In der Herrenbutieke (danke, Stilke, ich übernehm das Wort jetzt in meinen normalen Sprachgebrauch) die erste Begegnung: eine verbrauchte Mittdreißigerin, der man zehn Jahre mehr ohne mit der Wimper zu zucken auch abnehmen würde. Sie trägt einen Jeansminiminimini mit einer dreiviertel langen Gümmnastikhose (Legging) drunter. An den Füßen eine Mischung aus Geishazehenquälern und moderner Kunst Marke Miró. Ihre Lederhaut harmoniert perfekt mit der Krokotaschennachbildung.

Wenn man einem Bauarbeiter, der glotzend aus dem Fenster des Transporters stiert, den Mittelfinger zeigt, findet der das nicht sehr komisch. Ich aber. Der Olle soll froh sein, dass er im sicheren Auto saß. Ich hätt ihm sonst seinen Stinkefinger in den Po gesteckt, bis er aufhört zu stieren. Männer, die glotzen, sind hässlich.

Auf dem Supermarktparkplatz eine weitere Begegnung: ein Mann in einem Kombi, der augenscheinlich nicht weiß, wo sein Rückwärtsgang ist. Denn als ich zurücksetzen möchte, weil die Parklücke durch einen “Vorne-schräg-Steher” (kennt ihr diese Parkgötter? Die parten schräg in die Parklücken ein und keine Sau passt mehr daneben…) so eng ist vorne, dass nicht mal ich mit meinem schmalen A-Auto reinpasse, rührt er sich nicht von der Stelle, so dass ich die Disziplin “auf engstem Raum wenden” bis zur Vollkommenheit praktiziere. Bestnoten in Ausführung und Haltung. Die Drecksau guckt nur völlig verstört, als ich zum Eingang laufe, er die zweite Runde auf dem Parkplatz dreht (vielleicht weiß er auch nicht, wo die Bremse ist?) und ihn kopfschüttelnd angucke.

Im zweiten Baumarkt hätten wir dann fast den Handtaschenpfiffi des It-Girl-Verschnitts über den Haufen gefahren. Kann denn jemand ahnen, dass so ein Tier die Beine zum Laufen hat? Die sind verdammt klein. Und Madame “ich trag meine Puckbrille auch im Baummarkt” hatte wohl vergessen, dass sie ihn mit hat. Denn der Beinahe-Matschunfall mit dem Zitterpudel ist ihr nicht mal aufgefallen. Oder sie hat ihn im Dunkeln einfach nicht gesehen..