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Über das Essen im Krankenhaus habe ich ja eigentlich schon genug gesagt. Aber ein bisschen muss noch: Da bekomme ich am Samstag abend einen Selleriesalat zum Abendbrot.
Am Dienstag und Mittwoch habe ich vier Formulare ausfüllen und diverse Befragungen über mich ergehen lassen müssen, ob ich Allergien habe. Ja. Habe ich. Gegen Sellerie.
Am Freitag bekam ich Fisch auf den Teller. Oder das, was die Hessen, also Menschen, die definitiv nicht am Meer wohnen, unter Fisch verstehen. Und das, obwohl ich explizit in einem der oben genannten Formulare angegeben habe, dass ich keinen Fisch möchte.
Ich bekam dann als Ersatz übrigens Brikett-Ei. Ja. Ehrlich. Feiner Eierstich in Brikettform. Mit ähnlichem Geschmack. Angerichtet (hingerichtet?) an Fadengrün (Blattspinat) und ungewollt breiigen Kartoffeln…
Dummköche. Elende.
Wenn man mit einem bunten Hund liiert ist, muss man sogar im Aufnahmewartebereich eines Krankenhauses damit rechnen, dass er jemanden kennt. Auch, wenn das Krankenhaus in keiner Weise nah am Heimatdörfli, sondern in der großen Stadt ist. (Wir haben bei uns nämlich kein Krankenhaus. Vielleicht, weil das nächste nur ein paar Meterchen die große Straße in Richtung großer Stadt entfernt liegt. Vielleicht aber auch – und das ist meine Vermutung – weil man darauf spekuliert, dass man uns mit dieser Maßnahme am Weiterleben hindert. Oder uns die große Stadt schmackhaft machen möchte, damit dieses Dörfli hier mit den großen Firmen endlich zur großen Stadt dazu will. Aber ich schweife ab.)
Und so sitze ich am ersten Tag im Warteraum und der Wortteufelmann kennt schon die erste Frau, die nach uns reinkommt
Es gibt in diesen Momenten genau drei Möglichkeiten, woher: 1. von der Schule, 2. vom Fußball oder 3. von Parties. In diesem Fall war sie die Frau eines Spielers, den er kannte und sie musste ebenfalls operiert werden. Sie tätschelte mich leicht mütterlich und sagte nur: “Alles halb so wild, hatte ich vor zwei Jahren schon mal. Ist super hier.” Und ich frage mich, wie ihr Leben sonst so ist, wenn das hier für sie super ist…
Warum ich diese Frau erwähne? Weil ich sie am fünften Tag wiedertraf. Auf dem Flur.
Sie hielt sich den Bauch. Dieser sah ungefähr doppelt so groß aus, wie am Tag zuvor und sie noch halb so groß, weil sie doch arg gebückt lief. Die Krankenhausrennsocken, diese unglaublich erotischen Thrombosesocken in unschuldigem engelsweiß mit zarter blauer Nahtapplikation, zierten immer noch ihre Beine.
Ich war irritiert, wartete ich doch in kompletter Straßenbekleidung auf meine abschließende Ultraschalluntersuchung und die Ansammlung von geballter Ärztekompetenz, genannt Visite. Und sie hatte mir noch gestern fröhlich entgegen geschmettert, sie würde entlassen werden am Sonntag.
Meine leere Tasse vor mir herschwingend schloss ich mich ihr an bei ihrem kläglichen Gang über die unendlichen Weiten unseres Flurs. Sie hatte Blähungen. Gut. Hätte man auch erkennen können anhand des Ballonbauches, aber auch anhand des leichten Verwesungsgeruches, der sie umhüllte. Kleine Entzündung der einen Naht. Sagte sie. Und Blähungen. Unterstützend glaubte ich eine dezente Raketenantriebszündung zu vernehmen. Oder eher eine Fehlzündung eines alten Möffs.
Sie bliebe noch eine Nacht. Sagte sie. Super, sagte ich, ist es hier ja. Oder? Nunja. Murmelte sie. Zuhause wäre es schöner. Aber sicher ist sicher. Aber wenn wir uns im Dörfli treffen würden, müssten wir dringend einen Kaffee trinken gehen. Kurz fragte ich mich, ob Kaffee blähend wirkt, bot ihr einen Fencheltee an, den sie dankend ablehnte, holte mir einen Kaffee und sah ihr nach, wie sie “ich geh mal auf die Toilette”-stöhnend auf dem Zimmer verschwand.
Ich schlich beschwingt ins Zimmer zurück, wo mich der Wortteufelmann schon begrüßte. Eine halbe Stunde später kam die Ärztepower mit dem obligatorischen Wägelchen und den beiden einzigen männlichen Pflegern im Schlepptau. Kurzer optischer Check. Versorgung mit einem Haufen Pflaster für die letzte offene Wunde und dem Hinweis, ich würde gleich zum Ultraschall abgeholt.
Eine halbe Stunde später wurde ich dann auch dorthin geführt und durfte vor dem Entbindungstrakt Platz nehmen, dessen Türen wie immer heimlichtuend verschlossen waren. Müssen Schwangere eingesperrt werden? Oder deren Männer? Haben die Hebammen Angst, die würden sonst Hackengas geben und die Biege machen? Oder sich die Frischoperierten den Gang runter als Anregung angucken? Wie dem auch sei: kaum da, rollte schon ein Arzt das mobile Ultraschallgerät aus dem Behandlungsraum und entschwand in den Tiefen des Entbindungsbereichs, der auch farblich irgendwie an einen großen Uterus erinnert. Dunkelrötlich, heimelig, sandfarben… Entweder sollen diese Farben heimelig und beschützend wirken – oder sie sind einfach dankbar in Bezug auf spritzendes Blut…
Neben mich gesellten sich noch zwei Frischoperierte, die auf den finalen Rettungsschuss Untersuchungsvorgang warteten und eine weitere halbe Stunde später hielt ich meinen Arztbrief in den Händen und lief aus dem Krankenhaus raus.
Ich möchte an dieser Stelle nochmal darauf hinweisen, dass das Essen in dieser Heilanstalt unterirdisch war, dass die Wurst im Eintopf dem glich, was manchen entfernt wird im OP und dass es völlig verständlich ist, dass der Stuhlgang sich weigert zu erscheinen, bei der Kost. Auch ein Darm hat seinen stolz und möchte nicht alles verdauen…
Die “Scheiß-egal-Pillen” hätte ich gern im Abo, um sie entweder mir vor dämlichen Kundengesprächen einzuwerfen oder den Kunden in den Kaffee zu rühren, wenn ich ihnen was verkaufen möchte oder die Rechnung schicke. Sensationell das Zeuchs.
Allen Patienten in Mehrbettzimmern möchte ich ans Herz legen, ihre Leidenschaft für schlechtes Fernsehprogramm ausschließlich im heimischen Wohnzimmer auszuleben und ihre Zimmergenossen einfach mal in Ruhe genesen zu lassen. Überhaupt muss nicht den ganzen Tag der Fernseher laufen. Ein Buch tuts auch, bildet und ist leiser. Wenn diese Patienten ihrer TV-Sucht nicht Herr werden können, sollen sie bitte am vier Wochenenden im Jahr aufs Komasaufen verzichten und das Geld in ein Einzelzimmer stecken, um den anderen Patienten ihre Anwesenheit zu ersparen.
Allen angehenden Ärzten und Ärztinnen möchte ich sagen: bitte verliert nicht eurer Gefühl für die Patienten. Bleibt so vorsichtig und freundlich, wie ihr noch seid und nehmt die Ängste ernst. Ihr seid keine Halbgötter, werdet es nie sein und habt nur ungeheures Glück, nicht im Bett zu liegen und euch ausgeliefert zu fühlen, sondern davor zu stehen im weißen Kittelchen. Bleibt also so normal, wie ihr noch seid.
Dem ganzen Pflegepersonal möchte ich meine höchste Anerkennung aussprechen. Bei dem Gehalt diesen Job zu machen erfordert wirkliche Leidenschaft dafür. Und dann noch geduldig immer wieder die gleichen Fragen zu beantworten, da zu sein und diesen Stress auszuhalten – Chapeau.
Für alle Assiärzte gilt das eigentlich auch. Euer Gehalt ist wohl auch unterirdisch für den Stress, den ihr oft habt. Nur habt ihr leider oft schon vergessen, dass ihr nicht besser seid, als die anderen, die dort liegen oder arbeiten… Und euer Gegenüber ist nicht minderbemittelt und darf durchaus als Wesen mit Verstand wahrgenommen und behandelt werden, auch in der Lagen kompliziertere Zusammenhänge zu begreifen und zu verarbeiten… Auch, wenn es nicht Medizin studiert hat. Dammich.
Allen Besuchern in Krankenhäusern sei ein herzliches: “Verpisst Euch mit den Kranken wenn möglich aus dem Zimmer” entgegen geschleudert. Die Bettnachbarn im Zimmer freuen sich nicht über Euren Besuch. Nein. Nein. Nein.
Und zum Schluss: Danke für das Einzelzimmer und die Privatversicherung
und die Tatsache, oben angeführte Punkte nicht (oder kaum) am eigenen Leib erfahren haben zu müssen.
Boah, bin ich fies.
An dieser Stelle mal ein herzliches “Gute Besserung” an Hannes, der wohl hoffentlich seine OP heute auch gut hinter sich gebracht hat
Viiiiel Eis essen! Und nicht so viel sprechen. Und dann schnell wieder gesund werden. Immerhin sind wir ja nun Nachbarn und sollten das mal begießen.
Erhol Dich gut und ich wünsche Dir gutes Heilfleisch ![]()
Ab dem vierten Tag geht alles besser. Man hat die erste Nacht hinter sich, in der man nicht stündlich geweckt wird, man kann wieder auf der Seite schlafen, wenn man möchte und man kommt unter einer Minute aus dem Bett raus. Man trägt das Nachthemd nicht mehr auch am Tag und die Netzunterhose wird gnädig von einer Wohlfühlhose bedeckt. Danke, Tag 4.
Und man beginnt offeneren Auges durch die Station zu tigern. Allein aus Langeweile holt man sich stündlich einen Tee oder Kaffee und füllt sein Wasserkännchen auf. Und nimmt die Menschen um einen herum wahr. Die Blümchenfrau, die ich für mich so benannte, weil sie immer in einem Blümchennachthemd mit Blümchenbademantel und Blümchenpuschen über den Gang schlich. Sie war so dünn wie ein Blumenstengel und guckte wie ein Trauergesteck. Wahrscheinlich Floristin von Beruf, aber schon lange ohne Dünger.
Oder die PR-Dame, die ich am vierten Tag kennenlernte. Abends, als ich mir einen Tee holen wollte. Sie saß im Patientenaufenthaltsraum und las eine drei Tage alte Zeitung. Ihr Blutbeutel hing neben dem Bein herunter und die Braunüle war auch noch drin. Also: nicht mal dritter Tag (man bekommt da einen Blick für
)
Die PR-Frau tat mir leid. Sie war auf einem Dreibettzimmer zusammen mit einem Gerichtsshowfan und einer Dauerbesuchten mit Großfamilie. Sie war aus dem Zimmer geflüchtet, da ihr der Gottschalk auf den Nerv ging, der den Fernseher besuchte und ihr iPod nicht gegen die Audiobelästigungen der anderen Zimmernachbarin ankam. Da zog sie es vor, sich in den öffentlichen Patientenaufenthaltsraum zu setzen, um mal Ruhe zu bekommen. Ihre Hoffnung, vielleicht schon am nächsten Tag entlassen zu werden, machte die Rekrutierungsärztin fürs Gyncamp Assistenzärztin schnell zunichte.
Am vierten Tag wurde das Krankenhaus auch noch heimgesucht. Grade, als wir von der Patiententeststrecke Flurbegehung zurück kamen, wurden wir von vielen hawaianisch aussehenden Menschen mit schwerem Gepäck unter dem Arm überholt, die plötzlich vor meinem Zimmer (Zufall, ehrlich!) Keyboard, Gitarre und Verstärker auspackten und sich mit der kompletten Mannschaft – es waren so um die 15 Personen – kreisförmig aufstellten und äußerst schief diverse englischsprachige Pseudogospelsongs intonierten. Mittendrin ein farbiger Prediger, der aussah wie die Persiflage auf die “Gott-liebt-auch-Dich-Du-Wurm!”-Geschichtenerzählbären aus schlechten Südstaatenmelodramen oder den Predigern von der Liveübertragung der Massengottesdienste aus den USA am Sonntagmorgen. Halleluja! Pray!
Mein persönliches Highlight hierbei war die Keyboarddomina, deren Minilederrock in Kombination mit Schnürstiefeln mit ultrahohen Pfennigabsätzen etwas deplatziert aussahen zwischen den überrumpelten Blutbeutelträgerinnen. Und die waren es auch, die sich den Mist anhören mussten, weil sie einfach nicht schnell genug in die Zimmer flüchten konnten. Amen.
Das schlechte Gewissen holte mich nachdem der Spuk vorbei und die Scheppsänger weg waren, dann aber doch ein. Die meinten es sicher gut mit uns. Ok, sie hätten vielleicht vorher mal hören sollen, wie sie singen und ich hoffe immer noch, dass sie die HNO-Station ausgelassen haben. Aber irgendwie hatte ich dann so viel Angst um meine Karmapunkte, dass ich die zwei Nonnen, die danach über den Flur liefen, zu einer Zimmerführung einlud.
Und so stand ich nach vielen Halleluja-Rufen mit zwei Nonnen in meinem Zimmer und lauschte, wie die eine der anderen das Zimmer zeigte. Sie war wohl der Pinguinnachschub fürs Haus und ihr wurde der schöne neue Trakt des Krankenhauses vorgeführt. Karmapunkte gerettet. Meine Seele wohl nicht. Ob sie auch zu mir herein gekommen wären, wenn sie von meinem Pseudonym gewusst hätten?
Eine dritte Nonne kam mich dann auch nachmittags besuchen, wünschte mir Gottes Segen (wann er ihr den ausgerichtet hat, konnte sie mir nicht wirklich beantworten) und lud mich zum Gottesdienst in die Kapelle unten ein. Und falls ich zu denen gehören würde, die nicht aufstehen könnten, wäre es auch kein Problem, denn schließlich würde das Spektakel auf Kanal 3 live übertragen werden. Dreifach Halleluja.
So viel Glaubensvertreter hatte ich seit meiner Messdienerzeit nicht mehr ertragen müssen und ich flüchtete mich in den Innenhof. Da standen nämlich nur die Sünder rum, die Raucher und Handynutzer. Und wurden geflissentlich unbekehrt gelassen.
Frau Ami fragte nach dempseymäßigem Ärztepersonal. Und ich muss passen. Der einzige Arzt, der noch einigermaßen in eine attraktive Richtung ging, war noch keiner. Und stand am Anfang seiner Ärztelaufbahn: Praktikant. Der Sohn des Anästhesisten. Aber bevor er gut aussehen wird, muss er noch so zehn Jährchen älter werden. Vorher könnte man ihn als niedlichen Jungen bezeichnen.
Der Rest war weiblich. Von den Assiärztinnen bis zum Pflegepersonal. Nein, halt. Ein Pfleger war dabei. Er sah aus wie eine Mischung aus jungem Biolek mit Ziegenbärtchen und Bart Simpson mit dunklen Haaren. Unheimlich nett und geduldig, aber eben nichts, was man in eine Arztserie stecken würde.
Die Herren der Schöpfung hatten da schon mehr zu gucken: viele junge, hübsche Pflegerinnen. Einige ältere, hübsche Pflegerinnen. Einige hübsche Ärztinnen. Und alle ausnahmslos unglaublich nett. Die eine Spätschicht-Krankenschwester hat mir sogar die letzte Thrombosespritze erspart
Aber wenn ich mal ehrlich bin, glaube ich auch nicht, dass es mich überhaupt sonderlich interessiert hätte, wenn ich Dr. House als Arzt gehabt hätte. Wer aussieht wie ein eingeweichtes Toastbrot, riecht, als sei das Toastbrot schon ein paar Tage länger über dem Verfallsdatum und sich fühlt, als sei der Vergleich mit einem vergammelten Toastbrot noch schmeichelhaft, der hat keinen Sinn für die Ärzte dieser Welt…
Und es war mir völlig egal, wer mir mein Essen brachte – es machte den Hackbraten auch nicht schmackhafter. Da fällt mir ein: hat schon mal jemand Hackbraten nach einer OP vorgesetzt bekommen? Geschmacklos. Finde ich…
Mein Fazit: Arztserien haben nichts mit der Realität zu tun. Gar nichts. Sorry, Ladies.
Am dritten Tag wurde mir die Drainage gezogen. Dieses Ereignis ist einzuordnen in die Kategorie “Dinge, die die Welt nicht braucht”. Und wenn eine Ärztin schon mit dem Skalpell anrückt und dann sowas sagt, wie “Bitte atmen sie ganz ruhig ein und aus”, dann ist das nicht lustig. NICHT LUSTIG.
Ein bisschen erwartete ich, dass ein Stückchen Darm oder Leber mit dranhängt. Es fühlte sich jedenfalls so an. Und wenn meine Nerven schon blank lagen vom Stress der letzten Tage, so brach in dem Moment der Damm und die Schwester nutzte die Gunst der Stunde und nahm mir gleich in meinem Schockzustand noch die Braunüle raus.
Befreit von Fremdkörpern aller Art ging es mir nach einer Stunde plötzlich besser. Emotional.
Höhenfliegend schwang ich mich aus dem Bett (schwingen ist in dem Zusammenhang eher als ein ächzendes, windendes Hochhieven zu Verstehen, aber immerhin schaffte ich diese Meisterleistung am dritten Tag schon innerhalb von zwei Minuten) und machte meinen ersten Rundgang, um mal die Lage zu checken. Stations-Scan. Sozusagen.
Die Schwestern und Pfleger kannte ich ja schon. Die anderen Patienten noch nicht. Ich hätte es mir auch fast komplett sparen können… Die meisten waren ebenso schlurfende Bademantelgestalten wie ich, die ihre Zimmer verließen, um an der Kaffee- und Teebar für Nachschub zu sorgen. Oder ihre Wasserkrüge aufzufüllen, so sie denn dazu in der Lage waren. Denn nicht nur ein Krug kann brechen, wenn er zum Wasserloch getragen wird. Auch Patienten können das. Riecht komisch, ist aber so.
Auf- und Abspazieren auf dem Stationsflur wird nach dem dritten Mal auch langweilig. Nein, eigentlich schon früher. Aber man wird anspruchsloser, was die Unterhaltung angeht. Und so pendelte ich zwischen dem Trakt mit den Frischoperierten und den Frischlingsgebärenden hin und her. Mein Zimmer lag strategisch günstig in der Mitte, links ein Technikraum, rechts ein Lager, also schön ruhig. Gegenüber das Zimmer für das Pflegepersonal, so dass ich immer genau hörte, wann ich das Handy ausmachen musste, weil die Visite oder das Essen angerollt kamen…
Abends dann ein persönliches Highlight: das erste Duschen. Boah. Ist Duschen toll.
Der zweite Tag? Keine Ahnung. Infusionen. Schmerzmittel. Untersuchungen. Ich bekam abends auf Wunsch Schmerzmittel gespritzt, was für einen Spritzenphobiker wohl viel heißt. Sonst weiß ich nicht mehr viel. Schmerzmittel machen müde. Zum Glück.
Mit Hilfe des Wortteufelmannes ging es dann irgendwann mal zum Nierenultraschall. Ob ich gefahren werden wolle, fragte die Ärztin. Nix da, war meine Antwort. Ich laufe. Bin doch eine harte Sau. Gefühlte vier Stunden später kam ich die vierzig Meter weiter im Untersuchungszimmer an und musste mich nicht mal hinlegen. Stand-Ultraschall. Geht schneller. Warum sie das Ding nicht zu den Patienten bringen ist mir schleierhaft. Schließlich ist das ein mobiles Gerät, welches auch immer in den benachbarten Kreißsaal entführt wird. Die Schwangeren nämlich müssen nicht um die Ecke laufen. Die dürfen es sich schick bequem machen in ihren Geburtsräumen, die scheinbar hermetisch von der Außenwelt abgeschirmt sind. Denn die ganze Zeit hörte ich nicht einen Schmerzensschrei einer Gebärenden.
Wohl aber das Kleinkind, das am Tag nach der OP zwischen 20 und 23 Uhr mit seinen Eltern den Gang der Station entlang tobte, weil sie scheinbar auf die Niederkunft des Storches im Kreißsaal hinten warteten, wo eine Tante/Schwester/Cousine/was auch immer sich geschickterweise vor der Familie versteckt hielt. Ich passte die Bagage irgendwann ab – und ich hatte wirklich die Hoffnung, dass sie nicht in der Viertelstunde mit dem Theater aufhören, die ich bis zur Tür brauchte… – und warf einen ganz furchtbar bitterbösen Blick nach draußen.
Das Kind wurde danach entweder zum Zappeln aus dem Fenster gehalten oder ein Familienmitglied erbarmte sich und brachte es nach Hause. War mir auch egal. Hauptsache, ich konnte schlafen. Jedenfalls bis zur nächsten Blutdruckmessung…
Gelernt habe ich auf der Station, dass Babygeschrei nicht halb so nervig ist, wie lautes Unterhalten von Besuchergruppen vor der Zimmertür. Frischgebackene Väter gehen äußerst hilflos mit den kleinen Geschöpfen um beim Wickeln und sorgen für eine Menge Heiterkeit bei den Schwestern die zugucken. Und wenn zwei türkische Frauen einer Familie zur gleichen Zeit zur Entbindung im Kreißsaal liegen, wird die Gynäkologie zu Kleinistanbul und das aufgebaute Büffet ähnelt dem einer 4*-Clubanlagenkantine in Side. Nur die Animateure fehlten. Oder waren grade im Kreißsaal…
Auf dem Gang vor den Kreißsälen sah ich alles: Wettscheindiskutierende Onkel, hibbelige Nachbarinnen und unsichere Väter. Blumensträuße und Infobroschüren. Zwischendrin die Storchfigur aus Holz mit dem Hinweis, wo man warten soll. Einmal sah ich eine Schwangere mit Wehen. Sie lief über den Flur, blieb bei einer Sitzgruppe stehen und stützte sich auf einem Stuhl ab. Himmel, sah die elend aus. Sie schnaufte, lief weiter. Allein. Einen Tag später sah ich sie an gleicher Stelle mit einem dieser Plexiglaskästen mit einem Minierdenbürger drin umringt von Freundinnen. Ärgerlich, irgendwie. Wo waren die am Tag vorher? Nun denn. Nicht meine Baustelle.
Meine Baustelle lag ein paar Meter weiter und gehörte nur mir.
Drei Wochen wusste ich, dass die OP bevorstand. Vor drei Wochen säuselte mir die Dame aus der Gynpraxis zärtlich den Termin ins Ohr mit dem Hinweis, dass ich am Mittwoch vor Ostern meine Einweisungspapiere bei ihnen abzuholen habe. In meinen Ohren klang das nach einer Einweisung in die Geschlossene – oder wahlweise die berühmten schwedischen Gardinen. Gehen Sie direkt dorthin. Gehen Sie nicht über Los. Ziehen Sie keine… Ach, ihr wisst schon.
Dann war Ostern und ich fühlte mich ein wenig wie das Opferlamm, als ich zu den Schwiegerleuten zum Essen ging am Sonntag. Die Schwiegerleute wussten ebensowenig vom bevorstehenden Schlachtfest, wie die meisten Menschen in meinem Umfeld. Ich wollte das alles irgendwie allein mit mir klar machen. Ich bin mir nicht sicher, ob einige von Euch das nachvollziehen können, aber manches klärt man intern. Man kann auf diese Mischung aus Mitleid und Erfahrungsberichten der Große-Zeh-OP vom Cousin dritten Grades der Nachbarin, bei der er fast gestorben wäre, gern verzichten.
Meine Schwiegerleute sind liebe Menschen. Und sie meinen es in ihrer unnachahmlichen Art und Weise nur gut. Aber ich weiß, dass ich das Thema dauerhaft hätte besprechen müssen – und ich war mit den Nerven kurz vor dem Abgrund und sowas hätte mich einen Schritt weitergestoßen.
Ich bin ein ängstlicher Mensch was Spritzen betrifft. Ich erwähnte das mal an anderer Stelle. Daher galt meine größte Angst auch nicht der Operation an sich, sondern dem Legen der Braunüle und den Thrombosespritzen danach. Ach, was sollte ich mich täuschen mit der Liste der Unannehmlichkeiten…
Sonntag also Lamm. Leider nicht so blutig, wie ich es gern esse und es dem Anlass entsprechend gewesen wäre. Aber die Rote Grütze zum Nachtisch machte das dann wett. Die Schwiemu gab dann noch aufgetaute Wurst mit. Hätte sie mal nicht. Denn diese zum Abendbrot brachte mich zur Anbetung des Klogottes über die Dauer der halben Nacht. Den Rest der Nacht zitterte ich vor mich hin.
Ostermontag hatte sich der Kreislauf dann mal verabschiedet und war wohl mit dem Wohlbefinden in den Keller gegangen, um eine Flasche Wein zu trinken. Jedenfalls war mir schwindelig für zwei und die Angst vor dem Dienstag tat ihr übriges.
Dienstag Untersuchung im Krankenhaus. Schwankend. Zitternd. Bleich. Kalter Schweiß auf der Stirn hielt aber den hyperaktiven Stationsblutsauger in Überlänge (der Typ sah aus wie eine Dachlatte: lang, dürre, uneben) nicht davon ab, mir gefühlte drei Liter meines Lebenssaftes zu entnehmen. Der Anästhesiearzt quittierte meine Angst mit dem Hinweis, mir eine etwas höhere Dosis der Beruhigungstorpedos vorweg zu geben am nächsten Morgen. Ja, dankeschön.
Am Mittwoch dann ging es ab ins Krankenhaus zur stationären Aufnahme. Meinem Wunsch nach einem Einzelzimmer wurde nachgekommen und dieser Luxus in der monetären Höhe eines einwöchigen Mallorca-3*-Urlaubs war die beste Entscheidung der folgenden Tage. Die zweitbeste war, das Medikamenten-Knock-Out so richtig auszukosten.
Ab in den Keller in den OP – warum nur liegen die OPs immer unten? Ist der Weg zur Anfahrtsrampe für die Leichenwagen da besser zu erreichen? – und von der Anästhesieschwester die Tränchen abgewischt bekommen. Der Anästhesist legte mir die Braunüle so vorsichtig, dass ich nicht mal den Pieks merkte. Vielleicht lag es aber auch schon an meiner grenzwertigen Gemütslage, die zwischen Benommenheit und Panikattacke hin- und herschwankte.
Operationssäle sehen übrigens in keiner Weise aus wie bei Dr. House oder sonstigen Arztserien, die im TV für Amüsemang sorgen. Nein. Sie sehen aus wie eine 50er-Jahre-Sanitäranstalt: hässlich gekachelt. Die Gerätschaften sehen eher nach den Hilfsmitteln in der Vertragswerkstatt unseres Autos aus. Inklusive Hebebühne.
Lange hatte ich aber nichts davon, denn kaum war ich drin, war ich weg, war ich wieder wach. Jedenfalls kam es mir so vor… Und wo wachte ich auf? Mitten in einer gemütlichen Männerklatschrunde. Ja, kein Witz: der Arzt im Aufwachraum hatte Besuch von einem anderen Arzt, der dort an dem Tag seinen letzten Tag hatte und nochmal auf einen Schwatz reingekommen war. Er saß also mir gegenüber an einem Tisch und unterhielt sich mit dem Typen, der mir regelmäßig erzählte, ich solle mal die Augen aufmachen oder mal tief einatmen. Wenn ich nicht so verdammt müde gewesen wäre und den Mund aufbekommen hätte…
So aber musste ich mir seine Erzählungen über die bevorstehende Facharztausbildung in epischer Breite anhören. Ebenso die Verabschiedung einer Schwester, die auch noch mal einfach so reinkam. Also entweder ist die Kantine für die Belegschaft echt ungemütlich oder der Aufwachraum hat eine magische Anziehungskraft. Ich war jedenfalls froh, endlich wieder aufs Zimmer zu kommen. Obwohl ich vom Transport herzlich wenig mitbekam.
Auf dem Zimmer dann der Wortteufelmann. Heute, sagt er mir, hätte ich mich sehr beklagt über die Schmerzen und überhaupt. Wahrscheinlich kam der Weltschmerz über mich. Und irgendwann die Nacht.
Zum Glück hielten die Nachwirkungen der Narkose noch an. Sonst hätte mich wohl das halbstündliche Blutdruck- und Pulsmessorgien fürchterlich aufgeregt. So aber war mir das herzlich worscht und nicht mal die Blutabnahme konnte mich am nächsten Tag noch tangieren…
387 Beiträge in den letzten Tagen in den von mir abonnierten Blogs? Die Beiträge der gebookmarkten (geiles Denglisch) nicht mitgezählt?
Falls mich jemand sucht, ich bin lesen
Die nächsten Stunden…
Sind wir doch mal ehrlich: ein paar von Euch ahnten, dass nicht nur mein Rechner in Reparatur war die letzte Woche
Und so war es auch: während man bei meinem Rechner das Innenleben ohne Befund auseinander nahm, nahm man mir einen Teil meines Innenlebens weg, der da einfach nicht hingehörte.
Heute dann die Entlassung nach fünf Tagen Krankenhaus. Und was soll ich sagen: Es fühlt sich gut an. Gut, wieder zuhause sein zu können. Das eigene Bett. Die eigene Couch.
Erleichterung macht sich auch breit, endlich das los zu sein, was seit Jahren permanent auch die Seele belastet hat. Die letzten Monate besonders, da die Einschränkungen doch immer präsenter wurden. Die Gedanken, die man sich selbstverständlich macht, fallen ab.
Was bleibt sind ein paar Schnitte, blaue Flecken, Schmerzen und die Gewissheit, dass die Organe nun mehr Raum haben – kindskopfgroßen Raum mehr. Aber auch die Gewissheit, dass jeder Tag nun ein bisschen Besserung bringen wird und die nächsten Wochen viel Ruhe.
Sport ist leider gestrichen, so dass in zwei Monaten die Lethargie von neuem bekämpft werden muss
Und für alle Belly-off-Teilnehmer: Drei Kilo in fünf Tagen. Haha.
Das erstmal von mir als Lebenszeichen
Mein Dank geht nochmal an Kiwi für ein süßes Osterpäckchen und die Genesungs-DVD
, die mir ebenso wie die lustigen Karten über die nächsten Tage helfen werden. An Stilke für das spannende Hörbuch, das ich in einem Tag weggehört habe und Worte, die mir Mut machten. An Petzi für eine grandiose Hörteufel-Edition, die mich an den anderen Tagen begleitet hat und eine österliche Karte mit lieben Worten, die stärkten. An workingmum für die liebe Email mit den Worten einer “Überlebenden”
, die mir viel Angst genommen hat und die Ankündigung eines Abends beim Fressack. An littleb für die aufmunternde Email und die Aussicht auf Schokokuchen und Whisky. An Tilla für die lieben Wünsche und den Rat, furchtbar wichtig auszusehen im “hinten-offen”-Look… Hat geholfen
Man, war ich sexy *schauder*…
Mein größter Dank geht aber an den Wortteufelmann. Für seine Kraft und Energie, die er mir jeden Tag vor der Operation und danach gegeben hat. Seine Ausdauer, das unzählige Taschentuch-Anreichen und Tränen wegtrösten, die liebevollen Umarmungen und die vielen Worte gegen die Ängste. Seine Präsenz wenn ich ihn brauchte. Und die verdammte Ausdauer, die er hier in den letzten Tagen bewiesen hat, in denen ich weg, aber die Handwerker hier waren… Die Scheißmaloche, die er neben den Sorgen um mich hatte mit dem Aufbau der Möbel und dem Umräumen von Kisten und Kästen und Anbringen von Lampen und Gardinen! DANKE. Für alles. Du bist grandios.
Alles weitere blogg ich dann zu seiner Zeit
Schönen Sonntag Euch allen!
Frohes Hasenfangen und Eierzerdrücken. Ich bin dann mal weg.
Freu mich auf Euch in einer Woche oder zwei oder so :) (und hoffe, dass der Wortteufelmann mich am Wochenende nochmal ran lässt. Also an seinen Rechner…)
Tschüsskes.
Einen Auftrag abzuschließen, der sehr viel Zeit in Anspruch genommen hat ist schön, jedoch auch verbunden mit einem tiefen Loch das sich dann auftut, wenn man morgens aufsteht und nicht wirklich was zu tun hat.
Wenn man für eine Woche nichts zu tun hat, ist das die beste Gelegenheit, um den Rechner in die Reparatur zu bringen und das Laufwerk erneuern zu lassen. Eigentlich ist das sogar die einzige Gelegenheit sowas zu tun.
Den Rechner zur Reparatur zu bringen bedeutet jedoch, 7–10 Tage ohne Rechner überleben zu müssen. Das wird eine verdammt harte Zeit. Jedoch mehr für meine Leser, als für mich, denn ich werde demnach morgen den letzten Tag bloggen. Danach ist hier totale Abstinenz.
Ich hingegen werde mich ohne Rechner sicherlich köstlich amüsieren, endlich dazu kommen, mal ein paar Hörbücher zu hören
und mal ordentlich lang zu schlafen… Um dann wie Phönix aus der Asche von den “Toten” (na, hoffen wir es nicht, dass es soweit mit mir kommt…) aufzuerstehen und von meiner entspannten Langschläferwoche ohne Rechner, aber dafür mit viel Zeit zum Leute beobachten zu berichten.
Nun ja. Es könnte schlimmer kommen, oder? Ich könnte zum Beispiel so einer spontanen Kirscheiterbeule ausgesetzt sein und ins Krankenhaus müssen, so wie Soulsilence letzte Woche. Aber zum Glück hab ich nirgendwo eine Eiterbeule
Also, Ihr Lieben. Vielleicht melde ich mich morgen nochmal hier. Falls nicht – oder auch einfach so – wünsche ich allen meinen Lesern einen lecker Hasenbraten, vielleicht ein Milchlämmchen und kalorienreichen Nachtisch. Oder auch ein paar Tage Entspannung und Ruhe. Den blöden Spruch mit den dicken Eiern lass ich mal.
Bis in zwei Wochen oder so!
In den letzten Beiträgen ging ja manchmal die böse Satirezunge des Wortteufel verloren. Ok, wir nehmen die Cocktailkleidgeschichte mal raus. Dabei ist mein schwarzer Humor, meine böse Sicht der Dinge nicht eingeschlafen, sondern fällt hauptsächlich terminlichen Engpässen zum Opfer. Was aber nicht heißt, dass in der Welt da draußen keine Sache zu sehen sind, die dem wortteufelischen Satireblick nicht standhalten. Im Gegenteil. Zum Beispiel waren die letzten Tage im Fernsehen ja geprägt von Fußballübertragungen. Für die einen Ärgernis wegen ausfallender sonstiger Lieblingssendungen, für die anderen Heiligtum. Für mich darüber hinaus Modetrendbarometer mit Spaßfaktor.
Denn der unausweichliche Kamerazoom auf die temporären Tribünenbewohner offenbart meist eine ganz eigene Spezies: die von mir so benannten Tribünentussen. Sie scheinen das selbsternannte schmückende Beiwerk der Platztummler und erscheinen mir immer als geklonte Hungerhaken mit Trendgarantie. Trendgarantie? Na, ganz einfach: wenn eine Tribünentussi einem Trend nachrennt, dann ist er sicher schon out.
Tribünentussen sind meines Eindrucks nach gern solarium- oder mallorcagebräunt. Sie tragen gern Glitzer und sind überschminkt. Sie lassen sich die Lippen aufspritzen und ziehen sich mit dem Pferdeschwanz die Falten aus dem Gesicht, die durch ihren Schlankheitswahn und dem daraus resultierenden Gewichtsverlust bis auf Größe 32 oder 34 entstanden sind. Sie sehen durch ihre Magersucht meist zehn Jahre älter aus, als sie sind und müssen ihre abhanden gekommene Weiblichkeit (Brüste gehen halt auch verloren durch den Blick in die Porzellanschüssel von Gro.he) mit Silikon wiederherstellen. Denn für die meisten sind Brüste das A und O, das Synonym für Frau.
Dass die Knochenstecken in Stiefeln mit Pfennigabsätzen rumschlackern, in die sie ihre Jeans stopfen, die am Hintern schon Falten wirft, weil einfach kein Arsch mehr drin steckt, um ein Runterrutschen der Stiefel von der Hungerwade zu verhindern, versteht sich von selbst.
Die Oberteile müssen Ausschnitt haben und die Haare haben den Californiasträhnchen-Blondcharme einer alternden Hollywooddüse oder eines B-Promisternchens. Sie tragen immer lange Haare, die sie dekorativ aufs Kopfkissen platzieren können, um den Mann mit dem Ball bei Laune zu halten.
Meist schauen sie auch nicht aufs Spielfeld runter, sondern unterhalten sich mit ihrer Sitznachbarin. Wahrscheinlich über ihre neuen Pla.yb.oy-Fotos oder die vierte Botoxbehandlung. Sie sprechen wahrscheinlich über die Brüste der anderen Mädels oder die Lippenstiftfarbe, die sie am schönsten finden.
Sie haben de-fi-ni-tiv künstliche Fingerkrallen, meist auf natürlich getrimmt. Vielleicht sollte ihnen mal jemand erzählen, dass das nichts tolles ist und echte Fashionvictims sowas nie tragen. Oder schon mal eine Agy.ness mit Pornoschaufeln gesehen? Eben.
Sie versprühen immer diesen Billigcharme, über den auch die teuersten Klamotten nicht hinwegtäuschen können. Sie wirken einfach wie Dorfpomeranzen, die Stil nicht leben, sondern kaufen. Fußball ist für sie lästiges Nebenwerk, das ihnen die It-Bag der letzten Saison (oder wenn man in einer Modeliga von Po.sh spielt: die der nächsten) sponsort. Außerdem müssen sie sich niemals um eins kümmern: ihren Intellekt.
Wenn sie etwas älter werden und die Nervengiftbehandlungen oder anderen OPs ihren Tribut fordern und auch nicht mehr über den Verfall hinwegtäuschen können (bzw. diesen überhaupt beschleunigt haben), dann werden sie gegen einen neuen Klon ausgetauscht. Jünger. Vielleicht auch etwas kurviger. Jedenfalls so lange, bis der Porzellangott oder die Waage oder die Kalorientabelle Verzicht statt Genuss predigen und die Oberweite so weit in Mitleidenschaft gezogen wurde, dass sie aufgepolstert werden muss.
Den anderen auf der Tribüne fällt der Austausch wahrscheinlich nur peripher auf. Die Themen bleiben. Die Optik bleibt. Und mehr ist wohl eh nicht von Interesse. Weder für sie, noch für die Männer. Schmückendes Beiwerk, ersetzbar, ohne Hirn.
Warum manche Männer sowas brauchen? Das ist wohl wieder ein anderes Thema.
DANKE, liebe Petzi und lieber Herr Petzi
Ich bin hier still am Flennen und freu mich wie ein Kind über die “Hörteufel-Edition”, bei der es was auf die Ohren gibt! Und danke für die lieben Worte.
Und Ostereier und Hasengrüße können durchaus seeehr schön und stilvoll sein
Ich geb mich geschlagen.
Wieso schreibe ich immer Leibn.iz, statt Leipzig?
Glaube ich ernsthaft, dadurch würde das Leipziger Voc.alens.emble schmackhafter für die Massen oder bekäme 52 Zähne?
Wahrscheinlich bin ich einfach nur werbegeschädigt.
Sind diese Router, die man von der Tel.e.kom bekommt (also zum DSL-Anschluss Call&Comfort Plus mit Entertainmentpaket und sowas alles) mit den Apple Airport Extreme Stationen kompatibel?
Ehrlich? Ich finde diesen Osterschmu genauso nervig, wie den Weihnachtsschmu. Und ultrasupereiergeile Wortkreationen mit dem Thema Eiertanz finde ich nicht lustig. Nicht lustig. Nein.
So wird man zur Zeit bei Web.de behelligt. Ein komisches Ei tanzt rum und gießt sich gründe Farbe über den Kopf (?). Der Wortteufelmann hat seit einigen Tagen ein fröhliches “Frohstern” auf dem Monitor (wahrscheinlich ein Antivirenmist mit Osterambitionen), was ich ein noch schlimmeres Wortmorphing als Xmas finde. Irgendwie.
Überall sehe ich Hasen, Eier und kleine Lämmchen und bekomme dabei keine Lust auf Feiertage, sondern auf Hasenbraten, Eierpfannkuchen und Milchlamm…
Bin ich anders?
Wenn man im Einkaufscenter vor einem dort wegen der bevorstehenden Osterfeiertage aufgebauten Tiergehege steht, umringt von hingerissenen Kindern, die laut “oooh, Mama, guck mal, die Haaasen” und “ooooh wie süüüß, die Küken” rufen, dann ist es schon ein bisschen fies vom Wortteufelmann, wenn er laut sagt: “Mmh, lecker, gebraten, mit einer Scheibe Speck drumrum.”
… haben Probleme mit realen Größen.
Wir kennen doch alle die berühmten zwanzig Zentimeter, oder? Frauen tendieren eher bei der Wahl der Kleidergröße zu Falschaussagen. Jedoch anders, als die Männer. Während diese gern ein bisschen was dazu schummeln bei den Maßen ihres besten Stückes, schummeln Frauen da gerne was weg.
So auch heute in einem Einkaufscenter im netten Stadtteil, in dem auch der Goldene Engel ist. Abteilung Cocktail- und Abendmode. Am Kleiderständer mit den Cocktailkleidern im Empirestil wühlt sich ein Worteufel durch die Kleider, als eine Frau circa Ende vierzig ein Kleid aus dem Ständer zieht, ihrem Mann hinhält und sagt mit einem beherzten “Wie findest Du das?” seine Meinung einfordert.
Ihr Mann hat leider zu dem Zeitpunkt eher eine Meinung zu mir und schaut leicht widerwillig zu seiner Frau. “Welche Größe brauchst Du denn?” *Möööööööööp* Falsche Frage zum falschen Zeitpunkt. Der Mann schläft heute auf der Couch. Es sei denn, er lässt noch einen Brilli springen… Merkt, liebe Männer: fragt eure Frau in Gegenwart einer fast zwanzig Jahre jüngeren Frau, die ihr auch noch angegafft habt (und auch wenn eure Frau euch gegenüber so getan hat, als merke sie es nicht, bekam die jüngere einen Blick wie ein Stiletto zugeworfen) niemals nach ihrer Kleidergröße! Es sei denn sie hat so ein Selbstbewusstsein wie ich.
Die Dame hatte es nicht. Definitiv. Denn sie sagte etwas lauter als notwendig: “34. Hier hab ich es. Ich probier es mal an.”
Mein Blick rüber war nicht nur skeptisch, sondern auch aufschlussreich, denn die Zahlen auf dem Kleiderbügel pranken sehr groß und offenbarten eine 40. Ich zog also eine 38 raus, guckte den Wortteufelmann an und sagte, ich würde die 38 jetzt mal anprobieren.
In der Umkleide dann folgendes Gespräch zwischen der Dame und ihrem Mann, der (so wie meiner) vor dem Vorhang warten musste:
Sie: “Ich glaub, ich bräuchte das doch ein kleines bisschen größer.”
Er: “Echt? Noch größer?”
Sie: “Ja, ist ja nicht so groß…”
Er: “Und was brauchst Du?”
Sie (sehr, sehr leise): “44.”
Ich konnte mir nicht verkneifen den Wortteufelmann loszuschicken, mir eine 36 zu holen, nur um dann in der (viel zu großen) 38 durch den Laden zu laufen und selbst zu suchen just in dem Moment, als der Mann der Fettfettel verzweifelt eine Verkäuferin anflehte, doch bitte eine 44 im Lager zu haben.
Ok. Dass mir die 36 gepasst hat hat eher was mit meinem Oberbau und der Beschaffenheit der Empirekleider zu tun. Da passt auch ein 1a-38 (manchmal auch 40)-Hintern wie meiner locker in eine 36… Na, für irgendwas muss der JLo-Po und die Hühnerbrust ja gut sein, oder?
Und sei es nur, um jemandem so richtig den Tag zu versauen ![]()
Lieben Dank für die Glückwünsche an den Wortteufelmann
Er hat sich sehr gefreut und war wohl auch ein wenig geplättet, dass so viele Unbekannte ihm gratulieren.
Nun denn. Geburtstagsrückblick.
Um Mitternacht war ich natürlich die einzige, die wach war. Der Wortteufelmann schlief schon der Schlaf der 41-jährigen Gerechten. Oder genauer formuliert: er ging mit den Worten “ich guck mal drinnen weiter” ins Schlafzimmer und begann fünf Minuten später zu schnarchen.
Nun denn. Sekt im Kühlschrank wird ja nicht schlecht – vor allem, wenn er noch nicht mal geöffnet wurde… Und so baute ich ihm einen kleinen Geburtstagstisch, blies die Herzballone auf und ging dann auch so um halb 2 wenig müde schlafen.
Um kurz vor 6 war dann die Nachtruhe vorbei, als der Wortteufelmann mit zwei Tassen Kaffee und einem “Happy Birthday to meee” auf den Lippen ins Schlafzimmer kam. Das Problem an Weckern ist, dass ich sie nicht höre. Er schon.
Zur Belohnung durfte er dann auch Geschenke aufmachen, was mir ein bisschen Zeit ließ, um die Klüsen aufzubekommen mit Hilfe eines starken Bohnengebräus.
Geschenke bekam er auch bei der Arbeit und die Büroschnecke aus dem 2. Stock legte einen 1a-Strip auf dem Schreibtisch hin. Nein, natürlich nicht. Wollte nur mal gucken, wer weiterliest. Jedenfalls hoffe ich, dass sie keinen Strip hinlegte. Die Gute ist zwei Meter hoch und breit und es ist kein Geschenk, sie nackt zu sehen.
Nachmittags dann Schwiegertigeralarm. Ich bekam sogar auch ein Geschenk. “Statt Blumen” einen Steinguthahn und eine Steinguthenne. Bunt bemalt mit Loch im Rücken für eine Eierkerze. Ich überlege immer noch, wo ich sie verstecken kann. Wenigstens sind sie hübscher, als die Kerze auf dem Rosendeckchen das letzte Mal. Aber wie die Schwiegerfrau auf die Idee kommt, dass ich so was mag oder dafür Platz hätte, ist mir schleierhaft. Schließlich steht hier nirgendwo (!) so ein Nippes rum. Nun ja. Ich lass die Dinger jetzt hier noch ein bisschen stehen, wer weiß. Vielleicht inspirieren sie mich ja sogar noch.
Die Torte stieß auf allgemeine Begeisterung. Jedoch ist sie auch ein wenig sehr reichlich mächtig… Aber lecker. Der Rest vom Schützenfest:
Sie ist also wider Erwarten fest geworden. Und die Sahne mit meinem Sahnesteifersatz aus Mon.damin und Puderzucker hat auch super gehalten.
Der Bruder des Wortteufelmanns kam dann um 6 auch noch vorbei, wollte aber keine Torte. Nur Sekt.
Ich blieb nüchtern und fuhr die Bagage dann nach Hause, nur um endlich in Ruhe mit dem Wortteufelmann im Goldenen Engel essen zu gehen. Ein sehr schöner Ausklang für den Tag. Und der Fressack ist viel kleiner und dünner, als ich dachte…
War schön. Der Geburtstag. Aber das nächste Mal bitte mal ohne Familie. Lieber mit Urlaub, ja Schatz?
Danke, Fressack, für einen gemütlichen Geburtstagsausklang mit ehrlichem, leckerem, hessischem Essen. Wir sind schwer begeistert und bald wieder da.
Für alle Interessierten aus der Umgebung: Goldener Engel an der Marktstraße in Frankfurt Bergen. Hingehen. Sofort.
… zum Geburtstag, mein Schatz. Ich liebe Dich. Schön, dass es Dich gibt. Auch in alt Besonders in etwas älter.
“Hallo Tochter!
Viele Grüße an den Wortteufel. Wir hatten übrigens echte Salzstreuer! Keine imaginären! Wegen der “großen” Reise führten wir Proviant mit. Tomaten, Gurken. harte Eier und gekochte Kartoffeln. Deshalb auch einen echten Salzstreuer! Noch einen schönen Sonntag!
Mater”
Für alle, die nicht wissen, warum meine Mutter mir diese Email schreibt.
Wenn man heute um 12 Uhr einen Wohnungsbesichtigungstermin hatte, extra “früh” aufgestanden ist obwohl man hätte schööön ausschlafen können, das bisschen Sonnenschein heute mittag nicht ausgenutzt hat, weil man ja um 12 Uhr einen Termin hat, dann ist das schon ärgerlich.
Wenn dieses Plumpsklogesicht mit Scheiße im Hirn der Interessent dann nicht kommt und es nicht mal für nötig hält, abzusagen (obwohl er beide Handynummer hat), dann ist das sehr sehr sehr ärgerlich. Und, lieber Herr I., wenn ich Sie in die Finger bekomme, machen Sie sich darauf gefasst, dass ich Sie auf dem Dachfirst an den Blitzableiter binde und ein oder zwei Gewitter herauf beschwöre…
Wenn ich morgen um 15 Uhr eine Sahne-Creme-Torte fertig haben will, wann ist der beste Zeitpunkt, sie zu machen? Morgen vormittag? Reicht das zum festigen (da ist Gelatine drin) oder sollte ich sie besser heute nachmittag machen? Und wenn ich sie heute nachmittag mache, bleibt die dann bis morgen gut, wenn ich sie in den Kühlschrank oder sonstwas Kühles stelle?
Hilfe! Ist ein Konditor anwesend?
Liebe Stilke,
wir wünschen Dir von ganzem Herzen einen traumhaften Tag, viel Sonnenschein und viele schöne Stunden im Kreis Deiner Lieben! Lass Dich feiern, lass Dich hochleben, lass Dich verwöhnen.
Bleib gesund, verliere nie das Augenzwinkern und genieße Deinen 26.
Geburtstag heute.
Es ist schön, Dich zu kennen und ich drück Dich mal ganz doll – zwar aus der Ferne, aber dafür umso herzlicher.
(Klick)
Bilder übrigens: photocase.com / an.ma.rie (Torte) & tundkadrian (Bed of Roses)
Es gibt Reis Hühnchen mit Papaya, Frühlingszwiebeln, Zitronengras, Knoblauch, Ingwer und Kokosmilch. Dazu selbstgemachtes Naan. Ich bin gespannt.
Und was gibt es bei Euch so?
Ich: “Ja, die Shreki, die war ja grade in Thailand.”
Er: “Shreki, Petzi, Souli, Kiwi… Die, mit dem Ostseeurlaub, die andere mit der Schottlanddoku, dann noch die mit den neuseeländischen Vögeln, eine andere mit einer dicken Lippe, dann noch eine mit Elefanten… Himmel, da soll nochmal jemand durchblicken…!”
Ich: “Was soll ich jetzt machen?”
Er: “Lass wenigstens die Realnamen weg. Das bringt mich völlig durcheinander…”
… ist die Welt um mich herum so bekloppt, dass ich das nicht mal bloggen kann.
Ich weiß jetzt, wie Amazon seine Geschenke einpackt (sehr, sehr schön!), ich weiß jetzt, was ich in meiner freien Zeit hören kann (Die Chemie des Todes als Hörbuch – sehr, sehr genial!) und ich weiß, dass in Österreich eine ganz furchtbar umwerfend liebe Stilke sitzt, die mir eine riesengroße Freude (und ganz viel Mut…) gemacht und Optimismus geschenkt hat :) (Aber dass da eine unglaublich liebe Stilke bei den Ösis rumschawenzelt, war uns allen ja wohl schon immer klar, oder?)
Liebe Stilke
Ich hab echt ganz viel Puller in den Augen und sage ein riesengroßes DANKE
Und Du hast sicher recht mit den Worten auf Deiner Karte!
Wenn man ungefähr sechzig Mal an einer Broschüre etwas ändern muss, dann kann es durchaus passieren, dass sich ein anderer Fehler einschleicht.
Wenn Eddie Murphy in der Beverly Hills Cop-Vorschau im TV sein “Yo Baby Yo Baby Yo” sagt, dann bekomme ich danach diesen Satz garantiert nicht mehr aus dem Ohr.
Wenn der Schwiegervater gegen irgendeinen dieser farbenfrohen Stare gelasert wird, dann ist man froh, wenn alles gut verläuft – auch wenn es ja nur “ein kleiner Eingriff” ist.
Wenn das Wetter draußen so aussieht, als ob man lieber drinnen bleiben sollte, dann muss ich mal den Wetterdienst kritisieren, der frühlingshafte Temperaturen ankündigte. Oder war das erst am Samstag?
Diese kleinen Gemüse-Frucht-Smoothie-Fläschchen der diversen Hersteller sind sicherlich mit einem Mittel versetzt, dass süchtig macht. Anders kann ich mir nicht erklären, warum ich die so verdammt gern trinke…
Wenn man akute Magenprobleme hat, schmecken diese Gemüse-Obst-Dinger gar nicht mehr so gut – und tun auch nicht gut.
Wenn das Wochenende vor der Tür steht und man weiß, dass man arbeiten muss, dann ist das furchtbar deprimierend. Wenn man aber weiß, dass man am Wochenende danach hier das Büro leerräumen, das momentane Chaos in Kisten verpacken und Platz für die Handwerker schaffen muss, dann ist die Aussicht auf ein bisschen Arbeit im (noch ordentlichen) Zuhause gar nicht mehr so schlimm.
Wenn man an das Chaos hier in der übernächsten Woche denkt, könnte man ja fast froh sein, dass man nicht hier ist und woanders schläft. Frage ist nur, wie gut man dort schlafen kann…
Wenn man manchmal kryptisch ist, dann hat das durchaus seinen Grund – und seine Berechtigung.
Einen schönen Start ins Wochenende wünsche ich Euch.
Früher, als ich noch 20 oder 25 wurde (was natürlich noch nicht soooo lange her ist, bitteschön), war das Feiern von Geburtstagen irgendwie einfach. Man sagte ein paar Freunden Bescheid, kühlte das Bier runter, haute eine Gulasch- oder Hackfleischsuppe auf den Herd und sorgte für genügend Knabbereien. Die Freunde kamen, die meisten brachten nicht nur weitere Alkoholika, sondern auch noch weitere bis dato unbekannte neue Partner oder Bekannte mit und die Musik war laut. Man hatte im besten Fall einen CD-Spieler, aber keineswegs einen MP3-Player, den man an die Anlage anschließen konnte. Manchmal hatte man auch einen Plattenspieler, den man zu solchen Gelegenheiten aber besser in Sicherheit brachte, denn es gab immer irgendwelche Banausen, die aus Antipathie zu einer Musikgruppe ihre Kippe auf dem Vinyl ausdrückten. (Und wenn ich die Drecksau jemals erwischen sollte, die mir und meiner The Who-Platte das angetan hat, dann werde ich ihn vierteilen. Und jedes Stück einzeln entsorgen.)
Gut. Wo war ich stehengeblieben? Ach ja. Parties. Früher.
Früher machte man sich auch nicht so umbedingt Sorgen um die Folgen, die Nachbarn oder sonst was. Da kommt mir doch die Party bei einer Freundin ins Gedächtnis, die dermaßen außer Kontrolle geriet, dass die Polizei das Grundstück von circa 15 Rollern und ungefähr 40 ungebetenen Partygästen räumen musste. Für die Leute, die im Haus waren, brauchten sie dann noch Verstärkung…
Diese Party lief ungefähr so ab: wir waren 16 und ihre Eltern auf einer nordfriesischen Insel im Feriendomizil. Wir dachten uns, wir könnten ja mal so ein paar Leuten Bescheid geben, dass wir sturmfreie Bude hätten. Wir sagten also fünf oder sechs Freundinnen und Freunden Bescheid und freuten uns auf einen leicht angeschwipsten Abend mit Musik und Gegiggel.
Vier Stunden später hatten wir die Eingänge des Hauses nicht mehr unter Kontrolle. Eine Lawine an Leuten hatte von der Sache Wind bekommen (falls ich die Person jemals erwischen sollte, die das weitererzählt hat, mach ich mit ihr dasselbe, wie mit dem Typen mit der Vinylkippe. Echt jetzt!) und sich auf den Weg gemacht, das Haus zu rocken.
Was ihnen auch gelang. Horden wildfremder Menschen lümmelten sich in allen Zimmern des – sehr großen – Hauses und soffen und rauchten, was das Zeug hielt. Da der Weg zum Aschenbecher oft zu weit war, nahm man mit dem Teppichboden vorlieb. Hunger kam dann auch irgendwann mal auf und da die Tiefkühlpizzen nicht nach dem Geschmack der Hungrigen waren, landeten sie eben an den Wänden im ganzen Haus. Gleich neben die Zitronen vom Tequila.
Das Ehebett krachte irgendwann mit einem “Rrrrumps” ein, weil die Belastungsgrenze von geschätzten zwanzig kopulierenden Jugendlichen erreicht war.
Meine Freundin saß heulend eingesperrt im Bad. Ich versuchte die Leute aus dem Haus zu jagen. Doch mit jedem, der rausging, kam ein anderer zu irgendeinem Fenster wieder rein.
Die Nachbarn riefen die Polizei, weil sie sich von den Jugendlichen auf der Straße (und das waren wirklich viele…) belästigt fühlten.
Die Polizei kam und räumte.
Am nächsten Morgen besahen wir uns den Schaden. Die teuren Fische im Teich waren an einer Überdosis Nikotin aus Zigarettenstummeln und den Alkoholresten der geschätzten zweihunder Bierdosen und Flaschen elendig zugrunde gegangen. Nun ja. Wenigstens waren sie betäubt…
Es fehlten sämtliche Bürosachen aus dem Homeoffice des Vaters. Kleiderschränke waren ausgeräumt worden und Klamotten fehlten.
Wochen später begegneten wir einem Typen vor einer Disko, der eine Jeans mit Batikmuster anhatte. So eine, wie gestohlen worden war bei meiner Freundin. Sie sprach ihn an, ob das ihre Hose sei. Er schaute sie an, grinste und sagte “Sieht das etwa wie deine Hose aus?” und ging einfach weg.
Ihr Vater führte zwei Jahre lang Rechtsstreitigkeiten mit einigen der Jugendlichen. Die Polizei hatte ja genügend Personalien aufgenommen. Schadensersatzklagen, etc. Leider klagten auch die Nachbarn gegen die Eltern der Freundin wegen der beschädigten Vorgärten…
Meine Freundin hatte drei Wochen Hausarrest.
Die Geburtstagsfeiern danach waren nicht so spektakulär. Eher gemütlich. Und auch nicht so verlustbehaftet, wie damals. Dafür muss man sich heute mit so leidigen Dingen wie “wen lad ich ein, wen muss ich einladen und wem bin ich eine Gegeneinladung noch schuldig” abgeben. Und auch die Gulaschsuppe reicht meist nicht. Da müssen noch Häppchen hin und die exklusive Käseplatte…
Aber das ist wieder eine andere Geschichte.
Das Störnsche* bewirft mich mit Schmackes und ich fange eleganter, als sich jeder hier wohl in seinen kühnsten Träumen gedacht hat. Elegant und charmant schnappe ich mit Pirouette aus der Luft ein Musikstöckchen.
1.) Wieviele gigantische Bytes an Musik sind auf deinem Computer gespeichert?
17,8 auf der internen Festplatte (und damit auch auf dem Pötti) und die gleiche Menge auf der externen Platte. Wobei sich da viele Lieder wiederholen, weil der Wortteufelmann und ich uns da immer gegenseitig versorgen
Also tipp ich mal noch so circa 8 GB an weiterem Liedgut, das ich aber zum Teil noch nicht gehört habe… Liegt einfach daran, dass da viele alte Schätzchen vom Wortteufelmann dabei sind, die eher er hört und ich erstmal meine ganzen Schätzchen hören muss, bevor ich mit seinen anfange.
2.) Die letzte CD, die du gekauft hast…
Die letzte CD, die ich gekauft habe, hat leider nichts mit Musik zu tun, sondern war ein Hörspiel. Nein, eigentlich waren es sechs Hörspiele. Ich war beim Planetenladen und stöberte durch die Hörspielabteilung und konnte mich einfach nicht entscheiden. Da nahm ich alle mit. Die letzte Musik-CD, die ich käuflich erworben habe, war Amy Winehouse – Back to Black. Jedoch online im Store meines Vertrauens.
3.) Welches Lied hast du gerade gehört, als dich der Ruf ereilte?
Wenn ich ehrlich bin: keins. Außer der Titelmelodie von Criminal Minds. Das letzte Lied, was ich davor hörte, war “Don’t You (Forget About Me)” von den grandiosen Simple Minds. Das war im Auto. Und ich habe sogar mitgesungen…
4.) Fünf Lieder, die mir viel bedeuten oder die ich oft höre.
Ich muss vorweg schieben, dass ich eigentlich kein Lied mit bestimmten Situationen verbinde. Eher Liedfolgen, Liedstimmungen, o.ä. Aber ich probier es mal. Ich nehme mal die Hitliste der meistgespielten iTunes-Lieder bei mir:
- Stay (Shakespears Sister)
- Bitter Sweet Symphony (The Verve)
- City Of Blinding Lights (U2)
- Like The Way I Do (Melissa Etheridge)
- Everything Counts (Depeche Mode)
5.) Wem wirfst du dieses Stöckchen zu (3 Personen) und warum?
Jetzt wird es echt schwierig. Denn ich weiß nicht, wer dieses Stöckchen noch nicht hatte oder überhaupt Interesse daran haben könnte. Ok, dann mal ein Versuch:
Ich bin schockiert. Nicht nur darüber, dass es scheinbar Menschen gibt, die zwei Jahre lang auf dem Klo sitzen, unter Schmerzen leiden und trotzdem sitzen bleiben, nein. Schockiert bin ich darüber, dass der Freund der guten Frau das irgendwann angeblich als völlig normal empfand…
Wen von den beiden soll ich nun kränker finden?
(Der ganze Artikel übrigens hier.)
“Weisheitszahnentfernung Sonnenbank”
Der berühmte Doc Sunburner bietet seit letztem Monat die Möglichkeit, sich auf der Sonnenbank die Zähne ziehen zu lassen. Er fand heraus, dass durch die vorherige stundenlange Einwirkung von UV-Strahlung das Zahnfleisch so weit zurück geht, dass eine Zahnentfernunung ohne Narkose möglich wird. …
“volahiku frisuren”
Ja, nach dem Trend der 80er und frühen 90er Jahre, dem Vokuhila, kommt nun sein markantes Gegenstücke, der Volahiku. So modisch dieser Schnitt auch ist, so sehr warnen Verkehrsexperten jedoch vor seinen Auswirkungen im Straßenverkehr. Für ein Fahrverbot für Träger dieses Haarexperiments sprachen sich die Gastredner auf der Fachtagung der Emos aus. Dies führte leider zu einer Massenhysterie unter den Zuhörer. Die Tagung musste aufgelöst werden.
“wieviel trinkgeld bei sofa lieferung”
Kommt drauf an, wie besoffen die Spediteure bei der Ankunft sind und wie besoffen sie sein möchten. Frag doch mal nach. Dann gibt es die Faustformel: 2 Euro/0,1 Promille.
“Döner animation”
Ich ziehe Originaldöner vor. Die schmecken auch besser.
“frauen scheis.sen ungestört am Parkplatz”
Eben nicht. Zum einen sind diese Autobahnrastplatzklohäuschen wirklich das Widerlichste, was man sich vorstellen kann und eignen sich daher in keiner Weise zur ungestörten Verrichtung dieser Tätigkeit, zum anderen sind da permanent so blöde Vollidioten wie Du, die auf so einen Scheiß Blödsinn stehen und beim Kac.ken nerven. Also. Schätzekes. Verpi.ss Dich.
“gruselige weiber.com”
… gibt man besser in der Adresszeile des Browsers ein.
“neulich auf der iaa… höschen”
Aaah, du bist ein ganz heimlicher, was? So ein kleiner geschickter. Du glaubst, wenn du zwischen dem IAA-Suchbegriff und dem, was Du eigentlich willst, ein paar Pünktchen setzt, dann merken die Leute nicht, was Du eigentlich suchst. Weit gefehlt. Vor allem dann nicht, wenn Du mit exakt diesen Suchbegriffen hier bei mir landest. Ich hab Dich nämlich durchschaut! Du bist der, der sich ins Höschen gepul.lert hat beim Anblick der vielen tollen Autos. Und nun möchtest Du wissen, wo es auf der Messe frische Unterwäsche zu kaufen gibt. Hah! Ertappt. Aber da wirst Du wohl bis zur nächsten Er.ot.ikmesse warten müssen…
“sneaker dick matsch”
sneaker wasser. dick matsch weg.
So, und hier mein heutiger Liebling:
“Möpse in den Dünen”
Sind Hunde nicht schon länger an vielen Strandabschnitten verboten? Gibt es da nicht so besondere Hundestrände, an denen jede Art von Hunden erlaubt sind? Erkunde dich bitte bei der Touristinfo deines Reiseziels. Die müssten wissen, wo Hunde erlaubt sind und wo nicht…
Am heutigen Abend um kurz vor 11 wurde die 1000er-Marke geknackt. Mehr als 1000 Besucher auf meinem Blog heute.
Ich bin tief beeindruckt. Wirklich. Das mag für die ollen A-Bloggerfuzzis ja keine ernstzunehmende Zahl sein. Aber ich bin wirklich, wirklich ganz schön baff.
Und bedanke mich bei allen treuen und zufälligen Lesern für ihren Besuch hier. Wenn das hier ein Livechat wäre, würdet ihr mein Pip.pi in den Augen sehen ![]()
Titel der dusseligsten Frau… Kiwi fordert mich heraus. Ich nehme gern an.
- Ich habe unser neues Sofa und unsere frisch gestrichene Wand mit Rotwein übergossen.
- Mein Mann hat ernsthaft überlegt, einen Teflonbezug für unsere Möbel zu erwerben. Und für ihn.
- Ich habe bereits drei Bügeleisen ruiniert, weil ich immer, aber auch immer wieder Kleidung bügeln möchte, die nicht gebügelt werden darf…
- Die Pullover, die bei mir eingelaufen sind, sind nicht mehr zu zählen.
- Wegen mir wurde der Automatikstop bei Spülmaschinen, die während des Betriebes geöffnet werden, erfunden
- Man wird niemals sehen, ob ich Krampfadern bekomme. Die Beine sind dauerblau, weil ich mich überall stoße
- Fast jeden Morgen stoße ich mir an der Schräge über dem Bett den Kopf beim Aufstehen.
- Aufgeschäumte Milch geht bei mir neuerdings neben die Tasse, nicht rein.
- Wenn ich esse, geht das nicht ohne Flecken auf der Hose, dem Oberteil, der Tischdecke oder dem Boden
- Ich schaffe es regelmäßig an Geburtstagen von Freunden anzurufen – und dabei vergessen zu haben, dass sie Geburtstag haben..
- einmal, als ich noch in einer Agentur gearbeitet habe, habe ich mir aus einem Plakat so ein Megaphon gebastelt und mich mit meiner Kollegin unterhalten. Leider musste ich rülpsen. Und leider in dem Moment, als mein Chef zur Tür herein kam. Daraus resultiert mein Spitzname (also, der echte, nicht der Wortteufel…)
- Ein anderes Mal lag ich in der Mittagspause auf dem Boden unter dem Schreibtisch, weil ich mich einrenken wollte (mit Hilfe eines Tennisballes.. Aber das ist ein anderes Thema). Ich war scheinbar sehr müde, denn ich schloss die Augen und ratzte kurz weg. Als ich sie öffnete lag mein Chef neben mir auf dem Fußboden und guckte mich an… Ok. Er nahm mir die Story von der Änderung des Blickwinkels zur Steigerung der Kreativität nicht wirklich ab. Gab mir aber Tipps zum Einrenken
So, Kiwi. Jetzt Du. ![]()
Diese ganzen Diskussionen über Erziehungsmaßnahmen haben mich mal zurückdenken lassen an die Erziehungsmethoden meiner Mutter. Und jetzt kommt auf keinen Fall eine Anekdote über Klapse auf den Hintern oder Hausarrest. Eher ein Beispiel, worüber ich heute schmunzeln kann, als Kind aber tausend Tode gestorben bin.
Einmal, es muss ein warmer Sommertag gewesen sein, denn wir waren ja draußen unterwegs, fuhren mein Bruder und ich mit meiner Mutter sowie der Nachbarin mit zwei ihrer Kinder gleichen Alters mit dem Zug in ein nahes kleines Städtchen in den benachbarten Bergen. Berge sind hier überhaupt nicht von Bedeutung, und vor allem heißen die nur so, sind aber laut dem Wortteufelmann lediglich kleine Huppel, aber ich wollte sie mal in die Geschichte mit einbauen. Einfach so.
Zurück zur Basis. Wir wollten in diesem Städtchen ins Freilichtmuseum und das angegliederte Freilichttheater zu einer Kinderaufführung gehen. Wir, die zwei “Großen” im Alter von 12 und eh schon viel zu groß für diesen Kinderkram, mussten mit. Die zwei “Kleinen” im alter von 7 Jahren waren hellauf begeistert.
Wir, die zwei Großen, waren dann wohl auch so, wie 12jährige sind, die furchtbar genervt von sowas sind und das ihren Müttern bitte auch mit aller Macht beweisen möchten. Wir nervten pubertär und jammerten und motzten um die Wette.
Und dann taten unsere Mütter etwas, was mich wirklich schockierte. Sie sagten, sie würden sich gleich furchtbar peinlich benehmen, wenn wir uns nicht benehmen würden… Und sie taten es. Sie salzten Autos. Ja, ihr hab richtig gelesen: sie salzten Autos. Jedenfalls taten sie so. Sie streuten mit imaginären Salzstreuern den vorbeifahrenden, verdutzten Autofahrern imaginäres Salz auf die Autos. Sie schauspielerten. Meisterlich. Und sie hörten nicht mehr auf.
Den ganzen Weg bis zum Freilichttheater salzten sie Autos. Wir, die zwei “Großen”, versunken vor Scham im Boden. Wie pubertäre Kinder dann halt so sind. Die zwei Kleinen fanden es furchtbar lustig und machten fröhlich mit. Wir, die “Großen” beeilten uns, endlich anzukommen, immer in der Angst, die Mütter könnten noch am Ziel weitermachen.
Sie taten es nicht. Wir taten aber auch nichts mehr, so groß war die Angst davor, unsere Mütter könnten wieder merkwürdige Dinge tun… Den ganzen Nachmittag und die ganze Rückfahrt über waren wir lammfromm. Klaglos und artig.
Noch Monate später drohte meine Mutter bei Ungehorsam in der Öffentlichkeit mit – in meinen damaligen, jugendlichen Augen – Peinlichkeiten. Sie musste nur drohen mit sowas wie: “Und wenn Du dein Zimmer nicht aufräumst, dann bring ich dich morgen zur Schule und küsse Dich zum Abschied vor der versammelten Mannschaft.” oder sie sagte “Soll ich wieder Autos salzen?”.
Ich kann euch sagen: das war eine verdammt harte Schule durch die ich gegangen bin ![]()
… empfehle ich zur zwischenzeitlichen Erheiterung Stoppoks “Learning by Burning”. Songtext hier.
Danke für die Aufmerksamkeit ![]()
Wortteufelmann zum Thema Ballerina (übrigens eher semiernst):
“Ballerinas sind das beste Verhütungsmittel, denn sie bewirken beim Mann einen darwinistischen Fluchtreflex. Stilettos hingegen sind super – welche Frau kann schon auf hohen Hacken schnell genug weglaufen.”
Wenn der Wortteufelmann aus seinem Berufsalltag erzählt, ist das durchaus auch oft mit einem Lachanfall verbunden. Leider darf vieles davon einfach nicht gebloggt werden…
Heute aber erzählte er von einem Telefonat mit einer Dame.
Er: “Könnten sie das kurz mit ihrem Chef klären?”
Sie: “Hach, kann ich sie zurück rufen? Er ist noch in einem Termin.”
Er: “Ich bin gleich weg. Aber schicken sie mir doch kurz eine Antwort per Mail.”
Sie: “Och Du je. Per Mail? Ich weiß ja nicht…”
Er: “Wieso? Wo ist das Problem?”
Sie: “Aber bitte wundern sie sich nicht, wenn sie Post von suesseMaus32 bekommen.”
Wortteufelmann kurz vor dem Lachexitus.
Er: “Ach, liebe Frau X, bei ihnen müsste das doch eigentlich suesseMauspaarundzwanzig heißen, oder?”
Sie: “Hach, sie sind aber so immer so charmant.”
Er, zuhause zu mir: “… und wenn man weiß, wie die aussieht, sollte die Mailadresse eher haesslicheBratze47 heißen.”
Warum fällt es mir so schwer zu merken, dass ich beim Milchaufschäumen in die Tasse so ein kleines Metallrohr RICHTUNG TASSE drehen muss?
Wenn ich einen Kinogutschein gewinne, dann ist das ungefähr ähnlich sinnvoll, wie die berühmten Perlen für die werten Schweine. Oder ein Bungeesprung für Höhenängstliche. Oder eine Achterbahnfahrt mit fünf Loopings für jemanden mit schwachem Magen. Oder eine kostenlose Dauerwelle für einen Kurzhaartiger. Oder…
Mir fielen so viele dieser Beispiele ein, um zu verdeutlichen, dass es ja ganz schön ist, dass man Kinogutscheine gewinnen kann, aber nicht für mich. Und dann gewinn ich auch noch, obwohl ich nicht mal bei einem Gewinnspiel mitgemacht habe. Toll. Einfach nur, weil ich zufällig einen 25. Beitrag geschrieben habe. War nicht meine Absicht. Sorry an den 26. Schreiberling, der es sicher auf die Karte abgesehen hatte und nun vielleicht lesen muss, dass da eine Kinoungläubige die Karte liegen hat.
Der Wortteufelmann freut sich. Er liebt Kino und fröhnt dieser Leidenschaft seiner Meinung nach viel zu selten, seit ich in sein Leben getreten bin. Oder anders gesagt: Kino ist wohl der einzige Punkt, bei dem er sich eine andere Frau wünscht. Sozusagen. Bildlich geschrieben. Zum Glück überwiegen meine Vorteile…
Nun könnte ich dem Mann die Karte in die Hand drücken und ihm sagen, er solle bitte allein gehen. Find ich aber auch doof. Das ist wie Candlelightdinner allein. Also werde ich wohl in den sauren Apfel beißen müssen und ins Kino gehen. Die Frage ist nur: welcher Film?
Lohnt da was zur Zeit? Ich bin ja als Heimkinoguckerin (sorry, aber für mich gibt es nichts schöneres, als einen Film auf großem Fernseher und mit guter Anlage zu gucken, ohne dabei den Kopf eines Riesen vor mir im Blickfeld zu haben oder das Gekruschpel der Chipspackung hinter mir. Und Zwischenrufer und Filmvorerzähler (”Pass auf, jetzt, jetzt…”) haben bei mir im heimischen Wohnzimmer auch keine Chance.) nicht so up-to-date.
Und das nächste Mal bitte möchte ich ein Auto gewinnen, ok?
Ich bediene hier und heute mal ein Klischee. Ja, ich liebe Schuhe. Ich liebe Schuhe wirklich sehr. Aber ich bin in einem Punkt sehr unweiblich: ich würde niemals Unsummen für Schuhe ausgeben. Nein. Auch würde ich mir nie Schuhe kaufen, die ich nicht brauche. Da bin ich Mann. Da darf ich es sein.
Wenn ich durch die Stadt laufe, sehe ich hunderte Paar Schuhe, die mir gefallen. Viele davon würde ich im Leben nicht anziehen (einfach, weil sie weder zu meiner Garderobe passen, noch zu meinem monetären Rahmen) einige würde ich anziehen, sie würden auch zur Garderobe passen, wären aber nur das dritte Paar schwarzer Pumps lediglich in anderer Form. Also: brauch ich nicht. Kauf ich nicht.
Und dann gibt es noch die Schuhe, die man mir schenken könnte und die ich trotzdem, nicht mal aus Höflichkeit, anzöge: Ballerinas.
Meine ersten – und soweit ich mich erinnern kann einzigen – Ballerinas trug ich zu meiner Kommunion in der dritten Klasse. Und danach waren Ballerinas für mich gestorben. Und zum Glück für die Modewelt auch. Was aber wohl nichts mit den meinen zu tun hatte… Hoffe ich.
Ein paar Jahre später, so vor zwei, drei Jahren, kamen die Ballerinas dann mit aller Gewalt zurück und verschandelten ansonsten hübsche Frauenbeine. Denn in Ballerinas sehen alle Frauenbeine kurz und knubbelig aus. Die Füße wirken wie Viererkanus und die meist dazu kombinierten, unmöglichen engen Jeans oder Leggins *doppelgrusel* unterstreichen den Stummeleffekt noch zusätzlich.
Was junge Mädchen mit Babyspeck oder erwachsene Frauen mit Modeverstand für fünfzig Pfennig dazu bringt Ballerinas zu tragen, im schlimmsten Fall noch mit oben genannten Modekombinationssünden, ist mir schleierhaft. Bei den Küken könnte man noch Experimentierfreude unterstellen und gnädig darüber hinweg sehen (wenn sie nicht auch noch so lange Schlabber-T-Shirts dazu tragen würden und eine viel zu kurze Lederimitatjacke in abenteuerlichen Farben). Bei den Damen meines Alters, schätzen wir es galant auf unter 30, hört das Drüberhinweggucken dann aber auf und weicht einem Schauer ähnlich dem, wenn man Leatherface zum ersten Mal sieht.
Ballerinas machen kurze Beine. Ballerinas machen unproportional wirkenden Beine. Ballerinas sind für Mädchen bis 12 Jahren ok. Ballerinas sind für alle drüber mit nichts zu entschuldigen. Nein. Nicht mal mit einem nichterfüllten Kleinmädchenprinzessinnentraum.
Und Ballerinas mit Leggings oder enger Röhre geht gar nicht. Nicht mal bei Ka.te M.os.s sah das aus. Es wurde euch, liebe Damen, nur eingeredet. Und das Oberbrechmittel sind Ballerinas mit Streifen, Pünktchen oder Anton sonstigem Gezier. Oder Glitzersteinchen. Oder goldenen Verzierungen.
Schaut Euch mal das nächste Mal im Spiegel von hinten an, wenn ihr eure Ballerinas tragt und dann sagt mir, es gefällt, was ihr da seht… Und von der Seite. Wenn Euren Clownsfüßen nur noch der Bommel vorne drauf fehlt.
Glaubt mir, aus dem Alter mit dem “ich bin so süß, ich bin ein Mädchen, ich trage Ballerinas” seid ihr raus, raus, raus. Es sei denn, ihr tanzt Ballett.
… kommt der Schornsteinfeger gefühlte drei Mal pro Jahr?
… findet man im Internet nie das, was man grade sucht, aber dafür tausend andere Dinge, die einen vom Weitersuchen abhalten?
… rufen bei Skype immer dann Leute an, wenn man grade am anderen Telefon in einem komplizierten, langwierigen Kundentelefonat f



