Geräusch hinter mir erschreckt wurde und von hinten ein heiseres “Kann ich ihnen helfen” kam.

“Ja”, antwortete ich, “kontaminieren sie nicht die Waren.”

Ist doch wahr. Und ich bin mir nicht sicher, ob ich einige der Viren nicht mit dem Pulli nach Hause  genommen habe…

Shoppen gehen ist ja immer mit einem kleinen Anflug von schlechtem Gewissen verbunden. Vor allem, wenn man es zwei Tage hintereinander macht.

Wie schön ist es da, einen Mann zu haben, der einem ernsthaft sagt: “Also, es wäre frevelhaft, wenn du dir die Sachen zu dem Preis nicht kaufen würdest.”

Na, dann…

Wenn man sich grade am Tag zuvor für die Geduld mit Teppichwerbung belohnt hat, dann ist es wohl ausgleichende Gerechtigkeit, wenn man am nächsten Tag wieder Geduld mit neuer Teppichwerbung haben muss… *grmpf*

Ich glaub, ich muss bald wieder shoppen. Zur Belohnung.

(Wenn man sich sehr doll mit Teppichen rumgeärgert hat und dann endlich dafür bezahlt wird, dann tut es manchmal sehr gut, wenn man sich und dem Wortteufelmann ein bisschen was zum Anziehen kauft – und ein Fachbuch für viel Geld. So als Belohnung für ganz viel Geduld…)

Bad Homburg ist schon schön zum Bummeln.

… in unserem Dorf tot überm Zaun hängen?

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Na, ich!

Knastromantik

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Für Kiwi :)

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Woher die Pinselohräffchen ihre Pinsel haben:

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Kratzbaum

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Wenn die Zeitungsberichte auf SPON und anderen stimmen, war Zumwinkel als Vorstandsvorsitzender der UNICEF im Gespräch.

Das hieße dann wohl den Bock zum Gärtner machen, oder?

… aber nicht umbedingt bei mir.

“Ausgrabung Hessen”
Bei manchen solariumgeburnten Großhirnrosinen könnte man meinen, sie wären auch irgendwas, was mumifiziert und dann wieder ausgegraben worden wäre. Und verdammt alt ist…

“Beim Sex die Schuhe tragen”
Es kommt immer darauf an, wo Du sie trägst. An den Füßen ist das ok…

“Puls im Kopf hörbar”
Wo bitte sonst? Die Ohren sind schließlich auch da drin, oder?

“hostessen schwanger”
Ja, das kommt von “unten ohne” und auf die Samenbank setzen. Igittigitt.

“handytasche selber häckeln”
Erst häkeln, dann häckseln. Jedenfalls dann, wenn  es so aussieht, wie meine erste.

“ditmar stilke”
Liebe Stilke, was verschweigst Du uns?

“blöde bilder”
Spiegel?

“Süßstoff schlecht für Haut”
Du sollst das Zeug auch nicht einmassieren…

“reissack abklopfen”
Ach, Du bist die Dummsau, die immer an den Reissäcken wackelt? Und dann fallen sie um und hier macht sich jemand deswegen Gedanken. Gaaanz toll.

“lange fußnägel”
*klackklackklack* Wenn es sich so anhört, wenn Du gehst, sind sie zu lang. Ehrlich.

“muttis in nylon”
So, liebe Mütterbloggerinnen. Euer Part. Ich übergebe jetzt an Euch. Nicht meine Baustelle.

“nimmt man beim rauchentzug zu”
Ja. Und zwar immer dann, wenn Du statt zu rauchen etwas isst. Besonders schlimm ist das bei Kettenrauchern.

“frau von st. gallen sucht mu.sch.i le.ck.er”
Ich bin auch schockiert. Vor allem weil ich mich frage, was die Dame damit hier bei mir will?

“asimilieren borg video”
Wer will denn einen Asi assimilieren? Wir nicht. Wir sind die Borg. Wir haben auch unseren Stolz.

“marzipan schwein”
Selber.

“heisse schlampenstempelbilder”

“schreibtisch ordnung”
Und das suchst Du hier?

“geile früchte”
“Oh, Du wilde Banane, Du”, stöhnte die süße Kiwi ihr ins Ohr, “isch will Disch pellen…”

“initialisiere Druckauftrag 1700″
Wir sind die Borg, sie werden initialisiert werden? Kirk? Bist Du es?

“anti-müdigkeitspigmente”
Gibts ganz sicher in der Apotheke… Geht mal hin und frag nach. Bitte. Und dann: blogg das, blogg das!

“wimpern verlängerung”
Geht ganz einfach. Du brauchst dazu eine Katze mit Haarausfall (oder einfach warten, bis die so ein Haarknäuel auskotzt), ein bisschen Sekundenkleber und eine ruhige Hand.

“yvonne heinz”
Weiß Michael davon?

“Landungsbrücken Mann Strumpfhose”
Das nennt sich Raumschiff Enterprise.

Na, wenigstens haben die “Ich-hab-was-auf-dem-Kopf-ich-bin-ein-Fastfoodessen”-Gesuche nachgelassen.

Ein leichtes Kribbeln befällt mich. Immer dann, wenn ich einen Supermarkt betrete. Denn Supermärkte sind ein Quell für die Abgründe des Alltags. Wer mit offenen Augen oder ungepolsterten Hacken durch die Gänge schwirrt wird früher oder später auf sie treffen: die anderen.

Die anderen sind meist sehr nervig. Heute zum Beispiel hatte ich ein solches, weibliches Exemplar in direkter Konfrontation zu mir. Vor dem Kühlregal. Ich stehe suchend vor den Molkereiprodukten. Creme double sollte es sein. Und ich suche mit den Augen die bunten Regale vor mir ab, starre gebannt auf die Creme-irgendwas-Fächer und überlege noch, ob ich zu blind bin oder der Supermarkt schlecht sortiert. Da passiert es: eine Dame (ich bin relativ gut erzogen und nenne diese Krummwatschel mal so) quetscht sich, ja sie drängt sich förmlich zwischen mich und das Kühlregal in den kleinen Bereich von maximal zwanzig Zentimeter.

Sie stellt sich genau vor mich. Sie sagt nicht “Entschuldigen Sie bitte, dürfte ich mal da ran” oder “Ich will da hin. Sofort.” Nein. Sie stellt sich zwischen mich und das Regal, so dass ich einen Schritt zurückweichen muss, um nicht von ihren splissigen Haaren in der Nase gekitzelt zu werden.

Sie stellt den Einkaufskorb neben sich auf den Boden und kramt jeden Joghurt einzeln aus dem Regal, stellt ihn zurück, nimmt den nächste, stellt ihn zurück…

Ich gehe ein Stück weiter nach links und gucke noch nach anderen Produkten, die ich benötigen könnte als das Einkaufsfrettchen sich wieder genau zwischen mich und die Kühltheke quetscht.

Der Wortteufelmann kommt näher, guckt mich an und sagt dann zu dem Grottenmulch mit dem roten Körbchen: “Na, trotz Brille wieder die anderen nicht gesehen?” Keine Reaktion ihrerseits. Ich sage zum Wortteufelmann: “Nicht nur blind, sondern auch taub.” Keine Reaktion. Sie geht weiter.

Gut, denke ich. Wer nicht hören will, muss fühlen und stelle mich zwischen sie und das Kühlregal. Empörtes Schnaufen von hinten. Dann ein: “Na, hörnse mal.”

Nö. Denke ich mir. Ich hör jetzt nicht. Und bleibe so nah am Kühlregal stehen, dass mir die Nasenspitze einfriert. Aber jetzt bloß nicht nachgeben. Ich bleibt da stehen und wenn ich danach tagelang Tante-Tilla-Tee trinken muss. Egal.

Die Dorfschnepfe geht zum Glück entrüstet weiter, so dass ich mich zu den Süßigkeiten flüchten kann. Geht ja gar nicht, sowas. Oder?

Nun denn. Beim Rausfahren aus dem Supermarkt kommt der Wortteufelmann dann mit dem Einkaufswagen nicht an einer alten Dame im Persianer vorbei (Himmel, wie viele MonChichis mussten dafür sterben?) und steht kurz vor dem Herzkasper, als die Dame sich leicht umdreht und sich vor den nächsten Einkaufswagen stellt.

Ich übernehme den Wagen und werde beim Rausgehen von drei Mädels touchiert. Nein, eigentlich werde ich von zwei der Straßengören angerempelt und die dritte rummst volle Breitseite mit ihrem Hüftgold (was leider aufgrund der bauchfreien Mode raushüpft) gegen meinen Einkaufswagen.

Sie dreht sich um. Ich dachte schon, sie wolle sich entschuldigen für ihre ungestüme Art, als sie loseiert: “Ey, was sollen das, ey. Pass auf Du, sonst…”

Ich glaube, ich kann wirklich, wirklich sehr böse gucken. Wenn ich so die rechte Augenbraue hochziehe und einen sehr kritischen Gesichtsausdruck bekommen zum Beispiel. Vielleicht hatte auch mein Ausspruch: “Und jetzt erst denken, bevor Du sprichst!” sie zum Schweigen gebracht. Denn sie guckt mich nun völlig perplex an, schließt den Mund und geht weg.

Braves Kind. Ich kann ungezogene Weißstiefelmäuschen, die noch nicht mal wissen, was ein Eisprung ist (geschweige denn, wo Dänemark liegt) auf den Tod nicht leiden und freue mich auf den Tag, wenn eine dieser schlecht geschminkten Boygrouppickel mir quer kommt. Dann ist die Eiterblase aber offen. Aber hallo.

Ich bin aber scheinbar auch ein Mensch, dem andere auf der Straße Platz machen, wenn ich schlecht drauf bin. Dann guck ich wohl sehr gefährlich…

Auf Einkaufsstraße bleibe ich auch gerne einfach mal stehen, wenn mir jemand rücksichtslos in den Weg läuft. Wenn mir also eine dieser Frauchen, die ihre Handtaschen wie Boxsäcke um sich schwingen, entgegen stolziert und ich absehen kann, dass mir wahrscheinlich ihr LV-Fake in die Seite krachen wird, bleibe ich stehen, rüste mich durch leicht vorgestreckte Schulter und lasse Madämsche mal zur Not volle Breitseite gegen mich prallen. Einfach, weil sie dann entweder vorher ausweichen musste (schließlich bewegt sie sich auf mich zu, nicht umgekehrt.. Ich steh da einfach nur unbeweglich) oder sich so richtig poliert.

Am liebsten hab ich es dann, wenn sie sich noch aufregen. Dann lächel ich sie an, strahle über das ganze Gesicht und weise sie auf die Möglichkeiten unseres menschlichen Auges und die Fähigkeiten des Gehirns hin. Diese sind nämlich durchaus in der Lage, uns um Hindernisse herum zu koodinieren. Vorausgesetzt man weiß diese einzusetzen. Sowohl die Augen zum Gucken, als auch das Gehirn zum Koordinieren. Leider wissen immer weniger Menschen, diese Fähigkeiten zu nutzen. Vor allem das mit dem Denken.

Aber das ist wieder eine andere Geschichte.

(So, mal sehen wie mein Besucherzähler hochschnellt bei der Headline) ;)

Aber ich wollte doch mal kurz ebenfalls die Werbetrommel rühren für das, was ich hier entdeckt habe. Ein ganzes Album als mp3-Download unter Creative-Commons-Lizenz. Sehr schön.

Deutsch- und englischsprachiger Reggae-Pop-Ska-Punk-Whatever-Mix.

Ich finde: Sehr gelungen und vor allem: extrem abwechslungsreich.  Mein Kompliment an die Musiker. Und herzlichen Dank für die Downloadmöglichkeit!

Frau Antonmann und Düne Sieben beschrieben es schon ganz schön. Und als ich bei Düne Sieben kommentieren wollte, merkte ich – ähnlich wie sie bei Frau Antonmann – dass es zu einem eigenen Post reicht. So auch bei mir.

Es gibt Blogs, die lese ich täglich. Weil sich zum Beispiel ein freundschaftliches Verhältnis entwickelt hat, man teilnimmt am Leben. Ähnlich wie ein Telefon oder Treffen mit Freunden. Es ist wie ein Gespräch auf der Straße, wenn man sich beim Einkaufen trifft. Mal ganz kurz, weil man in Eile ist, mal länger, weil man sich festgequatscht hat. Manchmal sind die Blogbesuche wie Freundinnenabende auf der Couch mit Rotwein. Man palavert und palavert und redet über dies und das.

Einige Blogs lese ich seltener. Nicht, weil ich sie nicht schätze oder die Inhalte nicht mag, sondern weil ich aufgrund meines Zeitmangels Prioritäten setzen muss. Läse ich alle Blogs, die ich mag, wäre ich täglich mit mindestens zwei bis drei Stunden dabei. Und das lässt mein Job oft nicht zu.

Ich kommentiere manchmal. Manchmal nur ein Wort, ein Lachen, weil mich der Beitrag amüsiert hat und ich das gern hinterlassen möchte. Aber ich kommentiere nicht immer. Zum Beispiel dann nicht, wenn schon fünf andere vor mir dasselbe geschrieben haben oder ich einfach keine Lust oder Zeit zum Kommentieren habe.

Manchmal sind mir Themen so wichtig, dass ich öfter vorbeischaue und die Diskussion verfolge.

Meine Blogrolle spiegelt nicht meine favorisierten Blogs in ihrer ganze Pracht wider. Meine Blogrolle soll vielmehr eine kleine Auswahl an Blogs sein, die ich lese oder aufgestöbert habe. Und sie soll als Surftipp, Lesetipp oder Anregung dienen, die ich meinen Lesern sozusagen als Service biete. Alle paar Wochen fliegen Blogs aus der Liste und werden durch andere ersetzt. Entweder, weil es mal Zeit für Neues war, oder weil sich dort nicht so viel tat oder einfach nur so. Die “gelöschten” Blogs verschwinden auch nicht im Nirwana. Sondern bleiben in meinen Lesezeichen!

Ich nutze keinen Feedreader. Ich surfe nach Gefühl durch die Blogs. Nach Lust und Laune. Wenn ich viel Zeit habe, nehm ich mir einen Kaffee und surfe von fremder Blogrolle zu fremder Blogrolle und nur durch Blogs, die ich noch nicht kenne. Einige landen dann in meinen Lesezeichen.

Auf eine Handvoll Blogs möchte ich jedoch täglich kaum mehr verzichten. Auf die anderen wöchtentlich nicht… ;)

Mir ist es wichtig Euch zu schreiben, dass ich viele von Euch lese, auch wenn ich nicht kommentiere. Auch lese ich Euch manchmal regelmäßiger, manchmal seltener – einfach wie es meine Zeit zulässt. Aber ihr seid alle in meinen Lesezeichen und ich schaue regelmäßig vorbei. Aber eben so, wie ich es schaffe.

Ich schreibe hier über mein Leben, meine Eindrücke und meistens über die Absurditäten des Alltags, die mir passieren. Und freue mich, wenn ich damit jemanden unterhalten, ablenken oder belustigen konnte. Ich freue mich über Leser jeder Art und über Kommentare genauso. Doch niemand sollte sich verpflichtet fühlen, alle meine Beiträge zu lesen oder seinen Senf dazu geben zu müssen.

Ich schreibe hier, weil ich mich gerne mitteile.
Hier und woanders.
Aber nicht verpflichtend. Für niemanden.

Sie ist wieder da :) Isch freu misch so.

Bei nibblet gefunden, vor Lachen weggeschmissen und beschlossen, dass ihr das auch sehen müsst.

Dabei fällt mir ein, dass eine Freundin und ich mal Igel beim Liebesspiel belauschen durften. Wir saßen abends im Dunkeln an den Ufern des Aasees, als wir plötzlich Gegrunze und Gestöhne hörten. Geraschel und Gequieke. Aber hauptsächlich dieses “grunzgrunz”. Wir dachten, ein Spanner wäre neben uns. Und die Geräusche kamen immer näher. Bis wir dann irgendwann das Gestöhne direkt neben uns hörten – aber kein Spanner zu sehen war. Statt dessen zwei Igel im Liebesspiel versunken.

Er umkreiste sie. Stundenlang. Grunzend. Dann ging sie wieder ein bisschen weiter. Er hinterher. Umrundete sie. Suchte wohl eine stachellose Stelle. Sehr putzig. Seitdem muss ich immer lachen, wenn ich Grunzen höre… ;)

… zum Zahnarzt gehe.

Ich gehöre zu den Menschen, die eine unglaubliche Angst vor Spritzen haben. Nun mag der ein oder andere denken, so ein Spritzchen wäre ja harmlos. Nein, schreie ich ihm dann entgegen. Für mich nicht. Es tut mir weh. Sogar richtig.

Wer einmal erlebt hat, wie sehr eine Spritze in den Kiefer schmerzt, wenn sie den Nerv trifft, wie einem die Gesichtshälfte noch tagelang weh tut, der weiß, wovon ich spreche. Alle anderen mögen sich dann mal auf ihre Insel der Glückseligen verabschieden.

Diese Insel habe ich noch nie gesehen.

Mein erstes Zahnarzterlebnis hatte ich in der Grundschule. Ich hatte Karies. Und der Zahnarzt tat sehr verständnisvoll und sagte zu mir, ich solle den Arm heben, wenn es weh täte. Er höre dann auf zu bohren. Ich hob den Arm, als ich die Tränen nicht mehr zurückhalten konnte und er bohrte weiter. Er sagte sowas wie: “Bin gleich fertig, einen Moment noch.” Und bohrte weiter.

Dies erlebte ich noch zwei Mal bei diesem Zahnarzt. Und hatte seitdem Angst.

Die Gewissheit, zum Zahnarzt zu müssen, lässt meine Beine zittern und zu Pudding werden. Meine Wangen röten sich und ich habe so ein Kribbeln im Brustbereich. Es schmeckt metallisch im Mund und ich werde hibbelig. Wenn ich beim Zahnarzt sitze, habe ich schweißnasse Hände, mein Herz rast und ich glühe. Mir wird übel. Ich stehe kurz vor einem Nervenzusammenbruch. Es kam durchaus schon vor, dass ich die Zahnarztliege mit kleinen Einschnitten von meinen Fingernägeln zurück ließ.

Mit diesen Erfahrungen bekam ich eine feste Zahnspange. Der Kieferorthopäde sagte, ich hätte einen zu kleinen Kiefer. Zog aber keine Zähne, um mehr Platz zu schaffen. Statt dessen trug ich zweieinhalb Jahre eine feste Spange. Jedes Mal, wenn ein neuer Draht eingezogen wurde, hatte ich eine Woche lang Schmerzen. Am Tag der Behandlung konnte ich nicht mehr kauen und nur noch mit offenem Mund dasitzen. Jede Berührung mit den Zähnen ließ mich aufschreien.

Ich sagte ihm, ich habe so einen komischen Geschmack im Mund. Er sagte, da wäre nichts. Nachdem ich die Klammer enfernt bekommen hatte, stellte man an den oberen Backenzähnen Karies fest, der sich unter der Klammer gebildet hatte.

Die Zähne waren super – bis sie sich unten aufgrund des zu engen Kiefers wieder verschoben. Oben blieben sie korrekt stehen.

Die Backenzähne wurden gefüllt und ich hatte Angst und Schmerzen.

Danach ging ich vier Jahre nicht mehr zum Zahnarzt – bis der Schmerz mich hintrieb. Ich hatte starke Karies an einem und leichte Karies an vier anderen Zähnen. Hinzu kam, dass die Weisheitszähne im Kiefer quer nach vorne wuchsen, statt nach oben. Sie standen also quer. Und drückten die Wurzeln der vorderen Zähne zusammen.

Meine Zahnärztin war dumm wie Bohnenstroh. Sie bohrte mir zuerst einen falschen Zahn auf. Füllte ihn. Der andere schmerzte immer noch. Ich wechselte den Zahnarzt.

Mein neuer Zahnarzt war super. Genial. Toll. Er war vorsichtig und gründlich. Und ehrlich. Er sagte, wir hätten ein Problem: wir bräuchten einen Stiftzahn und drei Kronen. Die Kronenzähne hätten jedoch unter den Wurzeln noch Zysten. Die müssten auch raus. Wurzelspitzenresektion. Außerdem müssten die Weisheitszähne raus.

Er schlug mir eine Vollnarkose vor in einer Zahnklinik. Ich willigte ein und bekam in einer OP vier Weisheitszähne aus dem Kiefer operiert, zwei Zysten entfernt und drei Wurzelspitzenresektionen. Der Stiftzahn wurde vorbereitet. Am Tag nach der OP schmeckte ich Eiter. Ich hatte eine große Schwellung am Zahnfleisch aus der eine fiese Flüssigkeit kam. Wir riefen den Chirurgen an, der uns extra die Notfallnummer für diese Fälle gegeben hatte. Ich musste die Nacht noch mit Schmerzen aushalten. Gegen morgen sollte ich in die Praxis kommen.

Morgens war die Schwellung weg und der Chirurg motzte mich an, warum ich in wegen nichts und wieder nichts am Samstag morgen in die Praxis beordern würde. Er spülte die offene Wunde.

Zwei Wochen lang ernährte ich mich flüssig.

Danach kamen die Behandlungen durch den Zahnarzt. Kronen, Stiftzahn, etc. Ich hatte Schmerzen bei den Spritzen, Schmerzen beim Bohren, Schmerzen danach. Die Behandlung dauerte insgesamt ein halbes Jahr.

Danach war ich fertig und ging alle sechs Monate zum Zahnarzt. Dann zog ich um

Es dauerte ein halbes Jahr, bis ich einen neuen Zahnarzt fand. Er fand nichts. Ich freute mich und die Angst begann weniger zu werden. Dann bekam ich wieder diese Dellen im Zahnfleisch. Die Diagnose: es hatten sich wieder im Kiefer Zysten gebildet. Unterhalb der wurzelspitzenresektierten Zähne. Alle Behandlungsversuche halfen nichts. Mir wurden zwei Zähne gezogen. Links oben, rechts oben. Danach ging es mir besser. Und alles war gut.

Bis ich an Weihnachten vor zwei Jahren einen Schmerz verspürte, wie ich ihn noch nicht erlebt hatte. Mir wurde schlecht vor Schmerz und mein vorderer unterer Schneidezahn tat unendlich weh. Die Schmerzen kamen und gingen, so dass ich erst zwischen Weihnachten und Silvester zum Arzt ging. In der Praxis hatte eine junge Zahnärztin, frisch von der Uni, Dienst. Sie war grade eingestellt worden und hatte die Arschkarte gezogen.

Sie war wirklich lieb, untersuchte die Zähne, röntgte mich und fand nichts. Sie teste alle Zähne und war ratlos. Sie verschrieb mir Medikamente.

Danach folgten zwei Wochen lang fast unerträgliche Schmerzen und immer die Ratlosigkeit der Zahnärzte. Man schickte mich zum HNO-Arzt, der mir für 98 Euro in die Ohren guckte und feststellte, dass alles ok sei. Man gab mir eine Kauschiene in der Hoffnung, die Schmerzen kämen vom Knirschen. Ich hatte mittlerweile Schmerzen, die mich meinen Kopf gegen die Wand schlagen ließen. Ich wimmerte stundenlang und war kurz davor, mir die Zähne rauszuziehen.

Die Ärztin schickte mich nach drei Wochen zum Kieferchirurgen. Der klopfte ein bisschen und sagte dann: “Rechten Backenzahn aufbohren. Sofort. Ich sag in der Praxis Bescheid.”

Sie bohrten, eine Betäubung wirkte nicht mehr. Und als der Deckel des Backenzahns weg war, kam ein Gestank nach Verwesung da heraus, dass die Ärztin erschrocken nach hinten wich.

Mein Nerv war in einem intakten Zahn abgestorben. Beziehungsweise starb grade ab. Ein Nervenende war noch aktiv. Wir freuten uns, dachten wir doch, wir hätten die Ursache für die Schmerzen gefunden.

Der Nerv wurde gezogen, die Wurzelkanäle gereinigt. Einer wollte scheinbar nicht so. Immer, wenn man hineinstieß mit den Feilen, ging ich in die Luft. Wieder Röntgen. Der Nerv konnte es nicht sein, der war weiter unten. Also blieb der Zahn offen. Und wir versuchten wöchentlich den Zahn zu schließen.

Antibiotika in doppelter Dosis sollte die Entzündung bekämpfen. Doch es tat sich nichts. Ich litt Höllenqualen. Vier Monate lang. Jedes Mal, wenn ich dort war, wurden die Kanäle gereinigt. Spülungen gemacht. Medikamente eingefüllt. Nichts half.

Die Vermutung Trigeminusneuralgie stand im Raum.

Dann der Vorschlag, eine Wurzelspitzenresektion durchzuführen. Erinnerungen wurden wach an die vorherigen Male, als die Resektionen auch nichts brachten und die Zysten immer wieder kamen.

Ich entschied mich für eine Ex. Der Kieferchirurg versuchte mich leidlich zu betäuben. Keine Chance. Eine Entzündung kann nicht betäubt werden. Und so sägte man mir den hinteren rechten Backenzahn aus dem Kiefer, während ich vor Schmerzen fast ohnmächtig wurde.

Der Zahn kam stückchenweise raus. Dann kam vom Chirurgen ein “Oh.”

Er schaute mich an, lächelte und sagte: “Jetzt haben wir den Übeltäter.”

Ich hatte wieder eine Zyste. Zwischen Wurzel und Nerv hatte sich eine vier Millimeter große Zyste gebildet und drückte auf den Trigeminusnerv. Daher die Schmerzen. Daher keine Wirkung der Antibiotika.

Statt anständig zu verheilen, wollte sich die Wunde im Kiefer nicht schließen. Ich musste noch zwei Mal hin, um mir den Knochen einritzen zu lassen, um die Pfropfenbildung zu unterstützen. Erwähnte ich, dass das verdammt weh tut und eine Betäubung fast nicht wirkt?

Irgendwann verheilte die Wunde. Das ist nun eineinhalb Jahre her. Danach war ich noch ein Mal zur Kontrolle dort. Alles in Ordnung.

Jetzt muss ich wieder hin.

Mir zittern die Knie. Ich habe Puddingbeine und mir ist schlecht. Ich habe das Gefühl, mich übergeben zu müssen. Meine Hände sind kalt und schweißnass, mein Herz rast. Meine Stimme zittert.

Und ich hoffe, dass ich nachher sagen kann: “Sie hat überhaupt nicht gebohrt.”

Edit (16 Uhr): Sie hat nicht gebohrt. Aber nächsten Freitag… Da muss ich wieder hin. Die Freude über die heutige Sitzung, die schmerzfrei ablief, weil nur ein bisschen Belag entfernt und poliert wurde, wird durch die Aussicht auf nächste Woche etwas getrübt. Ein Jahr ist es her, seit ich zur Kontrolle da war. Drei Miniministellen (die Zahnärztin sagte wirklich “Miniministellen”), an denen etwas Karies losgeht möchte sie reparieren. Dabei soll dann auch die Füllung am linken oberen Schneidezahn erneuert werden.

Nein, da hatte ich kein Karies. Aber als ich einmal auf einer Party aus einer Flasche Bier trank, meinte eine Freundin mit mir anstoßen zu müssen…

Die Füllung an der Stelle ist etwas verfärbt und die Zahnärztin schlug vor, das doch direkt noch mitzumachen. Also: drei Stellen, vier Zähne, nächsten Freitag. Halleluja. (Aber sie sagte, eine Betäubung sei nicht notwendig, weil das nur so oberflächliches Zeuchs sei. Na, dann…)

Bügelwäsche erledigt, Badezimmer geputzt, Staub gewischt, Staub gesaugt, Bett bezogen, Küche aufgeräumt und geputzt, gewischt, Blogrunde gedreht, kommentiert, Beiträge verfasst, Zeitung gelesen…

Schön, was man alles erledigen kann, wenn man um fuc***** fünf Uhr morgens aufsteht, weil man nicht mehr schlafen kann.

Ich möchte hier mal kurz meinen Unmut über Fenster mit Werbung ausdrücken, die sich über die eigentliche Internetseite schieben und mich in meinem Lesefluss dermaßen stören (oder mich von Anfang an davon abhalten), dass ich die Seite direkt wieder wegklicke. Ich klicke also nicht das Fenster weg (was mir ja durch das Verstecken des “Schließen”-Buttons erschwert werden soll), sondern schließe direkt bei Auftauchen so einer Werbeeinblendung die komplette Seite.

Ob das also im Sinne der Redakteure, Schreiberlinge und Mitteilungsbedürftigen ist, wage ich zu bezweifeln. Aber es zwingt sie ja auch niemand, eine so konsumentenunfreundliche Art der Reklame zu platzieren.

Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit ohne störende Werbefenster.

Wenn die Frau bei DSDS sagt: “Aber das Gute ist, du musst dir nur einen Namen merken.”
Und der Bohlen sagt: “Ich sag eh immer nur Schatz.”

Dann erinnert mich das an meinen kleinen Bruder, der in seiner Sturm- und Drangzeit in seinem Handy immer nur die Nummer änderte und das “Schatz” als Namen stehen ließ.

Und es erinnert mich daran, dass er, sobald er am Tisch mit seiner Freundin und mir sitzt, auch irgendwann zu mir nur “Schatz” sagt.

Alte Gewohnheit? Sicherheitsnetz?